Ziesaks Zukunft kann beginnen

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Gebaut wird in Langendreer schon länger, Stück für Stück schiebt sich die Baustelle für die Erweiterung der Straßenbahnlinie 310 durch den Stadtteil. Und in den nächsten Tagen fahren noch mehr Bagger und Kräne auf. Opel beginnt im August mit dem Abriss der vorderen Hälfte des Getriebewerks in Werk II. Und direkt gegenüber, auf der westlichen Seite der Hauptstraße, wo einst Opel-Neufahrzeuge vorübergehend geparkt wurden, beginnen am 20. Juli die Erdarbeiten.

Ein Stadtteil verändert sein Gesicht. Und die Ziesak GmbH, ein seit 1936 im Ort bestehendes Unternehmen, hat daran keinen unbeträchtlichen Anteil. Sie errichtet auf dem ehemaligen Opel-Gelände einen neuen Baumarkt mit einer Verkaufsfläche von 20 000 Quadratmetern. Etwa zehn Jahre nachdem Inhaber Fritz Ziesak erste Überlegungen angestellt hat, die 1992 bezogene, nur 7000 qm große Immobilie am Wallbaumweg zu verlassen, wäre der mittlerweile überfällig gewordene Umzug perfekt. Im April wurde die Baugenehmigung erteilt.

„Es gibt einen großen Wettbewerbsdruck unter den Baumärkten“, erklärt Junior-Chefin Anja Ziesak-Klöpfel. Seit 2011 habe es spürbare Umsatzrückgänge gegeben, die sich durch die Bauarbeiten im Stadtteil noch einmal verschärft hätten. Der Neubau sei nötig, um wie am Standort Oberhausen alle Waren vor Ort zu haben und so das Konzept von Beratung und Präsenz optimal umsetzen zu können.

Der Neubau wird aus Gartencenter, „Baustoff-Drive-in“ und dem eigentlichen Baumarkt bestehen. Er ist verbunden mit einer Investition in Höhe von 25 Millionen Euro. „Das ist eine immense Summe und eine Herausforderung für einen mittelständischen Familienbetrieb“, so Ziesak-Klöpfel, die die Geschäfte gemeinsam mit Vater Fritz und Bruder Michael leitet.

Sie mussten etliche Hürden überwinden, um das Projekt zu realisieren. 2007 begannen die Gespräche mit Opel, 2009 verkaufte der Konzern. Auch von der Stadt stammt ein Teil des 73 690 qm großen Geländes. Die Verlegung einer Ferngasleitung kostete 250 000 Euro, Stollensicherungen etwa 300 000 Euro und für das Verfüllen von drei Schächten waren weitere 325 000 Euro nötig. Zudem wurden zwei Häuser, acht- und zweigeschossig, in denen früher Opel-Arbeiter untergebracht waren, abgerissen. Viel Aufwand, um Neues entstehen zu lassen.