Witwe (76) schnitt aufgebahrtem Ehemann Notrufgerät ab
24.11.2011 | 16:35 Uhr 2011-11-24T16:35:00+0100
Bochum. Ein bizarrer Vorfall passierte jetzt in einer Trauerhalle in Bochum. Eine Witwe (76) schnitt ihrem aufgebahrtem Mann (82) unter der Krawatte den Notrufsender vom Hals, weil sie glaubte, ihn dem Arbeiter-Samariter-Bund sofort zurückgeben zu müssen.
Ein schauriges Erlebnis durchstand jetzt eine 76-jährige Frau aus Bochum-Langendreer. Sie hatte ihrem verstorbenem Ehemann (82), der in der Trauerhalle an der Stiftstraße aufgebahrt war, einen Notrufsender unter der Krawatte abgeschnitten. Sie fühlte sich offenbar unter Druck gesetzt, dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) das Gerät schnell zurückgeben zu müssen, weil sonst rund 130 Euro Schadenersatz fällig würden.
55 Jahre lang war das Paar verheiratet gewesen. Ende Oktober verstarb der Mann zu Hause in der Wohnung. Fünf Tage später rief eine Mitarbeiterin des ASB-Hausnotrufes bei der Witwe an und kondolierte. Bei diesem Gespräch wurde vereinbart, die fest installierte Notrufstation des Verstorbenen sowie den um den Hals gehängten Notrufsender, Funkfinger genannt, abzuholen. Beide Geräte hatte das Ehepaar vom ASB angemietet. Als die ASB-Mitarbeiterin an der Wohnung eintraf, fand die Witwe aber nur die Notrufstation, nicht den Funkfinger. Den möge die Witwe nachreichen, sonst seien 119 Euro plus Mehrwertsteuer fällig.
„Ich finde das total pietätlos“
Durch den Tod ihres Mannes ohnehin extrem belastet, empfand die Witwe das Problem mit dem Funkfinger offenbar als zusätzlichen Stress. Nach Aussage ihrer Enkeltochter fühlte sie sich vom ASB unter Druck gesetzt. Die 76-Jährige fuhr mit dem Bus zur Trauerhalle an der Stiftstraße. In der Tasche hatte sie eine Schere. Vor ihr lag ihr toter Mann. Der Bestatter hatte ihn in einen Anzug mit Krawatte gekleidet. Die Witwe lockerte den Krawattenknoten und fand darunter den Funkfinger; der Bestatter hatte ihn übersehen. Sie schnitt das Band mit der Schere durch und steckte den Sender ein. Damit fuhr sie quer durch Bochum zur Wohlfahrtstraße in Bochum-Weitmar - zum ASB. Dort gab die Dame das Gerät sofort ab.
Die Enkeltochter ist über das Verhalten des ASB sehr verärgert. „Ich finde das total pietätlos“, sagte sie am Donnerstag der WAZ. Ihr Großvater sei zu diesem Zeitpunkt doch noch nicht einmal beerdigt gewesen. Außerdem sei die Miete für die Notruf-Ausstattung auch bis Ende Oktober gelaufen und bereits bezahlt gewesen. Ihre Großmutter habe offenbar „Panik“ gehabt, rund 130 Euro zahlen zu müssen. „Sie muss unheimlich unter Strom gestanden haben.“ Sonst wäre sie nicht in die Trauerhalle gefahren. Auf den Bestatter ist die Enkelin hingegen nicht sauer. Der habe sich 1000 Mal entschuldigt - der ASB indes bis heute nicht.
ASB-Mitarbeiterin bedauert die Entwicklung des Falles
Jene Mitarbeiterin des ASB , die seit vielen Jahren im Bereich des Hausnotrufs tätig ist, erklärte am Donnerstag auf WAZ-Anfrage, dass ihr die Sache leid tue und sie darüber traurig sei. Sie habe nicht gewusst, „dass ich hier gegen den Pietätsgrundsatz verstoßen“ habe soll. Sie habe nicht geahnt, dass die Witwe so reagieren werde. Schließlich würden viele Hinterbliebene solche Angelegenheiten wie die Abgabe des Notrufes-Gerätes gern schnell erledigt haben. Dabei habe sie die Witwe aber in keinster Weise bedrängt.

08:51
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10:55
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10:05
Natürlich sind Trauerzustände emotionale Ausnahmezustände, doch wenn ich in meiner Hilflosigkeit jetzt versuche den ASB für etwas verantwortlich zu machen ,was der Bestatter verbaselt hat, liege ich vielleicht falsch. Tatsache ist: Der Bestatter merkt bei der Versorgung des Verstorbenen nicht, dass dort ein Funkfinger an dem Verstorbenen hängt ? Ich würde lieber einmal die Kostennote des Bestatters überprüfen als den ASB zu verteufeln. Wer weiß was der Bestatter alles berechnet und nicht an Leistung erbracht hat. Einem seriösen Bestatter würde das nicht passieren ( die Mitarbeiter können auch Funkfinger von Halsschmuck unterscheiden !)
21:34
ich sehe hier 2 Fehler und diese liegen NICHT beim ASB. sie hat die Dame doch lediglich darauf hingewiesen, dass der Notrufsender noch zurückgegeben werden muss und das ansonsten eine Gebühr fällig ist. Normal und wird fast überall so gehandthabt.
für mich hat der Bestatter den 1. Fehler gemacht. er hätte beim Waschen bzw Ankleiden den Sender bemerken MÜSSEN (es sei denn er macht seine Arbeit nicht gründlich) und auch die Enkeltochter hat in meinen Augen einen Fehler gemacht. warum? normalerweise kümmert man sich um eine Witwe und schaut ob alles, was geregelt werden muss, in die richtigen Bahnen gelenkt wird. scheint hier nicht der Fall gewesen zu sein.
warum man sich mit sowas an die Presse wendet ist mir rätselhaft.
warum die Mitarbeiterin des ASB sich entschuldigen soll ist mir auch suspekt.
13:50
dieser Bericht eine halbe Seite in der Tageszeitung wert ist kann ich nicht nachvollziehen.Hätte man den Bestatter der das Gerät übersehen hat angerufen wäre dieser sicherlich hingefahren und hätte es geholt.
12:46
der asb nicht gefragt hätte würd das gerät begraben sein ...
12:05
dem Westen so alles einer Meldung wert ist. Ist nichts wichtiges berichtenswertes passiert.
11:57
... ein Familiendrama?
09:45
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09:08
Nicht der ASB, sondern der Bestatter hat meiner Meinung nach einen Fehler gemacht. So klein ist doch so ein Funkfinger nicht, dass man ihn beim Herrichten einer Leiche übersehen könnte. Er hätte ihn natürlich der Witwe übergeben müssen.
Wo ist das Problem?