Worldfactory in Bochum kostet 200 Millionen Euro

Da könnte sie stehen, so könnte sie aussehen: die Worldfactory als Modell vor dem Opel Werk I am Opelring.
Da könnte sie stehen, so könnte sie aussehen: die Worldfactory als Modell vor dem Opel Werk I am Opelring.
Foto: Archwerk, Wolfgang Krenz
Was wir bereits wissen
RUB-Rektor Elmar weiler sieht die Uni als Treiber der Idee, die für die Zukunft der Stadt steht.

Bochum.. Im Juni wird Elmar Weiler 66 Jahre alt. Die Feierlichkeiten 50 Jahre Ruhr-Uni wird der Professor Doktor noch als ihr Rektor miterleben. Im Herbst hört er auf Rektor zu sein, wird dann nur noch aus der Ferne begleiten können, was er bis dahin auf den Weg gebracht haben will. Er geht aber ohnehin davon aus, dass „sein Kind“ erst in frühestens 25 Jahren laufen kann. Wobei er nie sagen würde, dass die Worldfactory, eine Weltfabrik für Bochum, sein Kind ist.

Die Idee, aus Bochum ein Wissensökosystem im Dreiklang Bildung, Qualifikation und Wissenschaft zu machen, aber fällt in seine Amtszeit. Er hat sie mit auf den Weg gebracht, angetrieben, wird in den nächsten Monaten auch noch wichtige Entscheidungen in diese Richtung treffen. Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.

„Wir haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, sagte er zuletzt im Blue Square beim Vortrag vor zahlreichen Menschen der Bildung, der Wirtschaft und der Politik. „Mitte des Jahres wird sie vorliegen.“ Dann kann es noch konkreter werden.

Bisher zwei umgesetzte Projekte

Bislang gibt es zwei konkret umgesetzte Projekte, darüber hinaus viele Gedanken, Wünsche, Hoffnungen, dass die Worldfactory Treiber einer nachhaltigen Stadtentwicklung, die Zukunft einer Stadt im Wandel sein kann. Es gab Gespräche mit möglichen – und wohl sehr interessierten – Investoren und es gibt immerhin schon eine Visualisierung, wie der Standort der Worldfactory aussehen könnte. Er soll vor der Fläche entstehen, auf der nun noch Opel-Werk I (Opelring 1) steht und die aktuell noch der Parkplatz ist.

Das Modell, das die Architekten von Archwerk aus Bochum entworfen haben, sieht eine riesige Glaskuppel als übergeordnete Überdachung über verschieden großen Gebäude vor. „100 Millionen sind für den Bau vorgesehen“, sagt Weiler. „Mit der Glaskuppel das doppelte.“ Ein Hingucker wäre es schon. Was durchaus wichtig wäre wie Weiler findet. „Wir wollen Kreativität wecken. Kreativ sein können die Menschen besser in einem kreativ gestalteten Umfeld.“

"Im Ruhrgebiet ist jeder Arbeitsplatz wichtig"

So oder so ist es ein großes Projekt. „Eins“, sagt Weiler, „das nur im Schulterschluss von Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und der Politik der Region erfolgreich umzusetzen ist.“ Eins, und auch das sagt Weiler, „15.000 neue Arbeitsplätze in die Stadt, die Region bringt. Man muss da von einem Branchenmix ausgehen. Im Ruhrgebiet ist jeder Arbeitsplatz wichtig.“ Es ist damit nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft der Stadt und der Region. Univercity, Wissensökosystem, Bochum als Standort eines neuartigen Transfer- und Gründerkonzeptes.

Die Ziele der Worldfactory sind klar umrissen. „Wir wollen 1000 kreative Talente versammeln und beflügeln“, sagt Weiler, „den Gründergeist Ruhr fördern, Gründungen erleichtern und zum Erfolg verhelfen, den Hochschul-Wirtschaftsverbund festigen, das Wissensökosystem Ruhr katalysieren, die Ethik des Wirtschaftens und Unternehmertums verankern.“