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Nach Raubüberfall

Vom Kleiderschrank-Versteck ging es ab in die U-Haft

17.02.2009 | 16:54 Uhr

Die klassische Filmszene mit dem Kleiderschrank, in dem sich ein Tatverdächtiger versteckt hat und der dort von der Polizei erwischt wird, ereignet sich auch im realen Leben. Ein Bochumer (20) hat sie im Oktober 2008 erlebt, als man nach ihm mit Haftbefehl gesucht hatte. Wegen eines Raubüberfalls.

Seitdem sitzt der Bochumer in U-Haft. Seit Dienstag muss er sich vor dem Bochumer Landgericht verantworten.

Der wegen eines Edelmetalldiebstahls (10 000 € Beute) heftig vorbestrafte Mann soll am 10. Oktober 2008 mit zwei - noch flüchtigen - Kumpels in eine Herner Wohnung gestürmt und dort von mehreren Personen Geld und Drogen zu erpressen versucht haben. Seine Kumpels sollen eine Gaspistole dabei gehabt und einem Opfer ein Messer an den Hals gehalten haben. Beute: Drogen, eine Uhr, ein Handy, eine Kette, ein Armband. Der berufs- und ausbildungslose Angeklagte sagt aber, er sei damals bloß mitgefahren; ohne zu wissen, worum es ginge.

Weitere Verfahren

Der Mann, lange Zeit ein sehr aktiver Amateurfußballer, hat noch weitere Verfahren wegen Diebstahls im Nacken: u.a. wegen eines Einbruchs im Gymnasium am Ostring (Laptop erbeutet). Alle Vorwürfe bestreitet er aber.

Seine frühere Strafe wegen des Metalldiebstahls (ein Jahr Jugendstrafe auf Bewährung) soll er übrigens absitzen. Weil er die Bewährungsauflage (Sozialstunden) in den Wind geschlagen hatte, nahm die 3. Strafkammer die Strafaussetzung zur Bewährung zurück. Dagegen hat sich der Täter beim Oberlandesgericht Hamm beschwert. Eine Entscheidung ist noch offen.

Wovon er denn zuletzt vor seiner Verhaftung gelebt habe, fragte Richter Johannes Kirfel den Angeklagten. "Von Mama", lautete die Antwort. Als er das sagte, lächelte der 20-Jährige ins Publikum zu seiner Familie, als hätte er etwas Lausbübisches angestellt.

Bernd Kiesewetter

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