WAZ-Leser blicken hinter Kulissen der Glitzerwelt

Geschäftsführerin Silvia Cabello (rechts) und Urgestein „Spargel“ (links) standen Spalier, als zehn WAZ-Leser im Varieté et cetera begrüßt wurden.
Geschäftsführerin Silvia Cabello (rechts) und Urgestein „Spargel“ (links) standen Spalier, als zehn WAZ-Leser im Varieté et cetera begrüßt wurden.
Foto: Pollkläsener
Was wir bereits wissen
Zehn WAZ-Leser hatten die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Varietés et cetera zu blicken. Anlass: Die Kleinkunstbühne ist seit 15 Jahren in Riemke daheim.

Bochum.. „Ist die riesig!“ Die WAZ-Leser schauen sich staunend um. So groß hatten sie sich die Küche des Kleinkunsttheaters nicht vorgestellt. Dabei wird jeder Quadratmeter benötigt: Zwei von drei et-cetera-Besuchern genießen vor oder während der Show das exzellente Essen. „Zum Glück“, sagt Chefin Silvia Cabello: „Allein von den Eintrittsgeldern könnten wir nicht leben.“

Auch dem Appetit der jährlich 25.000 Gäste ist es somit zu verdanken, dass das Varieté in Riemke überlebt hat und nach wie vor wie quicklebendig ist. Vor 15 Jahren sind Silvia und Ronny Cabello und Jörg Richter auf dem Bogestra-Gelände an der Herner Straße 299 vor Anker gegangen. Die WAZ feierte beim Jubiläum mit: Zehn Leserinnen und Leser hatten jetzt die seltene Gelegenheit, hinter die Glitzer-Fassaden zu blicken.

Ursula und Werner Sobolewski, Regina und Helmut Hofmann, Sylvia und Klaus-Ulrich Sommerfeld, Monika Völl und ihre Freundin Roswitha Arntz, Inge Gemming und ihre Begleiterin Moneta Schmidt: Fast alle WAZ-Gewinner kennen das Varieté bereits von zurückliegenden Besuchen. Um so spannender, 60 Minuten vor Showbeginn dorthin zu dürfen, wo dem Publikum gemeinhin kein Zutritt gewährt wird.

Nach dem Sektempfang geht’s zunächst auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Im gleißenden Scheinwerfer postieren sich die Leserinnen und Leser auf der Bühne. „Alles selbst entworfen und gezimmert“, weist Silvia Cabello auf das Bühnenbild hin – bei dem kräftig gemogelt wird. Ein vermeintlicher Bücherschrank entpuppt sich als Attrappe; nur die Buchrücken ragen aus der Wand.

Do-it-yourself-Prinzip

Höchste Vorsicht ist beim Gang hinter die Bühne geboten. Auf schmalen Stiegen tastet sich die Gruppe zur Garderobe und Maske, beides in einem neonbelichteten Raum untergebracht. Auch hier herrscht das Do-it-yourself-Prinzip: Für ihre Kostüme und das Make-up sind die Künstler (pro Staffel sieben bis neun) selbst verantwortlich. Bügelbrett inklusive.

Im Garten blicken die Zaungäste auf die Wohncontainer, in denen die Artisten während der zwei- bis dreimonatigen Spielzeit Quartier beziehen. Bett, Tisch, Schrank: Ein wahrer Akrobat braucht keinen Komfort. Die familiäre Atmosphäre bei et cetera ist dafür legendär.

Die verblüffend opulente Küche mit eigenen Kühlkammern, die VIP-Lounge und das Büro in ausgemusterten Straßenbahnen, ein Erinnerungsfoto mit Urgestein Spargel: Die einstündige Führung ist ruckzuck vorübergegangen. Nun wartet auf die Leser ein kostenloser Besuch der aktuellen Show „Das Chaos-Hotel“. Die schauen sich vor allem die Stammgäste mit anderen Augen an: Sie wissen jetzt, wie es hinter der Bühne aussieht.