Herne

Was hat er vor? Marcel H. redet nicht mehr mit der Staatsanwaltschaft

Leiter der Mordkommission: „So einen Mordfall habe ich noch nicht erlebt."

Im Interview erklärt Klaus-Peter Lipphaus, Leiter der Mordkommission, warum es so schwer gewesen ist, Marcel H. zu finden.
Fr, 10.03.2017, 19.13 Uhr

Im Interview erklärt Klaus-Peter Lipphaus, Leiter der Mordkommission, warum es so schwer gewesen ist, Marcel H. zu finden.

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  • Marcel H. sitzt in Untersuchungshaft
  • Obwohl er nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis abgelegt hat, schweigt er jetzt
  • Einige Fragen sind weiterhin offen

Herne. Ändert Marcel H. seine Taktik? Eigentlich hatte der Doppelmörder von Herne nach seiner Festnahme ein umfassendes Geständnis abgelegt. Darin gab er zu, Jaden (9) und Christopher W. (22), umgebracht zu haben. Doch nun ist damit offenbar Schluss.

Seit Marcel H. in Untersuchungshaft sitzt, redet er nicht mehr. „Er hat sich nicht weiter eingelassen“, sagt der Bochumer Staatsanwalt Danyal Maibaum gegenüber DER WESTEN. Das sei aber nicht völlig überraschend.

Diese Fragen sind weiterhin offen

„Es war zu erwarten, dass er schweigt“, so Maibaum. H. hat mittlerweile einen Anwalt. „Sein Verteidiger will erst einmal Akteneinsicht. Das ist normal.“ Für den Staatsanwalt gibt es trotz H.'s Geständnis aber weiterhin einige offene Fragen.

„Insbesondere zur Frage, ob das was er in der Vernehmung gesagt hat, alles stimmig ist“, so Maibaum. Offen ist etwa, ob H. sich wirklich tagelang ausschließlich in der Wohnung seines zweiten Opfers Christopher W. aufhielt. Wann es zum Prozess gegen H. kommt, ist noch völlig offen. Dem 19-Jährigen droht dabei die höchste Jugendstrafe, die es je gab.

(jp/fel)

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