Verstöße gegen Rechte von Mitarbeitern

Immer häufiger brauchen Beschäftigte in Hotels, Restaurants und Backbetrieben Hilfe bei Streitigkeiten mit dem Chef. Das geht aus der Rechtsschutzbilanz der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ruhrgebiet hervor. „Im vergangenen Jahr sind wir in der Region in 497 Fällen aktiv geworden, weil Arbeitgeber gegen Mitarbeiterrechte oder Arbeitsverträge verstoßen haben“, sagt NGG-Geschäftsführerin Yvonne Sachtje. „Hinzu kamen 800 telefonische Beratungen. Dabei ging es hauptsächlich um unberechtigte Kündigungen, zu spät gezahlte Löhne und um nicht gezahltes Weihnachts- oder Urlaubsgeld.“ Insolvenzen spielten aus Sicht der Beschäftigten ebenfalls eine große Rolle. „Auch in Bochum hatten wir es mit Lohndumping und Arbeitgeberwillkür zu tun“, so Sachtje.

Nach ihren Beobachtungen ist gerade bei Streitigkeiten im Betrieb der Druck auf Beschäftigte enorm hoch. Viele fürchteten, dass ihr Arbeitgeber am längeren Hebel sitze. Oftmals kalkuliere der Chef damit, dass sich Mitarbeiter nicht wehrten. Yvonne Sachtje: „Die Rechtsberatung sorgt dafür, dass die Beschäftigten zu ihrem guten Recht kommen und zeigt Arbeitgebern die ‚rote Karte‘ – notfalls vor Gericht. Die Rechtsberatung bietet so das nötige Rüstzeug beim vermeintlichen Kampf ‚David gegen Goliath‘.“