Weg vom Fernseher, ab ins „Endstation Kino“ in Langendreer

Der Förderverein Lieblingskino: (v.l.) Saskia Schöfer, Bernd Lammers, Serbay Demir, Johannes Thorbecke und Ulrike Nefferdorf.
Der Förderverein Lieblingskino: (v.l.) Saskia Schöfer, Bernd Lammers, Serbay Demir, Johannes Thorbecke und Ulrike Nefferdorf.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Förderverein unterstützt seit gut einem Jahr das „Endstation Kino“ im Kulturbahnhof Langendreer. Mit vielen Aktionen will man Filmfans anlocken.

Langendreer.. Das „Endstation Kino“ im Kultbahnhof Langendreer ist bei Cineasten eine echte Institution. Filmliebhaber erfreuen sich seit Jahren des ausgewählten Programms, das am Wallbaumweg 108 geboten wird. Nur leider sind es nicht so viele, die sich in den Kinosesseln niederlassen, um sich teils unbekanntere Filme im Original ohne Untertitel anzusehen.

Eine von denen, die regelmäßig vorbeischauen, ist Ulrike Nefferdorf aus Langendreer. Sie hatte Ende 2013 die Idee, einen Förderverein zu gründen. „Grundgedanke war und ist, unser Kino den Menschen in Langendreer näher zubringen.“ Mit Verwunderung hatte Nefferdorf nämlich festgestellt, dass viele im Stadtteil natürlich den Kulturbahnhof kennen, nur wenige aber das dort beheimatete „Endstation Kino“.

Muss sich ändern, dachte sich Ulrike Nefferdorf und gründete den Förderverein, dessen Vorsitzende sie nun ist. „Wir wollen die Leute weg vom Fernseher, hinein ins Kino locken.“ Mitstreiter für dieses Projekt waren schnell gefunden: Ibo Peters ist ihr Stellvertreter, Bernd Lammers Kassierer. Aktive Mitglieder sind Saskia Schöfer, Serbay Demir und Johannes Thorbecke. Letzterer sogar, obwohl er aus Recklinghausen kommt. Er ist dem guten Ruf von „Endstation Kino“ bis nach Bochum gefolgt, „weil es bei uns einfach keine vernünftigen Programmkinos gibt“. Die Qualität hat ihn voll überzeugt. Und damit das vielen anderen bald auch so geht, gibt der Förderverein, der sich Lieblingskino e.V. nennt, seit gut einem Jahr Vollgas.

Wichtiges Ziel: Studenten wieder anlocken

„An Ideen mangelt es nicht“, sagt Ulrike Nefferdorf. Vieles habe man auch schon erfolgreich umgesetzt. Etwa ein Open-Air-Kino im Stadtteil, auf dem Fußballplatz von BV Langendreer 07. „Das war super und wird am 25. Juli wiederholt“, verrät Nefferdorf. Gezeigt wird die Vampirkomödie „Fünf Zimmer, Küche, Sarg“ (Eintritt 6,50 Euro). Weitere Standorte für Kino unter freiem Himmel werden gesucht. „Doch das ist nicht so einfach“, weiß Nefferdorf, „denn die Infrastruktur ist dabei sehr wichtig.“

Regelmäßig verkauft der Förderverein Filmplakate. „Wir haben da einen enormen Fundus“, so Nefferdorf. Dazu sollen Erstaufführungen schneller ins Kino geholt werden, um aktueller zu sein. Die Jugend soll verstärkt angesprochen werden. Etwa über ein Kulturrucksack-Programm im Herbst; mit Workshops, in denen die Jugendlichen (zehn bis 16 Jahre) u.a. das Verfassen von Kritiken lernen können. Nefferdorf: „Wir wollen da gezielt mit Schulen kooperieren.“ Auch die Studenten hat Lieblingskino fest im Visier. „Die waren früher Stammpublikum bei uns“, sagt Ulrike Nefferdorf. „Da wollen wir wieder hin.“