Zeit, um seine Wäsche zu waschen
29.08.2009 | 14:43 Uhr 2009-08-29T14:43:00+0200Den Samstag haben sich die Bochumer Parteien als „Endspurt des Straßenwahlkampfes” auf ihre Fahnen geschrieben. Dann kehrt ein wenig Ruhe ein. Manche Wahlhelfer und Kandidaten sind nicht ganz unglücklich darüber.
„Dann komme ich endlich wieder dazu, meine Wäsche zu waschen”, lachte ein Ratsmitglied beim Stundenkloppen am Infostand auf der Kortumstraße.
Spitzenthema in der „heißen Phase” des Kommunalwahlkampfes war die finanzielle Bedrängnis der Stadt. Zu frisch war die Nachricht, dass der Haushalt 2009 nicht genehmigt wurde und die Stadt jetzt bis 2015 jedes Jahr 100 Millionen Euro einsparen muss. Da fragten viele Menschen besorgt, ob ihr Verein, ihre Schule, ihr Kindergarten, ihre Stadtbücherei oder ihr Schwimmbad betroffen sein könnten.
Finanzielle Bedrängnis der Stadt löst Sorgen aus
Doch die Antworten weiß nur der Wind. Die CDU hatte die Stadtverwaltung zwar in der August-Sondersitzung des Rates zwingen wollen, noch vor der Wahl zu sagen, wo der Rotstift wüten wird. Doch das schafften Stadt und Rat in der Ferienzeit nicht. Immerhin wurde ein Zukunftskonzept mit einer Liste denkbarer Sparpotenziale verabschiedet. Wen es wirklich treffen wird, das wird sich im Herbst in den Polit-Gremien erweisen.
Der verkorkste Etat wurde von Oppositionsparteien weidlich genutzt, um gegen die rotgrüne Mehrheitskoalition zu punkten. Ob das umstrittene Cross-Border-Leasing der Stadt – das Kanalgeschäft mit US-Investoren – im Wahlkampf zündete, wurde nicht ganz klar.
Landesrechnungshof sorgte für Aufregung
Zum „Aufreger” im Wahlkampf geriet die Nachricht vom Landesrechnungshof, dass bei der Stadtverwaltung tausend originale Kassenbelege verschwunden waren. Bis zu maximal 28 Millionen Euro plus Zinsen müsse die Stadt u.a. wegen der Schlamperei zurückzahlen – mit dieser Forderung war der Landesrechnungshof mitten in den Wahlkampf geplatzt und brachte damit die Oberbürgermeisterin als Dienstherrin der Stadtverwaltung in Bedrängnis.
Eine Diskussion löste auch die Disko-Einladung der Jungen Union an junge Leute ab 16 Jahren zum Billigtrinken aus. Und dass FDP-Kandidaten dazu aufrufen, die FDP nicht zu wählen, erlebt man auch nicht alle Tage.
Fleißig unterwegs waren u.a die vier OB-Kandidaten Dr. Ottilie Scholz (SPD), Lothar Gräfingholt (CDU), Jens Lücking (FDP) und Günter Gleising (Soziale Liste), nicht zuletzt bei einer WAZ-Diskussionsrunde mit rund 200 Lesern.

10:30
saubere wäsche?
leider kann ich heute keine sauberen politiker wählen.
die ..DU geht gar nicht. das sind lobbypolitiker, wovon herr gräfingholdt noch der netteste (smarteste) ist.
und otti hat seit dem cross border geschäft das S aus der bochumer ...PD streichen gestrichen.
die hat, da sie sicher wieder OB wird noch viel wieder gutzumachen.
immerhin ist der bezirksbürgermeister und einige sPD ratsmitglieder für die bürger da. solche leute müssen gestärkt werden.
09:56
@ Krueger
Dann müssen Sie halt Ihr Parteiorgan lesen.
Dort fühlen Sie sich immer bestätigt!
Ansonsten: Wir leben in einer demokratischen Gesellschaft!
09:13
Also, ich finde es unerhört, dass man die SPD hier als ******* bezeichnen darf, ohne dass die Administratoren einschreiten.
Ganz lustig finde ich dagegen, dass angebliche Linke Gräfingholt wählen wollen. Das ist nun wirklich völlig unvorstellbar, geradezu aberwitzig. Und natürlich total unglaubwürdig.
