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Ruhr-Universität

Verhärtete Fronten beim Thema Tierversuche

29.11.2011 | 17:20 Uhr
Verhärtete Fronten beim Thema Tierversuche
Die Maus in der Hand der Forschung. Ein Todesurteil? Foto: Frank Hormann

Bochum.  Eine vom AStA veranstaltete Podiumsdiskussion über Tierversuche an der Ruhr-Universität zeigte einmal mehr verhärtete Fronten. Prorektor Prof. Ulf Eysel berief sich auf die Freiheit der Lehre und der Forschung, Kritiker vermissten die Suche nach Alternativen.

Beim Thema Tierversuche trifft man schnell auf verhärtete Fronten. So auch bei der abendlichen Podiumsdiskussion vom AStA „Montag kontrovers“.

So voll war es hier noch nie“, begrüßte der AStA-Referent und Moderator Jan Keitsch die rund 100 Teilnehmer im Kultur-Café an der Ruhr-Universität . Neben ihm auf der Bühne diskutierten der Mediziner Prof. Ulf Eysel, der Prorektor für Forschung an der Ruhr-Uni und der Biologe André Schmidt, vom Verein „Menschen für Tierrechte“.

Über 12.000 Tiere sterben

12.500 Tiere sterben jährlich an der Ruhr-Un i - 8500 davon werden für Tierversuche verwendet, weitere 500 werden zu Ausbildungszwecken getötet.

„Warum das Ganze?“, fragte sich da mancher. „Wir müssen den Forschern die Möglichkeit geben Antworten auf ihre Fragen zu finden“, versuchte Eysel eine Antwort zu geben und berief sich auf die Freiheit der Forschung und Lehre und das Tierschutzgesetz. Das fand Schmidt mangelhaft: „In den Kommissionen für Tierversuche sind Tierschützer in der Minderheit und Verbote wie Tabaktests lassen sich leicht umgehen“.

Alternativen zu Tierversuchen?

Ob Tierversuche vertretbar sind, müsse jeder Forscher mit sich selbst ausmachen, fand dagegen Eysel. Sein Argument: „Viele Fortschritte in der Medizin wurden mit Tierversuchen erkauft“. Genau das sei ein Trugschluss, hielt wiederum Schmidt dagegen, „Tierversuche führen sogar oft in Sackgassen und behindern so den Fortschritt“. Der Grund: Viele Erkenntnisse aus Tierversuchen lassen sich nicht auf den Mensch übertragen. „Die Meilensteine der Medizin - Penizillin, Cytostatika und ähnliches - wurden ohne Tierversuche etabliert“, stellte er fest.

Alternativen zu vielen Tierversuchen: Zellkulturen, Gewebe und sogar Organsysteme kann man mittlerweile künstlich herstellen. „Auch in der Ausbildung kommt man ohne Tierverbrauch aus“, behauptete Schmidt, man könne fürs Sezieren beispielsweise tote Tiere vom Tierarzt verwenden. „Das Problem ist“, so Schmidt, „dass zu wenig nach Alternativen gesucht wird, obwohl es auch da Fortschritte gebe“. Vielleicht könne man an der Ruhr-Uni wenigsten das Lehramtsstudium Biologie anpassen, räumte Eysel ein.

Emotional geführte Diskussion

In der weiteren - teils emotional geführten - Diskussion mit dem Publikum musste vor allem Eysel immer wieder zugeben, dass er nicht alles über die Tierversuche an der Ruhr-Un i wusste. Der im Publikum anwesende Ruhr-Universitäts-Tierschutzbeauftragte Dr. Matthias Schmidt äußerte sich nicht, wohl aber Professoren der Biologie, die selbst Tierversuche durchführen. „Ich habe ein tiefes Vertrauen in unsere Forscher, dass sie sich ethisch korrekt verhalten - das muss ich leider zugeben“ schloss Eysel. Insgesamt ein Diskussionsabend, der viele informierte, aber wenig Neues brachte.

Lutz Tomala

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Kommentare
01.12.2011
09:37
Typisch Asta
von freier_buerger | #5

ein Haufen Hippie-Langzeitstudenten, die nichts besseres zu tun haben als so einen Blödsinn anzufangen.
Man sieht es an den Diskussionen hier zu den Ereignissen um das StuPa der Uni Duisbur-Essen, wo im Großen und Ganzen herauskam, dass solche "studentischen Selbstverwaltungsorgane" von keinem ernsthaften Studenten gebraucht werden, der zügig seine Studium abschliessen möchte um arbeiten zu können.

30.11.2011
15:50
Wenn Dr.hc.Mengele wiederkäme?
von vantast | #4

Wenn obiger Arzt heute leben würde, wäre er bestimmt daran interessiert, die Gehirne der Forscher zu untersuchen. Neuere Forschungen zeigen, daß das Fehlen von Empathie,Mitleid im Gehirnscan zu sehen ist, wie man bei Untersuchungen von Kriminellen festgestellt hat. Das heiß allerdings nicht, daß das Fehlen der entsprechenden Merkmale unbedingt zur Kriminalität führt, die Sache ist komplizierter.
Dabei sind Serientäter besonders häufig sozial integriert und unauffällig.
Die Gefühllosigkeit ist in den meisten von uns. Wie ist die tägliche Gewalt und Brutalität erklärbar? Mephisto sagt: Er (der Mensch) nennts Vernunft und gebraucht sie nur, um tierischer als jedes Tier zu sein.

30.11.2011
14:10
Verhärtete Fronten beim Thema Tierversuche
von haffi59 | #3

Wer zur Forschung ein tiefes Vertrauen hat, dem ist nicht zu helfen. Hier geht es um Perversionen, die ausgelebt werden. Wer einmal ein Labor gesehen hat, der bekommt das Ko.......Und das alles unter dem Deckmantel der Forschung zum Wohle der Menscheit. Jungs, macht doch einfach Selbstversuche und alles ist in Ordnung. Für Bochum werden sogar Primaten geopfert. Dabei habe ich nie gehört, dass die Uni Bochum eine bannbrechende Entdeckung geliefert hat. Einfach nur krank.

30.11.2011
13:08
viele tierversuche stellen die grundlage
von oderfla | #2

medizinischer forschung dar.

bei der probandenwahl könnte man allerdings mit mehr fingerspitzengefühl vorgehen und vorhandene synergien nützen. so steht hier jede woche, das die tierheime der region überfüllt sind............., auch ein import aus der ukraine (da wurd die tage ein riesen fass aufgemacht) könnte die gemüter beruhigen.

30.11.2011
12:35
Verhärtete Fronten beim Thema Tierversuche
von Zanti | #1

Da sieht man mal wieder den Ruf der Ruhr-Uni bestätigt.
Ich dachte, es handelt sich um kritisch denkende Menschen, aber das ist wohl
ein Irrtum. Man sollte sich dort schämen, so etwas mit anderen Kreaturen zu machen die
sich nicht wehren können. Immerhin hat man grade dort die Möglichkeit nach Alternativen
zu forschen.

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