US-Investmentbank kauft Bochumer Ruhrpark
09.08.2010 | 18:16 Uhr 2010-08-09T18:16:00+0200
Bochum.Die US-Investmentbank Perella Weinberg übernimmt den Ruhrpark an der A40 in Bochum-Harpen und zahlt 1800 Fonds-Anleger aus. Das Einkaufszentrum mit einem Kundenstrom von 15 Millionen Besuchern stand seit drei Jahren zum Verkauf.
Mehrere hundert Millionen Euro werden alljährlich im trubeligen Ruhrpark Einkaufszentrum umgesetzt - jetzt wurde das riesige Center selbst verkauft. Neuer Eigentümer wird die amerikanische Investmentbank Perella Weinberg, über 1800 Fonds-Anleger werden ausgezahlt.
Den Deal fädelte als Treuhänder die Firma WestFonds ein, eine Tochter der WestLB. Der Ruhrpark, mit einem Kundenstrom von 15 Millionen Besuchern jährlich und rund 140 Geschäften, stand, wie die WAZ erfuhr, schon seit drei Jahren zum Verkauf. Aber dann kam die Finanzkrise dazwischen, schreckte viele vor Investitionen ab.
Im April 2010 klappte es schließlich. Der Kaufvertrag war unterzeichnet. Gekauft wurde der so genannte geschlossene Immobilienfonds RWI 47, der seit 1977 Eigentümer des Ruhrparks ist. In diesem Fonds hatten über 1800 Anleger damals ihr Geld gesteckt, typische Sparkassenkunden, die ihre Anteile teils schon vererbt haben. Dass der Kaufpreis für den gewaltigen Ladentempel bei 260 Millionen Euro liegen soll, wurde von WestFonds nicht bestätigt: „Den Kaufpreis möchten wir nicht kommentieren“, hieß es dazu diskret der WAZ gegenüber.
Ende September sind allerdings weitere Einzelheiten zum Verkauf zu erwarten. Bis dahin soll der Eigentümerwechsel perfekt sein. Eine wichtige Voraussetzung dafür wurde jetzt geschaffen: Über 75 Prozent der Anleger mit über 86 des nominellen Zertifikatskapitals haben dem Verkauf zugestimmt.
Der Ruhrpark ist verkauft und keiner merkt es. Das ist zwar etwas dick aufgetragen, aber den Millionen Kunden, die alljährlich in das Einkaufszentrum pilgern, ist es mit Sicherheit wurscht, wem das gewaltige Ensemble aus Läden und Kaufhäusern eigentlich gehört. Mit ihrer Kauflust hat die Eigentümerschaft eben herzlich wenig zu tun.
Auf die Mieter kommt es an, auf ihre Angebote. So hofft der Ruhrpark, dass bald Klarheit herrscht in der Karstadt-Frage, nämlich ob dem designierten Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen die Übernahme komplett gelingt. Denn das Kaufhaus Karstadt samt Sporthaus ist immer noch größter Ankermieter im Bochumer Ruhrpark. Da drücken garantiert viele Mitarbeiter Berggruen die Daumen.
Der Ruhrpark in Harpen zähle zu den „erfolgreichsten deutschen Fonds“, lässt WestFonds wissen. Als Treuhänder kassiert die WestLB-Tochter zwar Verkaufsgebühren, doch halte sich das in Grenzen. Ein Sprecher zur WAZ: „Da wird keiner reich von.“ Der Erlös fließe an die Anleger.
Da wo heute das riesige gelbe Zelt als Wahrzeichen in den Himmel ragt, war Anfang der 60er Jahre noch grüne Wiese. Es war der amerikanische Investor Edward J. Roberts, der damals die Bochumer Stadtväter für das ungewöhnliche Projekt begeistern konnte. Ungewöhnlich, weil es erst das zweite Einkaufszentrum in der ganzen Bundesrepublik war. Am 14. November 1964 konnte „Mr. Roberts aus Amerika“, wie man ihn ehrfürchtig nannte, das kunterbunte Ladengemenge mit der schlichten Architektur eröffnen.
