Wohnbauprojekt Bahnhof Weitmar bleibt weiter strittig

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Weitmar soll ein großes Wohnbaugebiet entstehen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Weitmar soll ein großes Wohnbaugebiet entstehen.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Geplante Ansiedlung von Häusern beschäftigt die Bezirksvertretung. Bürgerinitiative kritisiert Vielzahl von Wohneinheiten.

Bochum-Weitmar.. Das umstrittene Wohnbauprojekt am ehemaligen Bahnhof Weitmar bleibt in der Diskussion. Nach der letzten Marathon-Sitzung der Bezirksvertretung Südwest meldete die CDU-Fraktion weiteren Beratungsbedarf an und will das Thema in der kommenden Sitzung am 28. April erneut auf die Tagesordnung setzen.

„Die Menge an Unterlagen, die uns kurz vor dem Sitzungstermin erreichten, war einfach zu umfangreich“, erklärt Bezirksvertreter Karl-Heinz Meckelburg (CDU). Grundsätzlich sei seine Fraktion dem Projekt aber positiv gegenüber eingestellt.

Wie berichtet, verbirgt sich hinter dem Bebauungsplan Nr. 946 eines der größten Bauprojekte, die der Bochumer Südwesten seit einer Weile erlebt haben dürfte. Auf einer Fläche von ca. 3,7 Hektar soll im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs Weitmar zwischen Prinz-Regent-Straße und An der Holtbrügge ein „attraktives Wohngebiet im Sinne des Wohnbaulandkonzeptes“ entstehen, so heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Die Häuser sollen entlang einer „ellipsenförmigen Ringstraße“ angesiedelt werden, was aus der Luft so aussehe wie der Umriss eines Fisches.

Es herrscht noch Unklarheit

Doch wie viele Häuser dort überhaupt entstehen und wie hoch sie werden sollen, darüber herrscht noch Unklarheit. Die umtriebige Bürgerinitiative Weitmar, die das Projekt seit den Anfängen kritisch begleitet, entdeckt eine wundersame Vermehrung der Wohnungen: „Die Anzahl der Wohneinheiten ist seit dem ersten Konzept im Jahr 2010 von 66 auf 120 gestiegen“, sagt Jürgen Dassow von der Bürgerinitiative.

Related content

Nordwald soll erhalten bleiben

Auch über die Anzahl der Etagen sei noch nicht entschieden. Hier sieht auch die CDU Klärungsbedarf: „Wir müssen aufpassen, dass der ursprüngliche Gedanke von einer lockeren Bebauung nicht abhanden kommt“, meint Karl-Heinz Meckelburg. „Das muss schon ins Bild passen.“

Die Bürgerinitiative macht sich vor allem dafür stark, den Nordwald entlang des Springorum-Radwegs zu erhalten, der für das Neubaugebiet in einigen Teilen geopfert werden solle. „Eine geplante Wiederaufforstung in Harpen nützt uns in Weitmar überhaupt nichts“, meint Jürgen Dassow. „Das wäre ein deutlicher Qualitätsverlust und nur den Profitinteressen des Investors geschuldet.“

SPD berät in kleiner Runde

Auch die SPD-Fraktion wolle den Nordwald erhalten, sagt Bezirksvertreter Marco Versen: „Das steht für uns fest.“ Einen neuen Änderungsantrag wolle die SPD in der kommenden Woche in kleiner Runde besprechen und diesen dann bei der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung Südwest mit einbringen.