Das aktuelle Wetter Bochum 18°C
Oberlandesgericht

Wettskandal: Sieben Inhaftierte bleiben in U-Haft

06.07.2010 | 09:53 Uhr
Wettskandal: Sieben Inhaftierte bleiben in U-Haft

Bochum.Die sieben im Fußballwettskandal seit über einem halben Jahr inhaftierten Tatverdächtigen müssen weiter in U-Haft bleiben. Das entschied jetzt das Oberlandesgericht Hamm.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft ist in ihren Ermittlungen gegen eine mutmaßliche internationale Wettmafia vom Oberlandesgericht Hamm gestärkt worden. Der 2. Senat beschloss jetzt, dass sieben Verdächtige (31 bis 35), die seit über einem halben Jahr in Bochum und anderen NRW-Gefängnissen in U-Haft sitzen, weiter eingesperrt bleiben. U-Haft, die länger als sechs Monate andauert, ohne dass ein Prozess begonnen hat, bedarf einer Sondergenehmigung des OLG.

Staatsanwalt Andreas Bachmann. Foto: Ingo Otto

Wie die Bochumer Ermittler sahen auch die OLG-Richter eine Fluchtgefahr, in einem Fall auch Verdunklungsgefahr. Die Beschuldigten müssten mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen und würden über gute Auslandskontakte verfügen. Unter den sieben Männern sind ein Deutscher, drei Türken und zwei Kroaten. Ein weiterer Mann hat sowohl die serbische als auch die montenegrinische Staatsbürgerschaft.

Alle waren am 19. November 2009 festgenommen und inhaftiert worden. Seitdem sitzen sie ununterbrochen hinter Gittern. Ihnen wird banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Sie sollen Spiele verschoben haben. In allen Fällen geht das OLG von einem dringenden Tatverdacht aus. Dieser ergebe sich unter anderem aus den Telefonüberwachungen, Geständnissen oder Teilgeständnissen und sonstigen Beweismitteln.

Das OLG hielt die Haftbefehle auch deshalb aufrecht, weil die Bochumer Ermittler unter Leitung von Staatsanwalt Andreas Bachmann es mit einem äußerst komplexen Verfahren zu tun hätten, dieses aber zügig betrieben hätten. Internationale umfangreiche Ermittlungen seien erforderlich gewesen, die Hauptakten würden 9000 Seiten umfassen.

In allen Fällen ist „in Kürze“ mit einer Anklage oder Teilanklage zu rechnen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Insgesamt ermittelt sie gegen über 250 Beschuldigte.

Es sitzt auch ein achter Mann in U-Haft. Aber noch nicht sechs Monate lang, so dass das OLG in seinem Fall nicht extra entscheiden musste.

In dem bundesweiten Skandal hat es in Bochum erst ein Urteil gegeben. Ein 25-jähriger Fußball-Profi aus Deutschland bekam vom Amtsgericht zehn Monate Haft auf Bewährung. Er soll nicht in der 1. Bundesliga gekickt haben.

Bernd Kiesewetter

Facebook
 
Kommentare
06.07.2010
18:48
Wettskandal: Sieben Inhaftierte bleiben in U-Haft
von jakov efroni | #1

...Und täglich grüßt das murmeltier ! sie haben alles , die bochumer staatsanwaltschaft . geständnisse , teilgeständnisse erkentnisse aus telefonüberwachungen und sonstige beweismittel . dieses laber rabarber hören wir im sogenannten jahrhundetwettskandal bereits seit gefühlten jahren .wo bleiben endlich die strafprozesse mit den hoffentlich dann erwiesenen beschuldigungen und den harten strafen . ross und reiter , egal wie prominent , müssen benannt werden . es darf nichts vernebelt und an der öffentlichkeit vorbei lanciert werden . oder sollte womöglich vieles heiße luft sein im sogenannten jahrhundertsportwettskandal !!!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3369283/create

Umfrage
Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Kemnade in Flammen
Bildgalerie
Volksfest
Festival der Kulturen
Bildgalerie
Ruhr International
Festumzug in Linden
Bildgalerie
Schützen
Messerschrf geschliffen
Bildgalerie
Handwerk
Aus dem Ressort
Opel-Betriebsrat dankt Grönemeyer für seine Unterstützung
General Motors
Bei seinem Konzert in Bochum widmete Herbert Grönemeyer den Titel „Bochum“ den Opel-Beschäftigten. Auch zur Belgschaftsversammlung im von der Schließung bedrohten Werk hatte er ein Grußwort geschickt. Jetzt bedankte sich der Betriebsratsvorsitzende bei dem Sänger mit einem langen offenen Brief.
Kemnade in Flammen: Zurück auf Anfang
Volksfest
„Ich will Eure Hände sehen!“ Sänger Mike Bauhaus schwitzt, Mutti schmachtet, Papa schmatzt. Schlager und Würstchen am Kemnader See: Das geht immer.