Das aktuelle Wetter Bochum 2°C

Kreativviertel

Verein will Zukunft für ViktoriaQuartier

30.07.2010 | 17:33 Uhr
Verein will Zukunft für ViktoriaQuartier
Neben der Riff Halle ist ein Metallzaun gezogen, der die nebenliegende Brache abtrennt. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum.Ein Verein gründet sich, um die Zukunft des ViktoriaQuartiers zu gestalten. Und ein Künstler kritisiert die Umzäunung der Brache am Katholikentagsbahnhof. Rund um das T.a.i.b. wird konstruktiv und kontrovers diskutiert .

Die Zukunftsszenarien sind gemalt, sogar Modelle junger Architekten waren schon zu sehen, doch wie ist es um die Gegenwart und die nähere Zukunft der Brache am CityTor Süd bestellt? Diskutiert wird darüber in diesen Tagen vor Ort weniger am Tresen des Riffs oder an der Kasse von Lidl, viel mehr und in großer Intensität im und um das T.a.i.b., jener Bambuskonstruktion, die momentan die Fläche direkt an der Viktoriastraße bespielt. Manchmal auch kontrovers.

Kürzlich war wieder einmal Baurat Dr. Ernst Kratzsch vor Ort, um mit lokalen Kreativen über die zukünftige Nutzung zu sprechen. Resultat daraus wird die Gründung eines Vereins seitens der engagierten Kreativen sein. Sie formieren sich also in einer Rechtsform, die besser mit der Stadt kommunizieren kann. Der neue Verein soll sich am nächsten Mittwoch, 4.August, 17 Uhr direkt vor Ort gründen; derzeitige Aktivisten sind unter anderen Architekten und Designer aus der Umgebung.

Auch nach dem 2. August geht es weiter

Die Macher von „2eck-Design“, die ihre Dependance gegenüber in der Viktoriastraße 65 gerade eröffnen, übernehmen auch ab dem 2. August die Programmgestaltung im T.a.i.b.. Damit ist es gelungen, das Projekt über den geplanten Zeitraum hinaus zu beleben. Zur Programmgestaltung sind alle Interessierten eingeladen; besonders jedoch Konzepte, die den schlauchförmigen Raum einbeziehen sind willkommen.

Eine andere konkrete Frage stellte jüngst beim privaten Besuch auf dem Gelände der Bochumer Künstler Matthias Schamp. Warum sei seit einigen Wochen die Brachfläche mit einem massiven Zaun eingezäunt? „Die beste Zwischennutzung, das Spazieren, fällt so weg“. Und von den Kosten dieses Zaunes hätten viele künstlerische Projekte realisiert werden können. Er zumindest sei oft auf dem nun eingezäunten Gelände gewesen, hätte die Flora und Fauna dort sehr geschätzt. Insbesondere sei dort die Ödlandschrecke beheimatet, die der Künstler als Wappentier des neuen Kreativviertel vorschlägt.

Stadt sieht keinen Freizeitwert

Das sieht die Stadt (wie übrigens auch die Betreiber der Veranstaltungsorte) völlig anders. Das Gelände sei unwegsam und würde von Spaziergängern nicht genutzt, sagte Kratzsch auf Nachfrage. Bei der Stadt läge die Sicherungspflicht.

Denn vor allem Drogenabhängigen haben die Fläche genutzt. Deren Aktivitäten dort gipfelten sogar schon in einem Todesfall. Die WAZ berichtete in diesem Zusammenhang auch über herumliegende benutzte Spritzen und desolat verschmutze provisorische Matratzenlager.

Deshalb sei nach langen Forderungen im Frühjahr endlich der Zaun errichtet worden, der in Straßennähe beginnt und sich am Riff vorbei einige hundert Meter bis in den hintern Teil des Geländes zieht. Damit sind Ausflüge jeder Art in die Industriebrache massiv erschwert worden.

Tom Thelen

Facebook
 
Kommentare
11.08.2010
15:20
Verein will Zukunft für ViktoriaQuartier
von UlliWeber | #12

@Frederick: Ganz einfach: Es steht dran. Einfach mal hingehen, das Gebäude ist sehenswert und die Studis sind einfach zum liebhaben. Aber erst ab Mittags. ;-)

11.08.2010
13:37
Verein will Zukunft für ViktoriaQuartier
von Frederick | #11

#4: Dank Dir! Aber mal ehrlich, wie soll ein Normalsterblicher ohne Architektur-Studium so etwas wissen? Das müssten die Damen und Herren in ihrem Artikel schon einmal erwähnen...

02.08.2010
14:10
Rund um das neue Quartier
von spaziergängerinbo | #10

Neben allen Parks und Grünzügen des Stadtgebietes, täte die Stadtverwaltung ein Gutes diese einmalige, erlebenswerte Ruderal-Fläche der Öffentlichkeit zu öffnen. Im Umkehrschluß, wenn es um Junkies, Matratzenlager und Spritzen ginge, dann gehörten diverse Parkflächen und Spielplätze massiv umzäunt! Will das wer?

31.07.2010
22:11
Blockierter Kommentar.
von Ehrenfelder | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.07.2010
18:48
Rund um das neue Quartier
von UlliWeber | #8

t.a.i.b. bedeutet Temporäre Architektonische Intervention auf einer Brachfläche. Das Gebäude ist genial, echt sehenswert. Die Studenten haben echt etwas geleistet und feiern das auch fast täglich. Das einzige bisher realisierte Gebäude im Viktoria Quartier, wenn man mal vom LIDL absieht.

31.07.2010
16:42
Rund um das neue Quartier
von Frederick | #7

Was um Himmelswillen ist denn das T.a.i.b.? Das hätte man wenigstens einmal ausgeschrieben nennen können...

31.07.2010
10:36
Blockierter Kommentar.
von tomtom3 | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.07.2010
20:24
Blockierter Kommentar.
von em | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.07.2010
20:09
Rund um das neue Quartier
von .Staufenberg | #4

Ein Weibchen und sie heißt Silke!

30.07.2010
20:00
Blockierter Kommentar.
von Staufenberg | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3325803/create

Umfrage

Der Rat der Stadt hat sich gegen verkaufsoffene Sonntage in Bochum ausgesprochen. Was halten Sie davon?

 
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Maischützen wollen Brauchtum neu beleben
Maiabendfest
„Die Tradition lebt“: Die Maiabendgesellschaft will dem ältesten Bochumer Stadtfest neue Impulse verleihen.
Foto 1 Kommentare 1
Kleiner Junge verbrüht - Lange Haftstrafe gefordert
Plädoyer
Im Prozess gegen eine Mutter und ihren Freund, die eine schwere Verbrühung eines anderthalb Jahre alten Jungen zehn Tage lang nicht ärztlich behandeln ließen, hat der Staatsanwalt langjährige Haftstrafen gefordert.
1 Kommentare 1