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Zeltfestival Ruhr

Wir sind Helden - gekommen um zu Schwitzen

26.08.2011 | 15:46 Uhr

Bochum/Witten/Hattingen.   Die Band Wir sind Helden hat auf dem Zeltfestival die Besucher zum Schwitzen gebracht. Zuvor sprachen Sängerin Judith Holofernes und Keyboarder Jean-Michel Tourette im Soundcheck über schöne Erinnerungen und schlechte Kinderlieder.

Judith Holofernes und Jean-Michel Tourette sitzen entspannt im Strandkorb. Eine leichte Brise verweht den Sand unter ihren Füßen. Wolken rauschen am Himmel über das Freizeitzentrum am Kemnader See, lassen hier und da die Sonne durch eine Lücke blinzeln. Judiths Blick wandert über die leere Piazza. Noch ist es in der Zeltstadt friedlich. Es die Ruhe vor dem Sturm. Dem Ansturm.

Denn am Abend werden Sängerin Judith und Keyboarder Jean mit ihrer Band Wir sind Helden beim Zeltfestival Ruhr auf der Bühne stehen. Mit dabei die Songs vom aktuellen Album „Bring mich nach Hause“, das sie nach dreijähriger Kinderpause im August 2010 herausgebracht haben. Bevor sich Judith und Jean mit dem Rest der Band für den Auftritt warm machen, haben sie sich für unseren DerWesten-Soundcheck Zeit genommen. Die Lieder nehmen die beiden mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Judith erinnert sich an ihre Zeit als 12-jähriger Ärzte-Fan, erklärt, wieso sie ihre alten Bowie-Lieder nicht mehr abspielen konnte und verrät, weshalb sie gerne einen Gastauftritt bei Ritter Rost hätte. Aber neben Kindheits- und Kindererfahrungen gibt es auch ernste Töne zu der Katastrophe in Fukushima, wie die Helden damit umgegangen sind und ob Tränen auf der Bühne erlaubt sind.

Liebenswerte Gespräche zwischen den Liedern

Wenige Stunden später ist es dann soweit. Gegen das blendende Scheinwerferlicht verlangt die bebende Menge ihre Helden auf die Bühne. Als die vier Musiker lässig angelaufen kommen, legen sie sogleich mit dem Lied „Was uns beiden gehört“ los.

Sängerin Judith Holofernes begrüßt ihr überwiegend junges und bereits schwitzendes Publikum mit den Worten: „Ich schätze, euch ist allen etwas fröstelig, wir gucken, das euch jetzt warm wird.“ Die Hitze, ein durchgehendes Thema: Aus dem Vers „Von hier an blind“ wird dann „Von hier an heiß.“ Und aus „Gekommen um zu bleiben“, wird „Gekommen um zu schwitzen.“ So heizt die deutsche Pop-Rock-Band Nummer eins noch ein bisschen mehr ein.

Judith Holofernes mit ihrer Band Wir sind Helden auf der Bühne beim Zeltfestival Ruhr. Foto: Ingo Otto

Pola Roy – der Schlagzeuger und Ehemann von Judith Holofernes – hämmert auf die Trommeln. Die laut schwingenden Töne der E-Gitarre sorgen für Vibrationen durch den ganzen Körper. Begeistert klatscht die Menschenmasse.

Doch sobald die Lieder vorbei sind, wird es leise; wollen doch alle die Gespräche der Band hören, die die so liebenswert macht. Judith Holofernes offenbart: „Schon beim ersten Lied ist mir ein Insekt in die Nase geflogen und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht.“ Die Fans lachen los. „Es ist tot“, entgegnet der Gitarrist. Judith: „Es hat seine DNA mit meiner vermischt.“ Das weiß Pola Roy besser: „Nein, ich hab meine DNA mit deiner vermischt.“ Haben sie ja zwei kleine Kinder miteinander. Judith Holofernes: „Da ist zum Glück kein Wesen mit acht Augen bei rausgekommen.“ Die Fans jubeln laut auf.Eltern sind bisher nicht auffällig geworden

Denkmal als Zugabe

Bei „Alles auf Anfang“ gibt’s Akkordeon-Klänge von Jean-Michel Tourette. So manches Mal tanzt Judith Holofernes wilder und schwungvoller als die zuschauende Menge. Nach „Aurelie“ und „Guten Tag“ heißt es dann zur Verabschiedung nach eineinhalb Stunden: „Tut uns leid, der Zeit­onkel ist gekommen.“

Sofort sind sie weg. Das können die Fans aber nicht akzeptieren. Alle stampfen laut mit ihren Beinen auf den Boden, schreien: „Zugabe!“

Und die kommt dann auch. „Wir haben ein Lied vergessen“, so die Sängerin. Das, auf das alle schon gewartet haben: „Denkmal“. Alleine singen die Fans lauthals den Text mit: „Sie haben uns, ein Denkmal gebaut“ – bis sie in der Hitze keine Luft mehr haben.

Wie funktioniert der Soundcheck?

Vor der Frage kommt die Musik. Deswegen spielen wir den Musikern Lieder vor. Von sich, von anderen - aber immer mit Bezug zur eigenen Person. Bei "Soundcheck" geht es nicht um das Erraten der Lieder, sondern um die Geschichten dahinter.

Mehr zum Thema:

Alle Soundchecks auf DerWesten

Lene Lemmer und Frank Beilenhoff

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