Windpark Borkum liefert Strom zwei Jahre später als geplant

Nicht nur der Offshore Windpark Borkum selbst, sondern auch die Übertragungsleitungen sind mittlerweile hergestellt. Nun kann Strom ins Netz eingespeist werden.
Nicht nur der Offshore Windpark Borkum selbst, sondern auch die Übertragungsleitungen sind mittlerweile hergestellt. Nun kann Strom ins Netz eingespeist werden.
Foto: Areva Wind/Trianel
Was wir bereits wissen
Zwei Jahre später als geplant wird Strom aus dem Offshore-Windpark Borkum eingespeist. Die Stadtwerke Bochum sind mit 18,5 Prozent beteiligt.

Bochum.. Zwei Jahre später als geplant liefert der Offshore-Windpark Borkum, an dem die Stadtwerke Bochum mit 18,5 Prozent beteiligt sind, nun Strom. „Am 23. Dezember wurde unser Windpark ans Höchstspannungsnetz angeschlossen, nun ist die erste Anlage in Betrieb genommen worden“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Spohn. Bis zum Frühjahr sollen alle 40 Anlagen mit einer Leistung von je 5 Megawatt nach und nach zugeschaltet werden.

Der Trianel Windpark Borkum (TWB), an dem neben den Stadtwerken und der Trianel GmbH weitere 32 Stadtwerke und Regionalversorger aus vier Ländern beteiligt sind. wird pro Jahr etwa 800 Gigawattstunden Strom (800 Millionen Kilowattstunden) produzieren. Bochums Anteil an der jährlichen Stromproduktion reicht aus, um 42.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen.

Gesellschafter leisten Pionierarbeit

Etwa zehn Mal hatte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet den Anschlusstermin verschoben und bislang eine Haftungsumlage von 220 Millionen Euro an den Windparkbetreiber bezahlt. Noch nicht entschieden ist eine Schadenersatzklage des TWB gegen Tennet.

Für die Inbetriebnahme der einzelnen Windanlagen hat Areva Wind das unter norwegischer Flagge fahrende Spezialschiff Aker Wayfarer gechartert. Das 157 Meter lange Schiff ist mit zwei Schwerlastkränen ausgestattet und hat neben der Crew bis zu zehn Techniker an Bord. Um ein einzelnes Windrad in Betrieb nehmen zu können, muss der Wind mit mindestens Windstärke 3 wehen. Zugleich darf nicht mehr als Windstärke 7 herrschen, um für die Techniker den sicheren Übergang vom Schiff zur Anlage zu gewährleisten.

„Beim Bau und der Inbetriebnahme des Windparks leisten die Gesellschafter Pionierarbeit. Unsere Windkraftanlagen sind so ausgelegt, dass sie auch bei schwerem Sturm Strom produzieren können“,so Dietmar Spohn. Die technische Betriebsführung des Trianel Windparks Borkum erfolge von Land aus. Alle Windenergieanlagen und das Umspannwerk können aus dem Betriebsbüro in Emden überwacht und gesteuert werden.