USB bietet „Kompost-Führerschein“

Wer alles richtig macht, erhält nach zwei Jahren fertigen Dünger aus seinem Komposthaufen.
Wer alles richtig macht, erhält nach zwei Jahren fertigen Dünger aus seinem Komposthaufen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Stadt prüft weitere Sparmöglichkeiten für Selbstkompostierer. Neue Offensive soll private Düngerproduktion und Biotonnen-Nutzung verbreiten.

Bochum.. Manfred Arnold ist überzeugter Selbstkompostierer. Der Natur tut es gut, der Dünger kommt kostenlos. „Aber kaum einer weiß mehr, wie man richtig kompostiert“, sagt der Vorsitzende des Kleingärtner-Vereins Bochum-Riemke. Er könnte sich vorstellen, dass die Stadt Kompostierung mehr fördert, indem sie Bürger mit finanziellen Anreizen zur privaten Düngerproduktion motiviert.

Solche finanziellen Anreize gebe es allerdings bereits, betont Stadtsprecher Oliver Trappe. Der Status Quo: Die Stadt hat eine Mindestgröße für die graue Tonne festgelegt. Für jede Person ist ein Mindestvolumen von 40 Litern für die grauen Tonnen vorgesehen. Nur wer selbst kompostiert, darf diese Grenze unterschreiten – und kann dadurch Abfallgebühren sparen. Wer einen Kompost im Garten nachweisen kann (die Stadt kontrolliert nach Zufallsprinzip), kann eine graue Tonne mit einer Größe von 30 Litern pro Person bestellen.

Auf Anfrage eines WAZ-Lesers, der sich gefragt hatte, ob für Selbstkompostierer weitere Vergünstigungen geschaffen werden könnten, prüft die Stadt nun, ob sich die Größe der grauen Tonnen für Kompostierer weiter verringern lässt.

USB will auf Bürger zugehen

„Das ist ein Anfang“, sagt Manfred Arnold. „Aber bei der Aufklärung passiert zu wenig.“ Er ist der Meinung, dass der Umweltservice Bochum (USB) gezielt auf die Menschen zugehen und dafür sorgen sollte, dass mehr Bochumer über die Vorteile eigener Düngeproduktion erfahren.

Der USB teilte auf WAZ-Anfrage mit, dass ab Februar gezielte Aufklärungs-Aktionen zur richtigen Nutzung von Biotonnen und Haltung von Komposten geplant sind. Schulbesuche und Infoveranstaltungen habe es bisher nur vereinzelt gegeben, sagt USB-Sprecher Jörn Denhard. „Jetzt wollen wir gezielt auf einige Gruppen zugehen.“ Die Adressaten: Schüler, Schrebergartenvereine, Wohnsiedlungen mit Gärten.

Ab Februar soll es auch möglich sein, einen sogenannten „Kompost-Führerschein“ zu machen – ein Zertifikat für Bürger, die lernen möchten, wie man Biotonne und Kompost gewissenhaft nutzt und verbindet. Denn längst nicht jeder Biomüll darf auf den Kompost, nicht alles was grün ist – wie etwa kranke Pflanzen – gehört in die Biotonne. Details zu der Urkunde und den anderen Aktionen will der USB bald vorstellen.