Zucht aufgegeben

Habicht ist Vogel des Jahres. „Der Habicht hilft uns dabei, die Artenvielfalt in Bochum zu bewahren“, so ist in Ihrem Bericht zitiert. Ich züchte seit 20 Jahren seltene Rassehühner. Die lebten bisher „glücklich“ im Rythmus der Jahreszeiten im Freilauf, wie vor hunderten von Jahren. Seit letztem Herbst kam nun der Habicht alle drei bis fünf Tage und begann meinen Hühnerbestand zu „regulieren“. Es ist kein schöner Anblick, die toten Tiere im Auslauf liegen zu sehen. Um die Szene nicht zu detailliert zu schildern, nur folgendes: Von seiner Größe ist nur das Habicht-Weibchen in der Lage ein Huhn zu töten, kann es aber nicht forttragen. Deshalb werden nur die Innereien entnommen und der Rest des Tieres bleibt liegen. Mir blieb nichts anderes übrig, als die überlebenden Tiere einzustallen.

Damit mir in Zukunft der Anblick der toten Tiere erspart bleibt, werde ich die Hühnerzucht aufgeben. Da ich der einzige Bochumer Züchter dieser Rasse bin, hat der Habicht die Artenvielfalt nicht bewahrt, sondern reduziert.

Ich frage mich, warum das „sehr scheue Tier“ mittlerweile in Großstädten lebt? Hängt es mit einer

Überpopulation zusammen, wie bei Fuchs und Waschbär? Zumindest hat der Nabu den Habicht

schon 2008 aus der Roten Liste der gefährdeten Tierarten gestrichen. Durch den - nach meiner Meinung - übertriebenen Greifvogelschutz werden inzwischen auch immer mehr Wildvogelarten in der Roten Liste geführt. Hans Dahr