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Wenn in Bochum Spaß auf dem Stundenplan steht

17.03.2016 | 18:01 Uhr
Wenn in Bochum Spaß auf dem Stundenplan steht
Hannah Scheerer und die anderen Abiturienten der Goetheschule haben sich in ihrer Mottowoche von den Blumenkindern der 60er und 70er Jahre leiten lassen.Foto: Walter Fischer

Bochum.   Mottowochen haben die Abiturienten fest im Griff, bevor es nach den Osterferien noch einmal ernst wird. Konkurrenz zwischen Schulen ja – aber ohne Streit.

Bunte Verkleidungen, laute Musik auf dem Schulhof und gerne mal der ein oder andere Scherz – die letzte Schulwoche ist für Abiturienten normalerweise ein Fest. In Köln eskalierte die sonst fröhliche Mottowoche, Schüler zweier Gymnasien bewarfen sich nicht bloß mit Eiern, sondern mit Böllern und Flaschen. Auch in Bochum feiern die Abiturienten ihre letzten Schultage ausgiebig – mit Gewaltausbrüchen wie in Köln wollen sie aber nichts zu tun haben.

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„Make Love, not War – das ist unser Motto“, sagt Hannah Scheerer. Im sommerlich-entspannten Hippie-Look steht die 18-jährige auf dem Schulhof der Goetheschule, in der Hand ein Pappschild mit Peace-Zeichen, hinter ihr feiern ihre Schulkameraden zu 70er-Jahre-Hits wie „Somebody to love“. Das Motto: Hippies. Ausschreitungen wie die in Köln findet sie einfach nur daneben. Ihr Kumpel Timo Liedtke sieht das genau so. Er findet: „Es kann ja auch eine coole Rivalität zwischen Schulen geben: als witziger, sportlicher Wettkampf, bei dem niemand verletzt wird.“

Schulrivalitäten mit Tradition

Solche Schul-Rivalitäten gibt es auch in Bochum. Zum Beispiel zwischen der Goethe-Schule und der nahen Hildegardis-Schule, erzählen die Schüler. „Das hat halt Tradition“, sagt Abiturientin Paula de la Haye. Die Hildegardis-Schule gelte als Elite-Gymnasium – dafür gebe es dann auch mal einen flotten Spruch oder ein Spottlied, erzählen die Jugendlichen. Umgekehrt heißt es von den Hildegardis-Schülern: „Hast du Nöte, geh‘ zu Goethe.“ „Das ist halt wie bei guten Freunden, die sich necken“, sagt Abiturient Simon Spengler. Auch die Hildegardis-Schüler feiern ihren anstehenden Schulabschluss, ihr Motto heißt: Anonym.

In weißen Ganzkörperanzügen flanieren sie übers Schulgelände. Oberstufenkoordinator Peter Kordt weiß von der spielerischen Rivalität zwischen den Schulen, mit Exzessen wie in Köln habe das aber nichts zu tun: „Was da passiert ist unvorstellbar, eine Katastrophe“, sagt der Lehrer. Die Schüler sehen das genau so: „Was soll denn sowas? Die Motto-Woche soll doch allen Spaß machen“, findet Abiturient Morris. Neckereien zwischen den beiden Bochumer Schulen sieht auch er als rein freundschaftlich.

Schließlich kenne man sich: Die beiden Gymnasien kooperieren, teilweise besuchen Schüler beider Schulen die gleichen Kurse. „Das baut auch Rivalitäten ab“, sagt Abiturient Till. Doch ob Goethe- oder Hildegardis-Schule: Gestern waren die Abiturienten in erster Linie mit feiern beschäftigt, nicht mit irgendwelchen Rivalitäten, die sich hier in Bochum sowieso nur in harmlosen Schüler-Streichen äußern. Hippiemädchen Hannah von der Goethe-Schule hat aber noch einen Auftrag „Wir gehen jetzt durch die Klassenräume und verbreiten unsere Message“, sagt sie, grinsend, in den Händen das Pappschild mit dem Peace-Logo.

Dominik Lenze

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2016-03-17 18:01
Mottowoche, Abitur, Bochum
Bochum