Wütende Proteste und Frust
21.05.2012 | 18:46 Uhr 2012-05-21T18:46:00+0200
Bochum. Etwa sechs Meter lange schwarze Tücher spannten Werksschutzleute noch kurz vor der Betriebsversammlung auf. Solchen Sichtschutz nutzen Feuerwehrleute oder Sanitäter gern, um etwa Schwerstverletzte oder Tote vor den Blicken neugieriger Paparazzi zu verbergen. Jemand murmelte am schmutzigen Zaun vor Tor 4 etwas vom Trauerflor. Fakt ist, dass bis in die 80-er Jahre hinein die Bergleute schwarze Fahnen hissten an ihren Fördergerüsten. Aber nur zum ganz besonderen Anlass: Wenn der Deckel auf den Pütt kam und es wieder mal hieß: Schicht am Schacht.
Schallwellen ließen sich nicht halten
Mit Sicherheit weitaus profanerer Natur dürften die Absichten der Opel-Werksleitung gewesen sein. Sie erinnerten sich wohl an den Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, der vor Jahren bei ähnlich kritischer Lage an gleicher Stelle sprach. Da klappte die Übertragung nach draußen prima – auch bildmäßig.
Doch die Schallwellen ließen sich nicht in der riesigen Werkshalle halten. Besonders die zum Teil wütenden Beiträge von genau 19 Opel-Mitarbeitern trugen bis vor das Tor. Männer und Frauen waren es, aus Eisenach, Rüsselsheim und Bochum , die zum Teil mit überschlagender Stimme ihren Frust hinauspressten: „Hier kein Wort zu sagen, das ist ‘ne Frechheit“, rief jemand.
Bangen um Opel in Bochum: Die „Geheimverhandlung“ in Ellesmere Port zeigt, wie sich GM die Zukunft vorstellt. Da wird offenbar hinter verschlossenen Türen gekungelt und das ganz bestimmt nicht, um bessere Bedingungen für die Beschäftigten herauszuschlagen.
Rainer Einenkel beschwor die Solidarität der deutschen Opel-Beschäftigten. So etwas könne nicht passieren, man lasse sich nicht auseinander dividieren, ziehe an einem Strang. Jahr für Jahr zahlten jetzt schon allein die Bochumer Beschäftigten über Lohnverzicht 20,6 Mio. Euro, als ein Bestandteil des Vertrages, der die Sicherung der Standorte bis 2014 festlegt. Jetzt gebe es nichts mehr zu holen: „Wir sind es leid“, so der Gewerkschafter wörtlich.
Es wird sich zeigen, ob die Solidarität hält – bis zur Aufsichtsratssitzung am 28. Juni, wo der neue Sparplan verabschiedet wird.
Harald Geide stand wie die Journalisten auch vor dem Werk, dabei wollte er drinnen sein. Denn Geide war kein Journalist. Bis 2006 noch war er selbst Opelaner, zuletzt als Betriebsrat: „Ich bin erschüttert und traurig.“ Er ist gekommen, weil ehemalige Kollegen ihn angerufen haben, seine Solidarität zu zeigen, das muss er jetzt draußen tun.
"Tor auf, Tor auf"
Draußen genau wie das wohlorganisierte Grüppchen ein paar Meter weiter, das mit kämpferischen Slogans und nur beim ersten Blick sanfter Gitarrenklänge einer Revolution das Wort redet. Es ist eine Splittergruppe, die gern vom Streik spricht und mit „Tor auf, Tor auf!“ Einlass verlangt.
Auf der Pressekonferenz später geht Einenkel sehr wohl darauf ein: „Wir wollen eine gemeinsame Lösung oder es gibt gar keine“, sagte er überlegt. Aber, ob und wann die Arbeit niedergelegt werde, entscheide der Betriebsrat gemeinsam mit der Belegschaft und niemand sonst. Es sei eben töricht, GM jetzt Argumente gegen Bochum frei Haus zu liefern, jetzt wo im Dreischichtbetrieb das Werk vollausgelastet brummt.

02:00
man kann auch von 1500 euro netto im monat gut leben...müssen andere auch....
24 tage urlaub hat jeder leiharbeiter
und kein 13.gehalt....
und kein fahrgeld....
und so weiter und so fort....
alles zumutungen mit denen andere längst leben müssen.....
aber vermutlich sind die herren viel mehr wert....
nunja....dann muss man halt bald zum amt und arbeitslosengeld beantragen.....
00:44
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00:37
Auto-Ferdi von der Uni DU-E hat heute morgen bei WDR 2 das fehlende rechtzeitige Engagement von *********** zu Jahresbeginn bemängelt und bemerkt, dass NRW erst kürzlich 2000 VW-Passat für die Polizei geordert hat. Das ganze Geschäft hatte ein Volumen von 50 Millionen Euro.
Wieso wurde für dei Polizei in NRW kein Opel-Modell gekauft?
Weil die kein passendes Modell haben bzw. die Nutzer den Passat nach einem Praxistest einfach besser fanden.
Das zum Thema "Wir leben Auto"!
Ist halt was wahres dran: Jeder Popel fährt ´nen Opel. Wer will schon ein Popel sein?!
Jetzt nach der gewonnenen Wahl wieder öffendlich Rumzuheulen geht mir auch mächtig auf die Klötze.
Mach Opel in Bochum zu. Gwerbesteuer zahlen die doch eh nicht.
Geld wird heute nicht mehr mit der Produktion von Waren, sondern im Dienstleistungsbereich verdient.
Da bieten die Opel-Flächen doch erheblich Potential.
Also liebe Wirtschaftsförderung, ran an den Speck!!
22:24
Ich fühle mich von diesem öffentlichen Geheule belästigt! Diese Leute müssen doch nur von ihren überhöhten Tarifen runter, aber das will der "wir sind es wert"-Club nicht!
19:23
"Wilder Streik" wie 2004. Ich bin dabei.