Weitmarer Holz erholt sich

„Hier ist es merklich licht geworden“, sagt Förster Lothar Kühnen beim Rundgang durchs Weitmarer Holz.Er zeigt die aktuelle Situation knapp ein Jahr nach dem Pfingststurm.
„Hier ist es merklich licht geworden“, sagt Förster Lothar Kühnen beim Rundgang durchs Weitmarer Holz.Er zeigt die aktuelle Situation knapp ein Jahr nach dem Pfingststurm.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Fast ein Jahr nach dem schweren Sturmtief sind die Schäden noch immer gut zu sehen. Doch der Wald kommt wieder auf die Beine – teilweise von ganz allein.

Bochum-Weitmar.. Knapp ein Jahr ist es her, seit sich der Himmel über Bochum bedrohlich verfinsterte und eine Gewitterfront tobte, wie sie die Stadt lange nicht erlebt hat. Sturmtief Ela war gekommen und hinterließ eine Schneise der Verwüstung – auch im Weitmarer Holz. Rund sechs Monate war der Wald an der Blankensteiner Straße nach Ela gesperrt, und noch heute sind die Schäden gut zu erkennen.

„Fürs Weitmarer Holz begann damals eine neue Zeitrechnung“, sagt Stadtförster Lothar Kühnen bei einer Waldbegehung, zu der die Bezirksvertretung Südwest eingeladen hatte. Kurz nach dem Sturm war Kühnen mit seinen Kollegen vor Ort, um sich ein Bild zu machen: „Das war erstaunlich“, meint er. Umgestürzte Bäume und unpassierbare Wege boten sich dem Stadtförster. Auch die Zäune zum Wildgehege waren eingerissen. „Die Tiere hatten ein paar Tage Ausgang“, meint er. Es habe Anrufe besorgter Bürger gegeben, die meinten, die Tiere würden nicht mehr versorgt. „Aber das war nicht dramatisch. Da brauchte sich niemand Sorgen zu machen.“

Nur Spazierwege sind frei gegeben

Dass es heute im Weitmarer Holz wieder halbwegs geordnet aussieht, sei nicht allein dem Grünflächenamt zu verdanken. Kurz nach Ela seien mehrere Fremdfirmen von der Stadt damit beauftragt worden, die Wälder im gesamten Stadtgebiet wieder auf Vordermann zu bringen. Einige dieser Arbeiten würden bis heute andauern. „Ganz alleine hätten wir das nie geschafft“, so Kühnen.

Noch immer sind im Weitmarer Holz nur die Spazierwege frei gegeben – und nicht die Gebiete drum herum. Einige Läufer oder Reiter, die gerne querfeldein durchs Unterholz streifen, würden sich darüber ärgern. Der Stadtförster bittet weiter um Geduld: „Dass wir in einem Jahr überhaupt so weit gekommen sind, freut uns“, meint Kühnen. „Wir können uns nicht zerteilen.“

Erste neuen Bäume kurz nach dem Sturm

Einige kahle Stellen zeigen sich beim Rundgang. Wo früher ohnehin schon labile Pappeln standen, kam mit Ela der Kahlschlag. „Hier ist es merklich licht geworden“, so Kühnen. Das viele Holz, das nach dem Pfingststurm anfiel, habe der Stadt übrigens einiges eingebracht. „Das wurde über einen Vermittler in Dänemark weiter verkauft und ging im Container über Duisburg und Rotterdam bis nach Indien oder China. Dafür haben wir einen ziemlich guten Preis bekommen.“

Doch nicht allein die Waldarbeiter hätten für Ordnung gesorgt. Manches habe die Natur von ganz allein geregelt, so Kühnen. „Schon kurz nach dem Sturm haben sich die ersten neuen Bäume gebildet“, meint der Stadtförster. „Das macht der Wald von ganz allein.“