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Adipositas-Tag

Was gegen Fettleibigkeit zu tun ist

07.02.2016 | 18:06 Uhr
Was gegen Fettleibigkeit zu tun ist
Adipositastag-NRW 2016 im Ruhr-Congress Bochum Auf dem Podium mit Peter Neururer ,Foto: Stefan Arend

Bochum.  Oft reicht Bewegung oder auch eine Umstellung der Ernährung nicht mehr aus. Es gibt verschiedene medizinische Eingriffsverfahren.

.Sport, gute Ernährung, hier und da eine kleine Motivation: Hilft das gegen die Kilos? Aus Sicht der Mediziner ist es komplexer: „Stellen Sie es sich doch einmal vor: Sie sind ständig hungrig“, sagte der Salzburger Medizin-Professor Karl Miller und stellte klar: „Wir befassen uns mit einer Krankheit, die unheilbar ist.“

Kontrovers und sachlich

Auf der Podiumsdiskussion zum Adipositas-Tag NRW diskutierten Miller und andere sachlich, aber auch kontrovers um die Krankheit Fettleibigkeit. Neben Ärzten hielten auch Ernährungswissenschaftler und Vertreter von Renten- und Krankenversicherungen Vorträge und Selbsthilfegruppen aus der Umgebung stellten sich im Foyer des Ruhr-Kongresses vor.

Für Martin Büsing, den Bochumer und Chef des Adipositas-Zentrums im Klinikum Vest, ist Adipositas eines der größten Probleme unserer Leistungsgesellschaft. „Die ganze Angebotsstruktur muss sich ändern: Tabak und Alkohol dürften gar nicht mehr beworben werden“, findet er. Der Chirurg führt auch Magenverkleinerungen durch. „Wir operieren aber nur die Spitze des Eisbergs“, gibt der Medizin-Professor zu bedenken. Patienten werden außerdem psychologisch, medizinisch und in Sachen Ernährung betreut – vor und nach der OP. Im Jahr würden in Deutschland rund 10.000 Operationen durchgeführt, Tendenz steigend. Deshalb sei es wichtig, Kindern Freude an Bewegung zu vermitteln.

Bewegung als ein Baustein von vielen

Genau das ist der Job der ehemaligen Siebenkampf-Weltmeisterin und heutigen Trainerin Sabine Braun vom TV Wattenscheid: „Es ist schwierig geworden, Kinder für Bewegung zu begeistern“, sagte sie. Nicht zuletzt deshalb, weil es generell schwierig sei, Kinder für irgendeinen Verein zu begeistern, seit der Unterricht bis in den Nachmittag reicht. Ernährungswissenschaftler wie Peter Gerschweski sehen die aggressive Werbung von Fast-Food-Konzernen als großes Problem. Er meint: „Wir haben verlernt, vernünftig mit Lebensmitteln umzugehen.“

Wie überaus vielschichtig das Problem ist, wurde bei der Podiumsdiskussion deutlich. Das Bewusstsein für Bewegung sei nicht mehr gegeben, klagte Ex-Vfl-Trainer Peter Neururer. „Aber jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich zu bewegen“, sagte er. Mit fünf Minuten Training am Tag sei schon einiges erreicht.

Doch Bewegung sei nur ein Baustein von vielen, entgegnete Mediziner Miller. Klaus Peitgen, Arzt aus Bottrop, fand die Aufforderung schlichtweg zynisch: „Hättest du dich früher mehr bewegt – das bringt doch nichts. Wir brauchen neue Denkmodelle“, sagte er. Und zwar solche, die angeborene, hormonelle und soziokulturelle Faktoren mit einbeziehen.

Dominik Lenze

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2016-02-07 18:06
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