Vom Freizeitwert der Gewerbebrache
24.08.2010 | 17:25 Uhr 2010-08-24T17:25:00+0200
Bochum. Der Künstler Matthias Schamp greift den Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch in einem offenen Brief an. Er äußert Kritik am neuen Zaun neben dem Riff. Dieser umschließt eine Gewerbebrache , der Schamp Freizeitwert unterstellt.
Seiner zuerst verbal geäußerten Kritik an dem im Frühjahr errichteten Zaun um die Brache neben der Riffhalle/Katholikentagsbahnhof (die WAZ berichtete) ließ der Bochumer Künstler Matthias Schamp nun einen offenen Brief an den Baudezernenten Ernst Kratzsch folgen. Der widersprach unverzüglich.
Im Brief heißt es (Auszüge): „Der Zaun [hindert] völlig unnötigerweise die Bürger, das Gelände zu betreten und sich an seiner Pflanzen- und Tierwelt zu erfreuen. Zum anderen ist er eine Geldverschwendung – für eine so klamme Kommune wie Bochum geradezu ein Schildbürgerstreich. Die dafür aufgewendete Summe (ich schätze zwischen 50 000 € und 100 000 €) ist im Grunde eine Verhöhnung jeder sozialen und kulturellen Initiative, die sich in den vergangenen Monaten wegen einer geringfügigen Summe an die Stadt gewandt hat und mit Hinweis auf die schlechte Haushaltslage abgewiesen wurde.“
Drogenkonsum auf der Brache
Die von der Stadt in der Replik auf seine verbale Beschwerde genannten Gründe will er nicht gelten lassen. Vor allem die Nutzung des Geländes durch Drogenabhängige wurde seitens der Stadt ins Feld geführt. Schamp: „Tatsächlich liegen an einer nur schlecht zugänglichen Stelle Spritzen, wie sie sich z. B. auch im Kortum-, West- oder Stadtpark finden lassen. Doch durch die Abriegelung findet ja nicht weniger Drogenkonsum statt, sondern dieser wird lediglich an andere Stellen verlagert.“ Er halte die Aussage ‘bei der Stadt liegt die Sicherungspflicht’ als Begründung für den Zaun für falsch.
Seit er seinen Unmut bekundet habe, hätten sich mehrere Bürger an ihn gewandt, schreibt Schamp. Über den Wert der Brache urteilt bezogen auf Flora und Fauna: „ Dies alles stellt in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt einen immensen Freizeitwert dar, der grundlos zunichte gemacht wurde.“ Schamp weiter: „Auch als Wissenschaftler habe ich mich (...) mit innerstädtischen Brachflächen beschäftigt. So haben im Fachbereich Bildende Kunst, in dem ich tätig war, Architekturstudenten der TU Berlin 2009 in einem Seminar zum Thema „Brache“ den Freizeitwert derartiger Flächen erforscht und sind zu dem Ergebnis gekommen, das dieser tatsächlich sehr hoch ist.“
Keine öffentliche Grünanlage
Seitens der Stadt wurde bestätigt, dass der Zaun die Wirtschaftsförderung „knapp 50.000 Euro“ gekostet habe und ursprünglich schon im Oktober 2009 gebaut werden sollte. Der Leiter der Wirtschaftsförderung, Heinz-Martin Dirks, kritisierte Schamps Aufrechenen mit dem Geld für Kultur und verteidigte den Bau auch als Schutz des Publikums der Veranstaltungsorte.
Baurat Dr. Ernst Kratzsch - eigentlich im Urlaub - kündigte eine offizielle Stellungnahme an, betonte aber, dass es sich um ein privates Grundstück handele, das sich im Besitz der Stadt befinde und deshalb zu sichern sei. Keineswegs sei die Gewerbebrache eine öffentliche Grünanlage.

08:58
@1 für so ein Auftrag muss es keine Ausschreibung geben.Es gibt einen Firmenkatalog wo die Stadt die Aufträge Vergeben kann.Und der Betrag ist nicht Ausschreibuhlich Pflichtig..
@7 es gibt ja noch wichtige Ding als Kindergarten Betreung.Für die Betreuung Zahlen Sie doch den Kindergartenplatz und wenn er Kirchlich ist dann hat die kirche dafür zu tragen und nicht die Stadt.
13:58
Für wichtige Dinge z.B. Kindergarten-Betreuung von Unter-3-Jährigen ist zu wenig Geld da, aber 50.000 Euro für solch einen beschissenen Zaun bekommt man! Das sollte mal hinterfragt werden; es gibt doch eine Haushaltssperre und dann diese Ausgabe?Hat da einer mit Vitamin B einen Hustenanfall gehabt, der so behandelt werden musste?
10:05
@5
haha!
ein riff besucher auf abwegen!
spritze im fuß!
wo liegen denn die spritzen jetzt rum?
wird da auch umzäunt?
oder wirkt das teure zäunchen wie ein kalter entzug?
09:36
Alle die hier jetzt schreien hätten um so lauter geschrien, wenn sich nachts ein Riffbesucher auf Abwegen eine infizierte Spritze in den Fuß getreten hätte. Dann hätten alle nach der Sicherungspflicht der Stadt gerufen.
Leute - haltet doch mal den Ball flach. ich halte wirklich nicht viel von unserer Sadtverwaltung. Aber hier ist sie (wenn auch spät) endlich mal ihren Verpflichtungen nachgekommen.
01:18
hat sich der lidl wohl beschwert...merke : der zaun wurde aus mitteln der wirtschaftsförderung (!) bezahlt. hätte man auch ein start-up-unternehmen auf der brache mit fördern können.
a propos zaun - preisfrage :
wie lange steht der als provisorische absicherung errichtete bauzaun um die christuskirche ?
a) 1/2 jahr
b) 2 jahre
c) über 8 jahre ?
22:38
ich werd mir die tage mit den anderen kollektas das gelände mal genauer angucken.
21:45
nur mit meine rächtschraipkenntnisse iss leida nich so weit her. juppa!
20:27
der schamp hat recht.
fünfzig riesen von der pleite-stadt rausgehauen für: nix!
überhaupt iss die ganze stadt vollgestellt mit diesen häßlichen gittermatten zäunen.
war denn der auftrag wenigstens ordentlich ausgeschrieben?
welche firma wurde beauftragt?
inwiefern iss denn das gelände jetzt gesichert?
jedenfalls kann sich jetzt jeder halbwegs sportliche ungestört auf dem gelände den mohn-(pflanzen) widmen.
der baurat bliebe zum wohle der stadt besser im urlaub.