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Fußball-Weltmeisterschaft

Warnung: WM-Fieber kann gefährlich werden

07.07.2010 | 06:00 Uhr
Warnung: WM-Fieber kann gefährlich werden
Jörg Kallweit zündete zuletzt Kerzen für den Sieg der deutschen Mannschaft an. Foto: Vossgraff

Bochum.Was macht der Fußball alles mit uns? Heute Abend werden wir es wieder erleben können. Ausnahmezustand, im Kalender steht unter „Mittwoch, 7. Juli“ nur dieser eine Termin: das WM-Halbfinale gegen Spanien. Dazu noch das Rahmenprogramm: Grillen, Chillen, Bierli killen.

WM-Fußball, gerade wenn Deutschland spielt, bestimmt das Leben - für 90 Minuten plus Verlängerung, je nach Feierlaune.

Der Geist ist willig, aber der Körper ist oft schwach: Experten wie PD Dr. Christoph Hanefeld, Ärztlicher Leiter des Bochumer Rettungsdienstes, warnen vor übertriebenem, exzessivem Fanverhalten. „WM-Spiele, und dabei gerade die mit deutscher Beteiligung, führen zu mehr Rettungsdiensteinsätzen“. Da geht es dann nicht nur auf der Mattscheibe heiß her, auch die Begleitumstände sind hitzig: „Das heiße Sommerwetter, der Alkohol und dazu noch das Rauchen bedeuten Belastungen für den Fußballfan“, sagt Hanefeld. Die Folgen: Schwächeanfälle, Kreislaufzusammenbrüche, sogar das Herzinfarktrisiko nehme zu. Empfehlung des Arztes: „Viel trinken, und zwar Wasser, keinen Alkohol.“

Schon bei der WM vor vier Jahren hatten die Ärzte das beobachtet. Dem Bochumer Rettungsdienst liegt eine wissenschaftliche Erhebung vor, nach der Herz- und Gefäßgeschichten bei Patienten vermehrt während der Deutschland-Spiele ‘06 aufgetreten sind. Besonders schlimm war es während der Viertelfinal- und Halbfinalspiele gegen Argentinien und Italien. Da mussten die Notärzte bis zu fünf Mal häufiger raus.

Aber Christoph Hanefeld möchte die WM gar nicht schlecht reden: „Die Fußballspiele haben auch positive Auswirkungen: Für den Menschen ist es schön, wenn er sich freut. Diese Lebensfreude. . .“ Hanefeld wird geradezu poetisch: „Die Jungs in Südafrika öffnen unser Herz.“

Der WM-Fußball beschäftigt auch die Kirchen. Zwar sagt Propst Michael Ludwig, dass nicht unbedingt mehr Gläubige in die Gottesdienste laufen, um beispielsweise für den WM-Titel zu beten. Und auch Johannes Waschk, Pfarrer aus dem Öffentlichkeitsreferat der Ev. Kirche, sagt: „Durch die Weltmeisterschaft wird keine Frömmigkeitswelle hervorgerufen.“ Thematisiert wird der Fußball dennoch.

Die Ev. Gemeinde Linden feiert am Sonntag, also am Tag des WM-Endspiels, um 18 Uhr einen „Anderen Gottesdienst“. Pastor Rolf Schuld will der Frage „Gibt es einen Fußballgott?“ auf den Grund gehen. Dieter Walter aus der Ev. Freikirchlichen Philipp-Jakob-Spener-Gemeinde hat sich bereits kürzlich im Gottesdienst fußballerisch ausgelassen - natürlich mit geistlich-christlichen Einwürfen: Jogi und Jesus - beide tauchten Seite an Seite in Gedanken auf.

„Jetzt sind alle wild auf ein weiteres Sommermärchen“, sagt Johannes Waschk. An dieser Stelle noch einmal der Rat von Arzt Christoph Hanefeld: „Bei aller Freude bitte das Wasser-Trinken nicht vergessen.“

Kirsten Simon

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Kommentare
08.07.2010
00:14
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von pater leppich | #1

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