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Ruhr.2010

Warum "Bochum" die bessere Hymne fürs Ruhrgebiet wäre

11.01.2010 | 17:42 Uhr
Warum

Bochum. Während der Eröffnungsfeier auf Zollverein hat Herbert Grönemeyer seine neue Revier-Hymne "Komm zur Ruhr" vorgestellt. Wäre nicht sein Klassiker "Bochum" der bessere Song? Es wäre zumindest auch ein gutes Stück sympathischer Ironie.

Nun hat Herbert Grönemeyer seine dritte Revier-Hymne geschrieben: Nach dem unvergleichlichen Song über die „Currywurst”, dem unverwüstlichen Klassiker über seine Heimatstadt „Bochum” heißt es nun „Komm zur Ruhr”. Während des Festaktes auf Zollverein wurde dieser Song nicht gerade mit frenetischem Beifall begrüßt.

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Auf Zollverein hat Herbert Grönemeyer seine neue Revier-Hymne "Komm zur Ruhr" vorgestellt. Wäre nicht sein Klassiker "Bochum" der bessere Song?

 

Natürlich brauchen Songtexte keinen ambitionierten Qualitätsansprüchen genügen, doch was sich Herbert Grönemeyer für die neue Ruhr-Hymne hat einfallen lassen, umfasst betont gängiges Musikgut und höchst abenteuerliche Wort- und Satzkonstruktionen, die manchem Filigranarbeiter der deutschen Sprache vor Schreck den Atem stocken lassen. Warum konnten Songs wie „Mensch” oder „Was soll das?” oder eben „Bochum” die Gemüter der Menschen so viel stärker bewegen?

Herzensangelegenheiten

Kann das daran liegen, dass die genannten Hits „Herzensangelegenheiten” für Herbert Grönemeyer bedeuteten, aus dem höchst eigenen Impuls entstanden, und es sich bei „Komm zur Ruhr” letztlich doch um eine Auftragsarbeit handelt. Man kennt es von der Bühne her, dass Stücke, die im direkten Auftrag eines Theaters geschrieben sind, sehr oft zu den schwächeren Werken des jeweiligen Autors gehören. Weil der Druck besteht, etwas ganz Bestimmtes abliefern zu müssen.

Herbert Grönemeyer hat einmal (sinngemäß) gesagt, dass er zu Anfang nicht geglaubt habe, dass sich für „Bochum” irgendjemand über Castrop-Rauxel hinaus interessieren könnte. Und heute singt diese Hommage ganz Deutschland. Selbst in München intonieren sie, wenn Herbert dort gastiert: „Bochum, ich komm' aus Dir.”

Sympathische Ironie

Was wäre davon zu halten, wenn Essen - wie bekannt - zwar stellvertretend für das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt fungiert, „Bochum” indessen als Hymne für das ganze Revier? Ein gutes Stück sympathischer Ironie wird dazu gleich mitgeliefert.

Werner Streletz

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