Zahl der Firmengründungen ist wieder gestiegen
30.10.2009 | 13:09 Uhr 2009-10-30T13:09:00+0100
Bochum. Trotz Wirtschaftskrise wurden im mittleren Ruhrgebiet mehr Firmen gegründet. "Wir brauchen eine Trau-Dich-Kultur", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Tillmann Neinhaus, der auch die Hochschulen anspricht, unternehmerische Kreativität, Eigenverantwortung und Innovationskultur zu fördern.
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen entwickelte sich die Gründungsdynamik im mittleren Ruhrgebiet im Jahresverlauf besser als erwartet. Das stellt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bochum nach der Auswertung aktueller Daten fest. Der Zuwachs von insgesamt 637 Betrieben in den Städten Bochum, Herne, Witten und Hattingen setzt sich aus 308 im Handelsregister eingetragenen Firmen und 329 Kleinbetrieben zusammen. Damit konnten gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2008 bessere Werte (Januar bis September 2008 insgesamt + 454) erzielt werden.
„Der positive Trend bei den Existenzgründungen ist ermutigend. Unternehmensgründungen sind besonders im mittleren Ruhrgebiet eine wichtige Triebfeder für wirtschaftliches Wachstum und mehr Ausbildungs- und Arbeitsplätze”, so IHK-Hauptgeschäftsführer Tillmann Neinhaus. Er rechnet damit, dass sich die Zahlen weiter verbessern werden: „Hier sind auch die Hochschulen gefordert. Eine Innovationskultur, die unternehmerische Kreativität, Eigenverantwortung und Risikobereitschaft fördert, macht unsere Region stark. Sie ist die Basis, damit aus Ideen auch Produkte werden. Wir brauchen eine ‚Trau Dich'-Kultur und Rahmenbedingungen, die die Hürden für junge Unternehmen senken. Das Thema unternehmerische Selbständigkeit und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen müssen eine viel größere Rolle in unserem Bildungssystem einnehmen.”
Mikrodarlehen sind sehr gefragt
„Auf großes Interesse stößt weiterhin das Mikrodarlehen, mit dem wir eine Lücke bei der Finanzierung von Kleinstgründungen geschlossen haben”, so Neinhaus. Bereits zehn Unternehmen aus Bochum und Witten wurden mit Unterstützung des Startercenters das Mikrodarlehen der NRW-Bank bewilligt.
Zu den Schwerpunkten bei den Gründungen gehören weiterhin die unternehmensnahen Dienstleistungen, wie z. B. Informations- und Kommunikationstechnik, Immobilienmanagement, Beratung, Werbung und Eventmanagement. Auch im Groß- und Einzelhandel konnten Zuwächse im Unternehmensbestand verzeichnet werden.

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