Was der Kasper im Puppentheater heute so treibt
31.08.2009 | 10:11 Uhr 2009-08-31T10:11+0200Bochum. Mit den turbulenten Puppenspiel "Poli, der schräge Vogel" begann das Figurentheater der Nationen. Die Fidena ist 2009 ausschließlich der Kasper-Figur gewidmet ist. Was stellt der Holzkopf heute so an? Das soll bis zum 4. September erkundet werden.
„Mein Ehrgeiz geht auf eine bunte Jacke”, heißt es bei Shakespaere. Und wer hat sich nicht in einer stillen Minute schon einmal gewünscht, dem drögen Alltag zu entkommen, um als Puppenspieler durch die Lande zu ziehen, möglichst ein munteres Lied auf den Lippen. Nun denn, die Wirklichkeit sieht wohl etwas härter aus, doch die Sehnsucht wurde wach, als Pulcinella, der Ur-Kasper, auf der kleinen Guckkasten-Bühne erschien, um mit seinem anarchischen Witz und Haudrauf-Humor alle Etikette fallen zu lassen. Die Fidena hatte begonnen.
Festival-Chefin Annette Dabs hatte zunächst darauf aufmerksam gemacht, dass sich „der Kasper immer dann in die Köpfe der Künstler” schleiche, wenn die gesellschaftlichen Umstände das erfordern, Arbeitslosigkeit und Korruption das Bild beherrschen. „Dann haut er sofort gehörig zu”, meinte Annette Dabs, denn von Hause aus sei er ein „anarchischer Holzkopf”. Und so wäre es nicht ungewöhnlich, wenn er „einem besonders peniblen Ordnungsamt kräftig gegen das Schienbein tritt”. Spielte die Annette Dabs damit auf einen aktullen Fall an, an der Rottstraße etwa? Das mag jeder denken, wie er will.
Von neuen Nasen
Das Festival „Kasper reloaded” spürt den neuen Nasen im Kasper-Genre nach; wie sieht er heute aus, welche Turbulenzen treiben ihn in unseren Tagen voran? Doch vor den aktuellen Varianten einer alten Spielfigur enterte der Ur-Kasper die Bühne, der auf den Namen Pulichinelle hört, hier kurz Poli genannt, ein besonders schräger Vogel. Die französische Compagnie La Pendue zeigte die Eskapaden der traditionellen Kaspers auf einer historischen Holzkastenbühne. Und was war das für ein ungezogener Geselle, der da durch die Szene tobte! Eigentlich will er nur Siesta machen, doch ständig wird er dabei unterbrochen. Dadurch fuchsteufelswild geworden, greift er die vermeintlichen Ruhestörer derart drastisch an, dass Blut fließt und das Federvieh so manchen Flaum verliert. Dieser Kasper ist ein Rabauke mit einer Quäkstimme, die verblüffend an das Organ von Donald Duck in den Walt-Disney-Filmen erinnert. Die rabiate Tour, mit der sich Kasper Respekt verschafft, erinnert an die endlosen und knochenbrechenden Verfolgungsjagden von Tom und Jerry. Und von weither grüßt König Ubu, das Scheusal in Menschengestalt.
Auch das Publikum bleibt nicht ungeschoren, wenn der auftretende Hund in hohem Bogen sein Wasser lässt. Bewahrt bleiben die Zuschauer allerdings von den schier ekelhaften Gerüchen, wenn Kasper die Winde wehen lässt. Das ist dann glücklicherweise nur gespielt. Estelle Charlier und Romuald Collinet beherrschen ihr Handwerk perfekt: große Freude des Publikums im ausverkauften Prinz Regent Theater.
17:43
In der WAZ schreibt Herr Streletz zwar etwas zu dem Stück Half of Black, aber was will er uns damit sagen?
Kotzende Personen mit pubrtärem Gehabe. Was ist daran so weltbewegend?
Brauchen wir das?
Ich nicht!
Schade um die 25€ Eintrittsgeld!
17:45
Hallo Herr Streletz, ich warte sehnsüchtig auf Ihren Kommentar zu Half of Black!
Ich habe gesehen, dass Sie es gesehen haben. Bitte helfen Sie mir mit Ihrem Kommentar.
Zur Abbildung haben Sie sich ja schon durchgerungen, aber leider nicht zur Besprechung.