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Ruhr-Uni

Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen

14.09.2010 | 00:00 Uhr
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
Blick auf das Wäldchen neben dem Gebäude GC (Geistswissenschaften) der Ruhr Uni Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum. Noch währt an der Ruhr-Uni die vorlesungsfreie Zeit, doch eines ist sicher: Nach der „Sommerpause“ kommt das Thema „Erweiterung der GA-Reihe“ wieder auf den Tisch. Für den Neubau soll ein Waldstück abgeholzt werden.

Der im Rahmen der Campussanierung vorgesehene Ausbau der Reihe der geisteswissenschaftlichen Institutsgebäude um ein weiters G-Hochhaus am westlichen Rand des Campus ist nicht unumstritten.

Geht es nach dem Willen der Universität und der Stadt, soll für den Neubau GD das Wäldchen neben dem GC-Altbau abgeholzt werden (die WAZ berichtete). Der befürchtete Kahlschlag gefällt nicht allen Querenburger Nachbarn, und auch nicht dem AStA. Auf einer Bürgerversammlung Anfang Juli wurden die Verantwortlichen schon einmal mit dem Unmut konfrontiert.

Auf einer Linie

Anlass für das Bauvorhaben: Mit dem „Ersatzneubau GD“ soll die Sanierung der G-Reihe eingeläutet werden. Baubeginn 2011, Fertigstellung 2013. Langfristiges Planungsziel: Wenn nach Abschluss der Campussanierung in den 2020er Jahre die Uni-Bibliothek (UB) entkernt und zum Student Service Center (SSC) umgestaltet sein wird, soll der Löwenanteil des aus zwei Millionen Büchern bestehenden UB-Bestandes in die unteren Ebenen der Geisteswissenschaftsgebäude umziehen. Damit diese auch künftig in einer Linie liegen, soll der Wald dem GD-Bau weichen. Gegen einen Alternativstandort im Süden der G-Reihe (heute ein Parkplatz) sprächen Gründe des Denkmalschutzes, wurde angeführt. Dabei steht die RUB gar nicht unter Denkmalschutz. Es gibt lediglich eine Empfehlung des Denkmalschutzbeauftragten, die typische Grundstruktur nicht durch ein „deplatziertes Gebäude“ zu stören. „Die Univerwaltung will angeblichen Denkmalschutz gegen Umweltschutzargumente ausspielen. Das ist wenig glaubwürdig“, so der AStA.

Flächenkompensation

Geht es nach RUB und Stadt, wird GD also am besten in den Wald neben GC gebaut. Einen „massiven Eingriff in Natur und Landschaft“ räumen die Planer selbst ein; „es werden unversiegelte Freiflächen, zum Teil auch Waldflächen, die bislang im Landschaftsschutzgebiet lagen, in Anspruch genommen“. Allerdings könnten diese Eingriffe durch Ausgleichsmaßnahmen und Wiederaufforstung „auf geeigneter Fläche im Umfeld“ kompensiert werden.

Da das für den GC-Bau ausgeguckte Grundstück nicht vollständig auf Universitätsgelände liegt, braucht das Vorhaben die Zustimmung des Rates. Alle vorgebrachten Anregungen würden geprüft, so Stadtbaurat Ernst Kratzsch. Die Entscheidung, ob Anregungen berücksichtigt oder abgewiesen werden, treffe der Rat beim Satzungsbeschluss.

Alternative Vorschläge

Alternativvorschläge gibt’s auch. So haben Querenburger Bürger in ihren schriftlichen Einwendungen gegen den B-Plan darauf hingewiesen, dass nach der Campussanierung das zuletzt sanierte Gebäude auf der südöstlichen Reihe (NC) leer stehe, es könnten z.B. Fakultäten aus dem G-Gebäude dort einziehen, das GA stünde dann für die neue Uni-Bibliothek zu Verfügung. „Exzellenz einer Universität zeigt sich in Lehre und Forschung, aber auch in der Pflege der Ergebnisse ihres Tuns, also auch in der Pflege der Umwelt; in diesem Fall die Umwelt, in die diese Universität eingebettet ist“, heißt es in einer Bürger-Eingabe an die Stadt, die der WAZ vorliegt.

Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens wird es im Rahmen der Öffentlichen Auslegung eine zweite Bürger-Beteiligungsrunde geben. Wann das sein wird, steht noch nicht fest.

Jürgen Boebers-Süßmann

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Kommentare
24.11.2010
22:36
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von rotwang | #16

@#5: Also ich hab als Geisteswissenschaftler auch schon Vorlesungen im allerletzten Biologie-Hörsaal gehabt, da in unseren eigenen kein Platz mehr war. Und das ist nicht nur einmal vorgekommen, sondern über etliche Semester hinweg. Ein Hin- und Herlaufen ist an dieser Uni quasi für alle Geisteswissenschaftler Usus.

16.09.2010
10:08
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von UlliWeber | #15

Zitat: Aber nach meinem Studium werde ich diese häßliche Stadt so schnell wie möglich verlassen.
Solche Sätze sollten zum Nachdenken anregen. Tun die aber leider nicht.

15.09.2010
12:53
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von Nachdenklich24 | #14

Es ist wirklich erstaunlich, wie locker unsere Politiker mit unserem Geld umgehen.

Warum soll denn ein neues Gebäude gebaut werden, wenn ein vorhandenes genau so gut genutzt werden kann und lediglich ein paar preiswerte Schilder aufgestellt werden müssen?

Was würden die Politiker wohl tun, wenn es dabei um ihr eigenes Geld ginge? Also, ich weiß, was jedes Wirtschaftsunternehmen machen würde!

.

14.09.2010
23:13
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von HubertVomHellweg | #13

Die Uni muss leben.

14.09.2010
22:49
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von blablablabla | #12

Der Wald ist das einzig schöne an der Uni. Damit geht ein großes Stück Lebensqualität in Querenburg verloren. Diese häßlichen Betonbauten an der Uni und im Unicenter verschandeln das ganze (eigentlich sehr schöne) Landschaftsbild. Die Lage an sich ist für eine Uni schön, aber die Architektur ist grauenhaft. Und obwohl ich den ASTA als realitätsfremde Vorstadtkinder ablehne, so hoffe ich, dass er sich diesmal durchsetzt.
Aber nach meinem Studium werde ich diese häßliche Stadt so schnell wie möglich verlassen.

14.09.2010
21:20
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von Nun Steht es aber | #11

Ja da sieht man mal wieder den Bericht die versiegelung Bochum soll gestoppt werden und dann wir ein Wald abgeholzt für ein Uni Bau.
An der Uni sind genug versiegelte Flächen da kann man bauen am besten auf Stelzen dann kann man dadrunter noch Parken.
Der Parkplatz im Süden von der G Reihe ist groß genug oder gleich das marode Parkhause West abreisen. Was allein die Baustützen und Bauzäune kosten um den Bau abzusichern?

14.09.2010
12:35
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von Grummer1971 | #10

Wenn wenigstens an anderer Stelle konsequent hässliches Bochum abgerissen werden würde, und durch Grün erstetzt werden würde. Jedes Jahr verlassen fast 2000 Einwohner diese Stadt (demographischer Wandel bereits abgezogen).
Warum wird trotzdem in dieser Stadt alles weiter zersiedelt ???

14.09.2010
12:35
Blockierter Kommentar.
von Grummer1971 | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.09.2010
12:35
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von Grummer1971 | #8

Wenn wenigstens an anderer Stelle konsequent hässliches Bochum abgerissen werden würde, und durch Grün erstetzt werden würde. Jedes Jahr verlassen fast 2000 Einwohner diese Stadt (demographischer Wandel bereits abgezogen).
Warum wird trotzdem in dieser Stadt alles weiter zersiedelt ???

14.09.2010
11:30
Waldstück soll neuem Uni-Hochhaus weichen
von Meckerlein | #7

Wann wachen wir Bochumer endlich auf !! Hier wird ein Baum nach dem anderen gefällt unter fadenscheinigen Begründungen und keiner tut was dagegen. Wer verdient eigentlich daran !!
Fragt das doch mal öffentlich !!!!!!

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