Wenn Musik auf Lyrik trifft

Die Reihe „Mittagskirche“ in der Melanchthongemeinde an der Königsallee 48 ist seit über zehn Jahren überaus beliebt. Lyrische Stücke oder Texte aus Philosophie und Theologie treffen auf handverlesene Musikstücke, die Kantor Ludwig Kaiser stets selbst auswählt und spielt. „Texte und Musik treten in einen Dialog“, sagt Kaiser. So wird die „Mittagskirche“ jeweils sonntags ein bis zweimal im Monat zum Genuss für Herz und Hirn – und dies bei freiem Eintritt.

Die neue Reihe, die am Sonntag, 1. Februar, 12 Uhr, beginnt, steht unter dem Motto „Magie der Sprache, Wirkungsmacht des Wortes“. Kaiser: „Es geht darum, wie man Sprache bewusst oder unbewusst einsetzt und schöpferisch mit ihr umgeht.“

Zum Auftakt wird Prof. Jürgen Ebach, Theologe an der Uni, unter dem Titel „Die Macht des Wortes“ eine Kanzelrede halten, während Kaiser mit dem Stück „Le Verbe“ von Olivier Messiaen musikalisch darauf antwortet. „Ebach ist jemand, der richtig gut reden kann“, sagt Kaiser. „Das wird spannend.“

Jeweils im Wechsel mit Theologen und Wissenschaftlern sind Mitglieder des Theater-Ensembles in der Melanchthonkirche zu Gast, die lyrische Texte vortragen. „Wir hatten noch nie Probleme, die passenden Schauspieler zu finden“, freut sich Kaiser. „Unsere Mittagskirche ist bei denen sehr beliebt.“ So liest Klaus Weiss am 15. Februar, 12 Uhr, Texte von Wolfgang Borchert. Veronika Nickl widmet sich am 15. März, 12 Uhr, dem Autor Hanns-Josef Ortheil.

Übrigens: Ein Höhepunkt im Programm der Melanchthonkirche ist die feierliche Aufführung der „Johannespassion“ von J.S. Bach am Sonntag, 29. März, 18 Uhr. „Das wird in jeder Hinsicht aufregend“, verspricht Kaiser.

Die Kantorei der Melanchthonkirche spielt gemeinsam mit dem Barockensemble „Arcipelago“ auf historischen Instrumenten. Knapp 60 Musiker sind an der Aufführung beteiligt. Karten (6 bis 24 Euro) gibt es u.a. bei Bo-Marketing, Huestraße 21-23.