Vierbeiner erhitzen die Gemüter
25.11.2008 | 13:40 Uhr 2008-11-25T13:40:00+0100
Bochum. Im Weitmarer Holz spitzt sich die Situation zwischen Hunde-Haltern und Nicht-Hunde-Haltern zu. Die Fronten zwischen beiden Parteien scheinen verhärtet. Beschwerden sind beim Ordnungsamt an der Tagesordnung.
Nach Auskunft des Ordnungsamtes wurden in diesem Jahr bislang 201 Verwarngelder in Höhe von 25 bis 35 Euro ausgesprochen, weil Hunde nicht angeleint waren.
In 16 Fällen wurden Hundehalter mit 35 Euro zur Kasse gebeten, weil sich ihr Vierbeiner verbotenerweise auf Spielplätzen rumgetrieben hat. Zehnmal wurden Herrchen mit einer Strafe von 35 Euro belegt, weil sie den Kot ihrer Hunde nicht beseitigt haben. „Das ist ein unsägliches Problem”, heißt es aus dem Ordnungsamt. Allerdings sei es schwer, die entsprechenden Hundehalter festzustellen. „Da müssen wir die Hunde schon bei der Tat ertappen.”
Für die einen ist es der beste Freund und treue Wegbegleiter – für die anderen der größte Feind und ärgerliches Hindernis: Am Hund scheiden sich offenbar die Geister. Insbesondere rund um das Weitmarer Holz häufen sich in den vergangen Wochen die Stimmen, die darauf schließen lassen, dass es zwischen Hunde-Besitzern und Nicht-Hunde-Besitzern kein friedliches Miteinander gibt. Nicht nur die Temperaturen, auch die Stimmung ist in diesen Tagen im Bochumer Süden im Keller. Eltern haben Angst um ihre Kinder, „Herrchen” fühlen sich und ihre Vierbeiner diffamiert: Die Fronten zwischen beiden Parteien sind, so scheint es, verhärtet.
Im Mittelpunkt des Zwistes stehen unangeleinte Vierbeiner: WAZ-Leser Andreas R.* hatte berichtet, zwei frei laufende Hunde hätten versucht, seinen Kindern die beim Waldspaziergang gesammelten Stöcke zu entreißen. Weder das Rufen der Hundehalterin, die knapp 30 Meter dahinter war, noch die Eltern hätten die Hunde davon abhalten können, nach den Stöcken der Kinder zu schnappen. „Erst, als unsere Kinder die Stöcke völlig verängstigt haben fallen lassen”, so Andreas R.. Dieses unschöne Erlebnis hätte bei seinem Nachwuchs Spuren hinterlassen. „Bei jeder Begegnung mit einem noch so kleinen Hund flüchten die Kinder neuerdings weinend zu uns.”
Die betroffene Hundehalterin spricht von einer „unglücklichen Situation” und beteuert gegenüber der WAZ, sie habe sich „eine Million Mal entschuldigt”. Dies hätten die Eltern jedoch kaum interessiert. „Die haben sich immer mehr in ihre Beschützerrolle hineingesteigert und gefielen sich offensichtlich darin”, bedauert Christa M.*, die mit ihrem Rhodesian Ridgeback zweimal täglich im Weitmarer Holz ihre Runden dreht. Seit dem Vorfall mit der Familie sei sie „sehr verunsichert” und halte ihren Hund fast nur noch an der Leine.
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Dabei wäre dies laut Landeshundegesetz eigentlich nicht notwendig: Dieses sieht vor, dass Vierbeiner in „der Allgemeinheit zugänglichen Park-, Garten- und Grünanlagen” an der Leine zu führen seien – nicht jedoch in Wäldern wie dem Weitmarer Holz. Dort greift das Landesforstgesetz, welches besagt, dass Hunde dort, solange sie nicht im Unterholz Wild aufstöbern, frei herumlaufen dürfen.
