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Wichtig ist der Spaß an der Sache

11.06.2012 | 15:27 Uhr
Wichtig ist der Spaß an der Sache
Axel Rudi Pell Foto: Sebastian Konopka

Bochum. Seit fast 30 Jahren ist der Wattenscheider Axel Rudi Pell hart rockend unterwegs; 15 Soloalbum stehen zu Buche; das jüngste („Circle Of The Oath“) schaffte mit Platz 16 die höchste Chartsnotierung in der Karriere des Gitarristen.

Auch die zugehörige Tour lief wie geschnitten Brot (unter anderem wurde die Zeche Bochum drei Tage hintereinander ausverkauft) und jetzt hat ARP auch noch eine goldene Schallplatte in Schweden eingeheimst – für über 10 000 verkaufte Exemplare der Single „Run With The Wind“.

Rechnet man damit, dass nach so langer Zeit die Karriere noch mal solchen Auftrieb bekommt? „Na ja“, knirscht der Musiker. „Planen kann man so etwas nicht. Beim Album hatten wir sogar Pech, dass in der Woche der Veröffentlichung auch Silbermond und Unheilig mit neuen CDs am Start waren. Ansonsten wären wir vielleicht sogar in den Top 10 gelandet.“

Aber darum geht es auch gar nicht, sondern um den Spaß an der Sache, und den hat Axel Rudi Pell auch nach fast 30 Jahren nicht verloren. „Wenn wir uns mit der Band treffen, ist das immer großartig“, beschreibt er die Gefühlslage. Damit das so bleibt, hat man einen einfachen Weg gefunden, Spaß und Spannung aufrecht zu erhalten: Man arbeitet nur punktuell zusammen. „Wir unternehmen nie lange Tourneen sondern teilen das zeitlich ein. Sonst schleicht sich Routine ein und man wird mürbe.“

Kreativ ist der Wattenscheider dagegen immer. „Ich schreibe permanent, Riffs und Melodien, die ich mir zum Teil aufs Smartphone singe, damit ich sie behalte. Wenn es dann ans nächste Album geht, wird erstmal sortiert und komponiert: Melodie 28 passt zu Riff 135 und so weiter. Und daraus entstehen dann die Songs.“ Wobei er musikalisch keine Experimente startet. Der Sound hat sich über die Jahre kaum verändert. „Warum auch? Das wäre unehrlich den Fans gegenüber und vor allem gegenüber mir selbst.“ Denn die Einflüsse sind immer noch die alten. „Ich liebe nun mal Bands wie Dio, Rainbow oder Deep Purple“ - auf Pells Handy ertönt statt eines piepsigen Klingeltons der Klassiker „Smoke on the Water“.

Seiner Heimat mitten im Ruhrpott ist ARP stets treu geblieben; er lebt weiterhin in Bochum. „Warum soll ich irgendwo anders hinziehen?!“ Außerdem hilft das Umfeld aus Freunden und Familie, auf dem Boden zu bleiben. „Es ist einfach eine ganz andere Welt auf Tour. Egal, was man will, binnen Minuten bekommt man es. Man bekommt wirklich den Allerwertesten nachgetragen.“ Wobei die Umstellung nach einer Konzertreise nicht ganz leicht fällt. „Meine Frau sagt immer, in den ersten Tagen danach bin ich unerträglich.“

Sebastian Konopka



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