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Verdi macht ernst

Warnstreik soll Nahverkehr treffen

02.02.2010 | 17:28 Uhr
Warnstreik soll Nahverkehr treffen

Menschen, die am kommenden Donnerstag auf den öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt angewiesen sind, sollten sich rechtzeitig um Alternativen bemühen. Die Gewerkschaft hat angekündigt, den Bus- und Bahnverkehr komplett lahm zu legen.

Jetzt macht die Gewerkschaft Verdi ernst. Geht es nach dem Willen von Geschäftsführerin Gudrun Müller vom Bezirk Bochum-Herne, sind am morgigen Donnerstag empfindliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben in der Stadt zu erwarten. „Uns bleibt leider keine andere Wahl, nachdem uns die Arbeitgeber bei den bisherigen Verhandlungen kein Angebot vorgelegt haben.” Sie rechnet mit einer Beteiligung von bis zu 3000 Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes allein in Bochum.

Außer bei der Bogestra, wo nach Angaben des Betriebsrates der Nahverkehr den ganzen Tag über betroffen sein dürfte, sind Mitarbeiter des Umweltservice Bochum (USB), der Sparkasse, der Stadtverwaltung, der Knappschaft Bahn See, der Agentur für Arbeit und der Stadtwerke aufgerufen, sich an dem Warnstreik zu beteiligen. Betroffen ist auch das Akademische Förderungswerk, dessen Großküche außer die Hochschulen auch zwölf Schulen in Bochum und Nachbarstädten Stadtgebiet mit warmen Essen versorgt. „Dadurch können sich unter Umständen Einschränkungen im Angebot oder den Öffnungszeiten ergeben ”, teilt das AkaFö mit.

Der USB teilt unterdessen mit, dass er damit rechne, dass die Bereiche Müllabfuhr, Straßenreinigung, die Wertstoffhöfe und das Eko-City-Center betroffen sein werden. Die Restmüll-, Papier- und Biosammlung falle am Donnerstag aus und werde am Samstag, 6. Februar, nachgeholt. Auch die für die Sperrmüllsammlung vereinbarten Termine entfallen wegen des Warnstreiks. Diese Termine verschieben sich um einen Tag. Die Wertstoffhöfe öffnen am Donnerstag erst um 13.15 Uhr. Der USB wird versuchen, bei entsprechender Wetterlage den Winterdienst anzubieten. Die Bogestra geht übrigens mittlerweile davon aus, dass voraussichtlich „von Betriebsbeginn bis Betriebsende keine Bus- und Bahnfahrten angeboten werden”, so das Verkehrsunternehmen.

Bei den Stadtwerken wird bei einem Streik der Kundendienst betroffen sein. Das Unternehmen teilt jedoch mit, dass der Entstörungsdienst in jedem Fall arbeiten werde auch bei Störungen im Gasnetz stünden Mitarbeiter bereit.

Verdi ruft für Donnerstag seine Mitglieder zum Treffpunkt an der Hauptververwaltung des Bezirkes an der Universitätsstraße 76. Von dort soll es in einem Demonstrationszug in die Innenstadt gehen. Vor dem Rathaus ist gegen 11 Uhr eine Kundgebung geplant, die bis gegen 12.30 Uhr, dauern soll.

Geschäftsführerin Gudrun Müller stellt klar, dass „die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der städtischen Kindertagesstätten diesmal nicht zum Streik aufgerufen sind.”

Das Akademische Förderungswerk (AkaFö), das in Bochum unter anderem die Mensa der Ruhr-Universität betreibt und pro Tag bis zu 15 000 Mahlzeiten, darunter auch für Schulen, zubereitet und ausliefert, hat für den Streiktag am Donnerstag einen Notfallplan ausgearbeitet. Die Mensa fährt ihr Angebot herunter, das Bistro bleibt in jedem Fall geschlossen. Das AkaFö will jedoch versuchen, die Versorgung der Schulen auf jeden Fall sicher zu stellen.

Michael Weeke

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