„Allerdings müssen die Tiere dabei kontrolliert sein und dürfen niemanden gefährden”, erläutert Dieter Pech vom Bochumer Ordnungsamt. Der Sachgebietsleiter ist sich jedoch bewusst, dass dies in der Praxis nur schwer zu überprüfen ist. „Gut wäre es, wenn auf beiden Seiten etwas Vernunft herrschen würde.” Das dem jedoch nicht so ist, würden die zahlreichen Beschwerden über freilaufende Hunde belegen. „Das ist bei uns Tagesgeschäft. Der eine oder andere fühlt sich immer gefährdet oder belästigt.” Zwar versuche man durch regelmäßige Kontrollgänge vor Ort Präsenz zu zeigen, doch Pech weiß auch, dass die knapp 30 Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes „nicht immer überall präsent sein können”.
„Rechtsfreier Raum”
Bernd S.*, der in unmittelbarer Nähe zum Weitmarer Holz wohnt und dort regelmäßig joggt, geht sogar soweit, den Wald als „rechtsfreien Raum” zu bezeichnen. „Hier ist man völlig auf sich alleine gestellt”, sagt Bernd S., der aus diesem Grund mittlerweile sogar eine Dose Pfefferspray zugelegt hat, die er beim Joggen mitnimmt, um aufdringliche Vierbeiner abzuwehren. Auch wenn nicht alle Hundebesitzer über einen Kamm scheren will, steht für ihn fest: „Es besteht Handlungsbedarf.”
* Namen sind der Redaktion bekannt
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21:55
Ein Hund der am Stöckchen zerrt, wird nicht die Anarchie ausrufen.
Er zerrt lediglich am Stöckchen und strebt bicht nach der Weltmacht
Es sind nur Hunde......
23:23
Hallo,
ein Hund der einem Menschen oder Hund irgend etwas wegzunehmen versucht , hat keinen Respekt vor seinem Halter . Im Zweifel wird er zubeißen , da er ja entscheiden kann , der Hundeführer ist bei solchen Hunden nicht in der Lage seinen Hund unter Kotnrolle zu halten .
15:32
Ein großer und auch noch schwarzer Hund hat´meinem Sohn ein Eis aus der Hand geklaut!
Zuerst hat er sich erschrocken, als er aber das wir über lachten, lachte er mit.
So gehts, er hat keine Angst entwickelt, weil wir sie ihm nicht suggerierten.
Hunde gehören doch zu uns, seit Jahrtausenden!
Sie sind nicht unsere Feinde.
Ein Hund der am Stock zieht, tuit das nicht , um Kinder und Eltern zu erschrecken.....er hat nur Spass in der Natur, dass schadet dch dem Kind nicht!
15:25
Was ist denn passiert?
Ein Hund hat am Stock gezogen, den ein Kind in der Hand hielt und nu?
Sind wir Menschen mittlerweile so Naturfremd, das wir damit nicht umgehen können, ohne eine Therapie machen zu müssen?
Es handelte sich nicht um einen wilden Löwen, sondern um einen Haushund, der in der Regel Kinder nicht als Feindbild sieht!
Menem kleinen Neffen hat mal ein großer Hund einen Keks aus der Hand geklaut!
Zuerst hat der Kleine( 2,5Jahre) sich erschrocken.
Als er aber sah, dass wir darüber lachten, war er auch ganz unverkrampft und lachte mit.
Hysterie ist sicherlich nie gut und für die Enwicklung nicht förderlich.
Ein weniger verkrampfter Umgang mit der Natur wäre für beide Seiten besser.
Ein Hund schnappt nach einem Stock, das ist doch nichts dramatisches, oder?
Schließlich schnappte er nicht nach dem Kind.
Worüber regen wir uns also auf?
22:48
um menschen die keine hunde mögen, sollte man einen bogen machen...
und dieses hunde versus kinder gequatsche nervt nur..
