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Widerstand gegen Schulschließung

16.09.2012 | 18:44 Uhr
Widerstand gegen Schulschließung
Kirchschule Langendreer Alte Bahnhofstraße 12 ,Foto: GATZMANGA, Karl

Bochum. Wie offen mittlerweile die Nerven beim Thema Grundschulen liegen zeigen die Reaktionen nach dem Bekanntwerden des Verwaltungsvorschlags zum endgültigen Schließen von drei Grundschulen im Stadtgebiet. Besonders heftiger Widerstand kündigt sich bei der Kirchschule in Langendreer aber auch bei der Graf-von-der-Recke Schule in Hamme an.

Dr. Peter Reinirkens (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Bildung- und Wissenschaft, versucht im Vorfeld des jetzt beginnenden Sitzungsmarathons, die Gemüter zu beruhigen: „Es liegt ein langer Diskussions- und Abstimmungsprozess hinter uns. Herausgekommen ist ein – meiner Ansicht nach – tragfähiger Kompromiss.“ Allerdings wollte selbst er sich nicht endgültig festlegen, ob die jetzt genannten Schulen auch die sein werden, die nach der Entscheidung des Rates am 8. November tatsächlich geschlossen werden sollten.

In einer ersten Stellungnahme äußert sich für die CDU, die schulpolitische Sprecherin, Gabriele Ankenbrand zu den jetzt öffentlich gewordenen Verwaltungsvorschlägen: „Die CDU-Ratsfraktion wird die Beratungsergebnisse der Schulkonferenzen, die Meinungsbildung der Bezirke und insbesondere die vorläufigen Anmeldezahlen für 2013/2014 abwarten, bevor wir uns eine abschließende Meinung bilden.“ Sie betont, dass jetzt auch noch die Schulen von den Eltern gewählt werden können, die seitens der Verwaltung zur Schließung vorgesehen sind.

Deutliche Reaktionen aus Langendreer

Aus Hamme ist bekannt, dass dort vor allem auf das seit vielen Jahren entwickelte inklusive Konzept der Von-der-Recke-Schule hingewiesen wurde. Diese Schule geriet erst spät auf die Schließungsliste, nachdem die ursprünglich als Schließungskandidat auserkorene Grundschule Hordel nun eine Zukunft als Verbundstandort erhalten soll.

Deutlich sind die Reaktionen aus Langendreer . Die Kirchschule, immerhin eine der ältesten Schulen in Westfalen überhaupt, wehrt sich ebenfalls nachdrücklich. Christina Seidenstücker aus der Elternschaft erläutert: „Wir haben in der vergangenen Woche eine Liste mit 1200 Unterschriften, die sich für den Erhalt der Schule aussprechen, Herrn Dr. Reinirkens übergeben.“

Noch steht die offizielle Stellungnahme der Schulkonferenz aus, doch in einem der WAZ vorliegenden Entwurf werden das Unverständnis und die Enttäuschung vieler Menschen im Bochumer Osten über die aktuellen Schließungspläne deutlich.

Michael Weeke



Kommentare
19.09.2012
08:42
Widerstand gegen Schulschließung
von H.Siepker | #9

@steude,
das Thema Konzerthaus und die Zweifel daran haben sicherlich eine Berechtigung, allerdings wird es so langsam zum Totschlagargument. Jede Aktivität der Stadt wird von den Konzerthausgegnern damit relativiert; mir scheint, dass ist inflationär und der Sache nicht förderlich.
@aehmja,
"mehr Kinder in die Welt setzen" zieht auch nicht. Nach der Schulschließungsorgie sind die Klassen vieler Grundschulen derart voll, dass es intern eine Regelung gibt, für die nächsten zwei Jahre bloß keine Kinder sitzen bleiben zu lassen, weil die nachfolgenden Klassen ihre Maximalgröße bereits erreicht haben. Hier spart die Stadt nicht nur Kosten für Schulraum, sondern das Land auch Kohle für Lehrer ein. Alle anderslautenden Versprechen sind reine Lippenbekenntnisse. Ginge es Stadt und Land darum, nachhaltig in Bildung zu investieren, hätten sie möglichst viele Schulen erhalten, um mit angemessenen kleineren Klassen intensiveren Untericht zu gewährleisten. Von Inklusion gar nicht erst zu sprechen

17.09.2012
18:03
Widerstand gegen Schulschließung
von steude | #8

Ganz unabhängig von den Schulschließungen:

Die Stadt spart bei einem Sanierungsstau von ca. 400 Mio. Euro bei den Schulgebäuden 6,6 Mio. bei den Schulgebäuden pro Jahr ein, um den Haushalt zu sanieren. Das sind über 11% des Gesamtschuletats! Und gleichzeitig will sie für die Konzertfreunde ein 5. Konzerthaus bauen, was Mehrausgaben in Höhe von 2,6 Mio. Euro bedeutet.

Passt irgendwie nicht zusammen, oder?

Das "Musikzentrum" steht auf der Verschwendungsliste des Bundes der Steuerzahler. Aber Ökonomen und Betriebswirte sind ja laut Verwaltungspitze eh alle doof.