Das Konzept hält bis heute: viele kleine Fachgeschäfte kombiniert mit großen Kaufhäusern. Über die Jahre wurde der Mix aktualisiert. Zu Karstadt, C&A, Sinn-Leffers und Woolworth stieß etwa das große Textilhaus Baltz im neuen Westflügel hinzu, wo die Via Bartolo mit Schnellgerichten lockt. Und Cineasten wohlbekannt ist natürlich die spätere Ansiedlung des UCI mit 14 Kinosälen.
Das in der Nachbarschaft errichtete Spaßbad Aquadrom, das später pleite ging und dessen Erbauer für Jahre hinter Gittern landete, zählte dagegen nie zum Ruhrpark-Ensemble.
Wie Center-Manager Eric Hans Seiler schildert, tut sich wieder einiges im Center, das von Anfang an mit dem Pfund vieler tausend Parkplätze wuchern konnte.
Im nächsten Jahr wird das Textilhaus SinnLeffers, im Ruhrpark als Interimslösung noch woanders untergebracht, wieder ins bisherige dann modernisierte Stammquartier des Einkaufszentrums zurückkehren. Dort dann zusammen mit dem Elektroriesen MediaMarkt unter einem Dach. Auch das Gebäude, in dem Woolworth seine letzte Bochumer Filiale schließen musste, wird aufgehübscht. Neuer Nutzer? - Geheimsache, aber nicht lange.

12:29
An den Artikelschreiber Rolf Hartmann:
Zitat....
Zu Karstadt, C&A, Sinn-Leffers und Woolworth stieß etwa das große Textilhaus Baltz im neuen Westflügel hinzu, wo die Via Bartolo mit Schnellgerichten lockt. Und Cineasten wohlbekannt ist natürlich die spätere Ansiedlung des UCI mit 14 Kinosälen.
Ist es nicht so, dass das UCI vor dem Neubau mit Baltz und der Via Bartolos gebaut wurde?
Richtige Berichterstattung sieht anders aus.
Aber was will man von der WAZ auch schon anderes erwarten.
09:21
Justus, gehören Sie zur genannten Gruppe? Dann bleiben Sie doch zuhause!
23:09
Der Artikel ist nicht erst seit heute hier...
22:44
Warum steht erst am Dienstag in der Zeitung und bei der Westen, was Radio Bochum schon am vergangenen Freitag gemeldet hat? Bisschen spät, oder?
22:29
# 20 ! ganz meine meinung . ich verstehe nicht den zusamenhang des kaufs des ruhrparks bochum durch eine amerikanische investmentbank mit den latenten und scharf zu verurteilendem ausländerhass . ..!?
21:19
@ #11 von hier in alle Ewigkeit:
Ach, solche Leute gibt es in Bochum nicht?
Reicht der Ausländerhass nicht mehr aus? Muss man schon an den Stadtgrenzen die Migrantenmauer aufbauen?
Ihr Beitrag ist eine Beleidigung, warum wird der nicht entfernt?
Unglaublich...
20:25
@18 Wir sind hier in Bochum..also stellt die OB auch keine Fragen.Kopf in den Sand und gut..
12:16
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12:12
ehrlich gesagt vermisse ich eine stellungnahme der stadt bochum zu diesem big deal : interessiert im rathaus niemanden , wie es unter amerikanischer flagge im ruhrpark weitergeht ? wäre ich OB , ich hätte jede menge fragen !
11:55
Selten soviel Blödsinn gelesen. Wie son paar Nörgelrentner, keine Ahnung, aber ne Meinung muss man ja haben. Je populistischer umso besser. Wär ja auch peinlich, wenn man keine hätte, was? Zum Glück ist das hier nicht repräsentativ :)