Zum WAZ-Artikel selbst: Wenn das eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse dieses Wahlkampfes sein sollte, dann ist das ein eher schwacher Text, recht lustlos hingeschrieben.
Das liegt daran, dass er zwar die Themen auflistet (und an einer Stelle bezweifelt der Autor sogar selbst, dass ein bestimmtes Thema überhaupt relevant war), sich dabei aber fast ausschließlich auf die Oberbürgermeisterin einschießt. Eine halbwegs um Objektivität bemühte Zusammenstellung hätte auch die Leistungen der anderen Kandidaten stärker beleuchtet.
Zum Beispiel, dass die CDU trotz anders lautender Ankündigungen keinen einzigen eigenen Kürzungsvorschlag gemacht hat. Oder die Attacken der CDU auf die Bogestra, die mich persönlich ziemlich geärgert haben.
Aber der Autor erklärt nicht einmal mehr, WARUM die FDP sich gerade selbst zerlegt. Wenn aber der Inhalt einer Debatte in der Berichterstattung völlig unwichtig ist, dann könnte man auf die Idee kommen, dass es um etwas anderes geht. Zum Beispiel um bürgerliche Wechselwähler, die keine Lust haben, diese CDU und Gräfingholt zu wählen und deshalb ihr Kreuzchen am Sonntag lieber bei der FDP und Jens Lücking machen wollten.
09:09
Zeit um meine Wäsche zu waschen...also jetzt ist dann quasi die richtige schmutzige Wäsche dann, nachdem wochenlang Schmutzwäsche gewaschen wurde.....wird wirklich Zeit, dass das vorbei ist.
09:04
versteh ich nicht....letzte Woche wurd Herrn Hartmann noch die SPD-Karre unterstellt, nun ist er CDU-Anhänger...entscheidet euch mal.
08:18
an # 3 KMacher:
empfehle einen Blick in die Parteizeitung der CDU (Bo Nachrichten). Auch dort inserieren die Stadtwerke, die Sparkasse, die VBW etc. In diesen Fällen ist das natürlich kein Filz., sonder eine seriöse Parteispende, oder was?!
Hört endlich auf, hier auf den letzten Metern für die CDU das Ruder rumreißen zu wollen. Es wird Euch nicht gelingen! Weder Gräfingholt noch die CDU sind gut für diese Stadt.
02:31
Ich wähle weder SPD, CDU, FDP noch Grüne, sondern links...
Und als OB Kandidaten werde ich Herrn Gräfingholt wählen...
Nicht, weil der so toll wäre, aber er ist der einzige Kandidat mit einer minimalen Chance, dass Ottilie abgewählt wird...
Deshalb empfehle ich auch allen, die Lücking oder Gleising wählen wollen, verschenkt eure Stimme nicht, wählt Gräfingholt!
In dieser Stadt muss nach über 60 Jahren SPD-Regierung mal der ganze Filz weg!!!
Schulen schliessen, aber Konzerthaus bauen...
Das ist die SPD - Bauernschlau! Dreist! Asozial!
Ottilie wählen...
Ja nee, is klar...
Macht Bochum doof???
01:39
Hierzu gibt es einen Blogbeitrag: http://www.derwesten.de/community/KMacher/stories/944374/trackbacks/create
01:20
Mal eine ganz bescheidene Frage an die Genossen:
Die Stadtwerke haben in Eurer Parteizeitung ganzseitig eine Werbung plaziert.
Die Stadtwerke sind ein kommunaler Betrieb, der hauptsächlich unter Eurer Kontrolle steht. Wieso finanziert Ihr scheinbar, auf diesem Weg Eure Wahlwerbung?
Warum sind die Redakteure der WAZ noch nicht darauf gestoßen?
Das ist ein Skandal! Vielleicht sogar ein Verstoß gegen das Parteispendengesetz? Wer weiss?
Aber der Wähler und Stadtwerkekunde sollte sich bei der nächsten Strompreiserhöhung fragen, ob der damit nicht vielleicht auch die Kampagne der SPD finanziert.
01:05
@Krüger
versteh den hieb auf Wittke nicht. Die Gelsenkirchener Wähler haben sich damals das absolute Eigentor geschossen, als sie Wittke abgewählt haben.
Er war zweifelsohne - und die die Fakten geben dem Recht - der beste Oberbürgermeister, den eine Rugrgebietsstadt je hatte.