Von der Coverband zur Echo-Nominierung
11.03.2011 | 16:36 Uhr 2011-03-11T16:36:00+0100
Bochum.1300 Besucher feierten die Iserlohner Band „Luxuslärm“ bei ihrem Doppelkonzert in der Christuskirche. Die Fans standen auch ohne E-Gitarren unter Strom.
Ungezählt sind die Coverbands, die landauf, landab Kneipen, Vereinsheime und Stadtfeste rocken und von der großen Karriere träumen. „Blue Cinnamon“ gehörte jahrelang dazu – bis Produzent Götz von Sydow 2006 auf die Sauerland-Truppe aufmerksam wurde. Es war der Beginn eines Musikmärchens. Die Iserlohner schrieben fortan eigene Stücke – und damit eine rare, aber wahre Erfolgsgeschichte. Als „Luxuslärm“ spielen die Iserlohner heute in einer Liga mit Juli, Silbermond oder Wir sind Helden. Warum, stellten sie in dieser Woche an zwei Abenden in der Christuskirche unter Beweis.
Erstmals sind Sängerin Janine „Jini“ Meyer, Jan Zimmer (Schlagzeug), David Rempel (Keyboard), Eugen Urlacher (Bass) und Henrik Oberbossel (Gitarre) auf Akustik-Tour. In der außergewöhnlichen Kulisse des Kirchenschiffes stimmten die Luxuslärmer am Donnerstag und Freitag vor insgesamt 1300 Besuchern meist leisere Töne an. Was auf den bisher zwei Alben und auf der Rockbühne fetzig und energiegeladen daherkommt, verwandelt sich in der Akustik-Version in eher ruhig vorgetragene Kompositionen. Wirbelwind Janine Meyer hat zwar mächtig Mühe, auf dem Hocker zu verharren. Ihr stimmliches Volumen kommt pur aber noch besser zur Geltung. Höhepunkt: die Ballade „Unsterblich“, bei der die bezaubernde Jini vom ebenso famosen Tastenmann Dave begleitet wird. In einer bemerkenswerten Interpretation von Bill Withers’ Klassiker „Ain’t no sunshine“ deutet die Gruppe auch ihr internationales Format an. Schlusspunkt: „1000 Kilometer bis zum Meer“, der bislang größte Luxuslärm-Hit, mit dem 2008 alles begann und bei dem sich Janine endlich austoben darf.
Die Fans stehen auch ohne E-Gitarren unter Strom, jubeln, als die Band am Donnerstag bekannt gibt, für den Musikpreis „Echo“ nominiert zu sein („Wir können’s kaum glauben!“), und feiern die Fünf mit Standing Ovations.
„Etwas bleibt“, singt Janine Meyer in einem der vielen großartigen Moment. Stimmt.

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