Wenn man die Warnzeichen konsequent ignoriert, darf man sich aber auch nicht wundern, wenn Arnsberg bald die Notbremse zieht und die Stadt aufgrund fortschreitender Überschuldung vor die Wahl stellt: Schauspielhaus zu machen oder Symphoniker.

Nur dann nicht wieder janken: "Wir habens ja nicht gewusst."

17.09.2012
16:13
Schulschließung und Konzerthaus
von aehmja | #7

hier wird immer, egal welches Thema, mit dem Konzerthaus gewettert. Es wurde aus Arnsberg genehmigt, also darf die Stadt auch bauen... Himmel, ***** und Zwirn, ätzend.. immer dasselbe!

Und nun zu den Schulschließungen: Setzt mehr Kinder in die Welt, dann braucht man die Schulen auch, wenn keine Kinder mehr im Stadtteil leben, dann braucht man die Schule nicht, ganz klare Kiste!

17.09.2012
14:47
Das ist SPD Live...
von FreieMeinung79 | #6

und in Farbe, in Natura, hautnah. Über Bildung und Familie reden, aber die zu allererst amputieren. Dafür Schulformen einführen die keiner will und Traditionen abreißen.

Wieso stellen unsere lieben Journalisten nicht mal der Bochumer SPD die Frage, warum es so einen Sanierungsrückstau bei den Schulen gibt? Scheinbar wurden Sanieren bewusst verzögert und und jetzt gibt man sich ohnmächtig.

Die SPD in Bochum hat Bochum sowas von vor die Wand gefahren, dass ein Point of no Return überschritten scheint.

Aber man lächelt und ich glücklich damit, unfassbar.

17.09.2012
10:56
Widerstand gegen Schulschließung
von Tender | #5

Ein Schlag ins Gesicht für alle Eltern von kleinen Kindern. (Bei den großen Kindern sieht es kaum besser aus)

Deutschland hat keine nennenswerten Rohstoffe und erlaubt es sich bildungstechnisch von anderen Ländern abgehängt und deklassiert zu werden, wobei der SPDgeführte Stadtrat in Bochum ganze Arbeit leistet (die Grünen haben als Minilicht der Koalition ja eh nix zu sagen, zumal sie die Zusammenhänge wohl gar nicht mehr verstehen).
Bildung ist was Deutschland hat. Da muss einfach "reingebuttert" werden. Je schlechter die Zeiten, umso mehr muss man da tun und nicht weniger.

Ein sehr trauriges Bild der Verantwortlichen!

Hoffentlich ist es bald mit der SPD in Bochum vorbei. Auch die CDU wäre wohl keine Option.

Was für ein Dilemma bein den "Volksparteien"!

Vielleicht sollte mal eine starke Bürgerschaft mit entsprechendem Knowhow die Stadt retten und die "Klüngelparteien" und "Dumpfbackenparteien" zu Teufel jagen!?

1 Antwort
Widerstand gegen Schulschließung
von Klug99 | #5-1

Leider haben Sie weitgehend recht! Polische Ämter (siehe Müntefering Herne oder Schröder Hannover) werden in der SPD zwischenzeitlich schon vererbt. - Aber auch Grüne und CDU tragen das Konzerthaus mit.
Der Bochumer Bürger kreuzt bei der Wahl das an was er schon die letzten 50 Jahre angekreuzt hat.
Selbst das sogenannte Bürgerbegehren gegen das Musikhaus wird trotz dieser Misere wohl nur wenig unterstützt!

17.09.2012
10:26
Macht das Sinn?
von steude | #4

6,6 Mio./ Jahr Kürzungen im Schul- und Bildungsetat, um den Stadthaushalt zu sanieren. Aber gleichzeitig 2,6 Mio./ Jahr Mehrausgaben für die Symphoniker und das Konzerthaus (Demnächst knapp über 10 Mio. Zuschuss).

Sanierungsbedarf bei den Schulgebäuden laut Studie der Stadt: 200.000.000 Euro. Tatsächlich wohl mindestens das Doppelte.

Müsste nicht eigentlich der Schuletat verdoppelt werden und für diesen sinnvollen Zweck auf überflüssige Mehrausgaben wie für ein 5. Konzerthaus im Revier verzichtet werden?

16.09.2012
21:15
Widerstand gegen Schulschließung
von Klug99 | #3

Alle wollen das Musikhaus, also muss die Kohle doch irgendwo eingespart werden! Also was soll die Kritik von diesen Eltern! Schließlich können die Blagen doch ihre Bildung durch Besuche der Konzerte bekommen!

16.09.2012
20:02
Widerstand gegen Schulschließung
von fogfog | #2

man nennt es auch einschleimen bei der elite. weg mit spd und mutti otti

16.09.2012
19:34
Widerstand gegen Schulschließung
von noeppi | #1

Dort sollen Schulen geschlossen werden. Ein Jammer.
An anderer Stelle leistet sich die Stadt einen Konzertsaal( Musikzentrum) von 33 Millionen (erste Schätzung), wobei der Unterhalt für diese Fiedelbude mehr als schön gerechnet wurde.
So wird von Genossen und Co. Wieder mal eine bestimmte Klientel bedient, und die breite Bevölkerung bleibt auf der Strecke.

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