20:53
@ lorbas Ich leine meinen sehbehinderten Hund an, weil er fast blind ist . Er läuft sonst vor Bäume, Zäune , Menschen . Außerdem läßt er sich nicht gerne anfassen, weil er die Situation nicht mehr abschätzen kann und unsicher reagiert und daher evtl. auch schnappen könnte . Das hat er , als er noch jünger und sehend war nie getan . Nun ist er aber alt und fast blind . Um ihn und Menschen zu schützen ist er angeleint . Es gibt nämlich nette Spaziergänger die meinen, jeden fremden Hund anfassen und streicheln zu müssen . Da könnte er zuschnappen weil er durch den Verlust der Sehkraft unsicher geworden ist , daher ist er an der Leine . Also kein Grund mich als merkwürdigen Menschen hinzustellen . Außerdem war er auch vorher immer an der Leine im Weitmarer Holz , eben aus Rücksicht . Freilauf bekommt er woanders . Ich bin der Meinung, Kinder haben immer Vorrang, und finde es fast unverschämt Leuten vorzuwerfen, das ihre Kinder nicht richtig auf Hunde reagieren . Das müssen sie auch nicht , wenn Hunde die Kinder und andere Menschen nicht belästigen würden .Ein gut geführter Hund ist in jeder Situation unter Kontrolle des Hundeführers .Daher darf es zu solchen Situationen nicht kommen. Das wird aber immer wieder passieren , weil die wenigsten Hunde gut geführt werden .
adc
19:31
@26 Der Hund ist ca. 25.000 Jahren treuer Diener und Begleiter des Menschen. In dieser Zeit haben sich seine Aufgaben vielfach geändert. Wissenschaftlich ist inzwischen Bewiesen, dass der Hund die Stimmung und Gefühle des Menschen schon aus einiger Entfernung und sehr präzise erkennen kann. Daraus resultiert, dass einige Menschen auch angebellt werden - Menschen schreien, Hunde bellen. Abgesehen von scharf gemachten Kampfhunden wird der Hund dem Menschen auch nichts antun oder gar beissen. Wohl aber bellen um seinen Unmut zu äußern. Ist doch sehr rücksichtsvoll vom Hund, den seine eigentliche Körpersprache, mit denen er mit seinen Artgenossen kommuniziert würden doch nur die wenigsten Menschen verstehen.
Zum Glück für die Hunde sind die meisten Menschen in den meisten Regionen Hunden gegenüber mehr aufgeschlossen. In dieser Disziplin ist Bochum auf den letzten Plätzen zu finden.
18:52
@ #22: So weit ist es also schon. Der Mensch muss sich dem Tier unterordnen und soll zuerst versuchen, den Hund zu verstehen. Warum soll hier eine Pflicht des Menschen bestehen, sich in das Tier hineinzuversetzen? Traurig, dass die tierischen Belange denen des Menschen mittlerweile schon dermaßen vorgezogen werden. Zuallererst geschützt und verstanden gehört der Mensch. Und dass dreijährige Kinder vor einem Hund, der sie womöglich bellend belästigt und am Stock zerrt, Angst haben, wird in Teilen unserer Gesellschaft anscheinend auch nicht nachvollzogen und verstanden. Gehen Sie doch mal in den Kindergarten, um die Ängste eines kleinen Kindes zu verstehen, bevor Sie sich zu einem solchen (fast schon menschenverachtenden) Kommentar hinreißen lassen.
18:20
#24gisel
Warum haben Sie denn auch einen so lieben Hund. Hätten Sie ein American Stafford, hätte das Ehepaar aber die Schnäbel gehalten.
16:52
Ich war nur einmal mit meinem Hund einen Golden Retriever im Weitmarer Holz spazieren . Nie wieder! Ich wurde dermaßen von einem Ehepaar niedergemacht, nur weil mein Hund sich erlaubt hatte einmal zu bellen als er das erste mal in seinem jungen Leben (2Jahre) Wildschweine gesehen hatte. Das Kind das die beiden dabei hatten, anscheinend das Enkelkind hätte überhaupt nicht geweint, wenn die nicht so mit mir herumgeschrien hätten. Mein Hund war ganz eingeschüchtert durch das Geschrei. Leider werden immer alle Hundehalter in einen Topf geschmissen. Nie wieder Weitmarer Holz. Unser Hund ist mittlerweile 5 Jahre und hatten noch nirgends Probleme weder im Urlaub noch bei meinen täglichen Spaziergänge. Das hört man nur vom Weitmarer Holz . Wenn jeder ein bischen Rücksicht nehmen würde und die Kinder ein bischen anders erzogen würden gäbe es keine Probleme. unsere Enkelkinder 3 und 5 Jahre haben in unserem Hund den besten Freund.