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„Zeltstadt“ für Flüchtlinge bald auch in Querenburg

15.01.2016 | 18:38 Uhr
„Zeltstadt“ für Flüchtlinge bald auch in Querenburg
Eine Leichtbauhalle von oben: rechts und links 14 Vier-Bett-Zimmer, in der Mitte Gemeinschaftsbereiche und seitlich Duschen und Toiletten.Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services

Bochum.  Stadt beginnt Montag unterhalb des Priesterseminars mit dem Bau von sieben Leichtbauhallen. 336 Flüchtlinge finden hier Platz. Polizei kritisiert Infrastruktur.

Die „Zeltstadt“ auf dem früheren Opel-Parkplatz in Laer ist noch nicht fertig, da beginnt die Stadt schon mit dem Bau einer weiteren unterhalb des Priesterseminars, Kollegstraße, in Querenburg. Sieben Leichtbauhallen werden ab Montag auf einem Bolzplatz errichtet. 336 Flüchtlinge finden hier künftig Platz. Etwa 100 weniger als in Laer, wo in Kürze neun Hallen bezogen werden .

Die Resonanz bei der Info-Veranstaltung am Donnerstagabend ist mäßig. Nur gut ein Dutzend Anwohner sind gekommen. Für Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf-Inhoff (SPD) keine Überraschung. „Es gibt hier wenig Ärger“, sagt er. Gesprächsbedarf besteht dennoch, wie sich im Laufe der Versammlung herausstellt.

Zwei Etagenbetten, ein Tisch mit vier Stühlen und zwei Schränke – so sind die Vier-Bett-Zimmer in den Leichtbauhallen eingerichtet. Foto: Joachim Hänisch

Doch zunächst geht es um Fakten, die Klaus Radtke von den Zentralen Diensten liefert: Die Flüchtlinge werden in sechs Zelten (10 x 30 Meter) untergebracht, die seitlich mit sanitären Anlagen versehen sind. In jedem Zelt gibt es Schlafmöglichkeiten für 56 Personen – aufgeteilt in 14 Zimmer. Diese haben alle den selben Schnitt und sind mit zwei Etagenbetten, einem Tisch mit vier Stühlen und zwei Schränken ausgestattet. Klein, aber immerhin.

Deutlich mehr Platz bieten die Gemeinschaftsräume, in denen noch einmal extra zwei Fernsehbereiche und zwei Computer-Tische abgetrennt sind. Aufenthaltsmöglichkeiten bietet auch das Gemeinschaftszelt, in dem sich zudem die „Kantine“ – ein Caterer sorgt für die Verpflegung – und Büroräume für die Verwaltung befinden.

10 000 Euro pro Monat pro Zelt

Gegen die Kälte schützen wärmegedämmte Böden und Wände, das Zeltdach ist eine aufgeblasene Folienkonstruktion. Die mit Öl betriebene Heizung sorgt für die nötige Wärme. Die Stromkosten übernimmt die Stadt. Wie auch die Miete für die Leichtbauhallen: pro Zelt 10 000 Euro im Monat. Die Mietzeit beträgt fünf Jahre.

Betreut wird die neue „Zeltstadt“ von Plan B, einer gemeinnützigen und interkulturellen Selbstorganisation von Menschen unterschiedlicher Herkunft, die sich auch schon um die 137 im ehemaligen Priesterseminar untergebrachten Flüchtlinge kümmert. Bald – die „Zeltstadt“ soll im März fertig sein – werden es nun deutlich mehr sein. Keine leichte Aufgabe.

Hintergrund
Rundum-Betreuung mit Wachdienst

Für die „Zeltstadt“ am Priesterseminar, Kollegstraße, wird es eine Rundum-Betreuung mit Wachdienst geben.

Wann die Unterkunft auf dem früheren Opel-Parkplatz in Laer bezogen werden kann, ist offen. Klaus Radtke, Zentrale Dienste: „Die Statik muss zunächst geprüft werden. Auch stehen noch ein paar Feinarbeiten an.“

Zumal es schon jetzt Probleme gibt. Die Polizei weist auf die fehlende Infrastruktur am Kalwes hin. Friedhelm Gropp, Leiter der Wache Unistraße, und der Bezirksbeamte Wolfgang Schröder sorgen sich um die Sicherheit, weil es z.B. keine Gehwege gibt. Schröder klagt, dass viele Flüchtlinge keine Verkehrszeichen kennen und nicht Fahrrad fahren können, es aber tun: „Wenn die den Kalwes herunter brettern, wird es gefährlich.“

Kritik am Verhalten der Flüchtlinge kommt von Landwirt Thomas Romberg: „Die gehen querfeldein und zerstören meine Felder, respektieren keine Zäune oder Grundstücksbegrenzungen und lassen überall ihren Müll liegen. Wie soll das erst bei fast 500 Flüchtlingen werden?“ Gülseren Celebi von Plan B bittet um Geduld: „Wir versuchen alle Neuankömmlinge zu sensibilisieren, mit den Gepflogenheit vertraut zu machen. Doch das braucht seine Zeit.“

Gernot Noelle

Kommentare
17.01.2016
03:16
„Zeltstadt“ für Flüchtlinge bald auch in Querenburg
von Demokrat13 | #5

Es gibt eine schnelle einprägsame Lernmethode bzgl. Zäune, Grundstücksbegrenzungen und Müll. Bei Nichtbeachtung die Geldzahlungen kürzen.

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„Zeltstadt“ für Flüchtlinge bald auch in Querenburg
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2016-01-15 18:38
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