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Volle U 35 ist für Studenten in Bochum ein Dauerbrenner

26.01.2015 | 10:00 Uhr
Volle U 35 ist für Studenten in Bochum ein Dauerbrenner
Volle Bahnsteige auf der Linie U 35 gehören besonders morgens während der Stoßzeiten zum Alltag.Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Überfüllte Bahnen auf der Campus-Linie werden vom akademischen Nachwuchs heiß diskutiert. Manche finden es unzumutbar, andere sehen es gelassen.

Die digitale Bahnhofsuhr zeigt „9:43“ Uhr an. Mit einem Rauschen aus dem Tunnel kündigt sich die U-Bahn an. Auf dem Bahnsteig setzen sich dutzende Beinpaare hektisch in Bewegung. Das Gedränge um die besten Plätze vor den Türen beginnt. Fahrgäste kämpfen sich durch die Menschen-Traube aus der Bahn heraus, dann strömt die Masse hinein. Nach rund 30 Sekunden fährt die volle Bahn weiter – einige Fahrgäste müssen jedoch draußen bleiben.

Szenen wie diese gehören in der U 35 zum Alltag. Zumindest werktags müssen die Fahrgäste zu den Spitzenzeiten (morgens zwischen sieben und circa zehn Uhr, nachmittags an der Uni zwischen 15 und 17 Uhr) mit überfüllten Bahnen und Wartezeiten rechnen.

Bis zu 90.000 Fahrgäste pro Tag

Die meistgenutzte Bochumer Bahn-Linie befördert werktags bis zu 90.000 Fahrgäste. Viele von ihnen sind Studenten, die zwischen Hauptbahnhof und Ruhr-Universität pendeln. Ihre Zahl kann die Bogestra nur schwer schätzen. In den vergangenen zwei Jahren dürften es durch die steigenden Studierendenzahlen aber nochmals mehr geworden sein, vermutet Uni-Sprecher Jens Wylkop. „Seit dem Wintersemester 2012/13 hat sich die Studierendenzahl von 39.000 auf aktuell 42.700 erhöht, was sich auch auf die Campus-Linie auswirkt.“

Dass die U 35 immer mehr aus allen Nähten platzt, wollen während der Bahnfahrt zur Uni aber längst nicht alle Studenten bestätigen. Auf WAZ-Nachfrage sind die Meinungen im Abteil – das übrigens alles andere als überfüllt ist – gemischt. Manch einer ist von den vollen Zügen so genervt, dass er Tricks anwendet, um einen Sitzplatz zu ergattern. „Ich fahre manchmal erst eine Station in die andere Richtung und steige dort dann wieder um“, verrät Student Kai Ruhnau. Andere sehen die Situation dagegen gelassen. Die Verbindung sei nicht schlechter als noch vor zwei Jahren und die Wartezeiten seien nur zu Beginn des Semesters besonders lang, sagen viele.

Schnellere Taktung nicht möglich

Auch die Bogestra sieht durch Weichenstellungen in der Vergangenheit derzeit keinen akuten Handlungsbedarf für die U 35. „Seit dem Wintersemester 2012/13 setzen wir am Hauptbahnhof und der Universität zu den Stoßzeiten verstärkt stationäre Kundenbetreuer ein. Sie helfen beim Einstieg und sorgen für einen schnelleren Betriebsablauf“, erläutert Sprecher Christoph Kollmann die jüngste Maßnahme auf der Campus-Linie.

Zudem habe die Bogestra vor einigen Jahren rund zehn Millionen Euro in sechs neue Züge investiert. Durch diese zusätzlichen Fahrzeuge könnten die Bahnen zu Spitzenzeiten im Takt 3-3-6 fahren, also alle drei, bzw. sechs Minuten. Mehr sei – auch in finanzieller Hinsicht – derzeit nicht machbar. Bei allen Planungen rund um die U 35 müssten immer auch die Auswirkungen auf den Gesamtverkehr auf der Universitätsstraße berücksichtigt werden, der die Campus Linie kreuzt.

Die Studenten werden sich weiterhin mit der Campus-Linie in gewohnter Form arrangieren müssen. Bis sich am gesamten Mobilitätskonzept der Ruhr-Uni etwas ändert, dürfte noch einige Zeit vergehen.

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Kommentare
21.02.2015
12:51
Bahnhof RUB ist zu klein
von reeper2 | #9

Das Hauptproblem ist doch, daß der U-Bahnhof "Ruhr-Universität" nur für Doppeltraktion ausgelegt ist. Merkwürdigerweise sind die unterirdischen...
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1 Antwort
Volle U 35 ist für Studenten in Bochum ein Dauerbrenner
von ruhri66 | #9-1

Ein unterirdischer Bahnhof, nämlich "Waldring", ist auch zu kurz, besitzt allerdings noch Rohbau-Abschnitte, die man entsprechend ausbauen könnte.

Die Logik dahinter ist natürlich die, dass alle Bahnsteige zwischen "Schloss Strünkede" und "Oskar-Hoffmann-Straße" nach dem ursprünglichen Stadtbahnstandard gebaut worden waren. Bei der Verlängerung der Strecke ist man dann, vermutlich aus Kostengründen, von diesem Standard abgewichen, wobei halt "Waldring" zumindest im Rohbau seine 90 m hat. Die Haltestelle "Markstraße" dürfte davon abweichend so lang gebaut worden sein (ca. 120 m), um die namensgebende Straße mit ihrer Bushaltestelle und außerdem die Gesamtschule anbinden zu können.

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Volle U 35 ist für Studenten in Bochum ein Dauerbrenner
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http://www.derwesten.de/staedte/bochum/volle-u-35-ist-fuer-studenten-in-bochum-ein-dauerbrenner-id10267292.html
2015-01-26 10:00
Bochum, U35, Bogestra, ÖPNV, Campus-Linie, RUB
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