Unterschriftensammler von Pro NRW verheimlicht in Bochum Auftraggeber

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Was wir bereits wissen
In Bochum soll sich ein Werber der Bewegung "Pro NRW" als Mitarbeiter des städtischen Wahlamtes ausgegeben haben, um Unterstützungsunterschriften zur Teilnahme an der Kommunalwahl zu sammeln. Dabei sei versichert worden, dass mit der Unterschrift keinesfalls eine rechtsradikale Gruppe unterstützt werde.

Bochum.. Die anonyme Ankündigung, Unterstützungsunterschriften zur Teilnahme an der Kommunalwahl im Mai kommenden Jahres zu sammeln, sorgte vergangene Woche für Aufregung in Bochum-Grumme. Der mit einer unleserlichen Unterschrift versehene Zettel klebte an Haustüren oder lag in Briefkästen. Gestern bekannte sich die Bürgerbewegung „pro NRW“ mit ihrem Kreisverbandsvorsitzenden Hans-Joachim Adler zu dieser Aktion.

Bei einem Besuch in der WAZ-Redaktion begründete er zusammen mit dem 2. Vorsitzenden Francis Marin die anonyme Mitteilung mit der Sorge, beim Sammeln der Unterschriften überfallen zu werden. „Wenn wir unseren Namen drauf schreiben, befürchten wir, dass uns linke Gruppen auflauern.“ Inzwischen hätte die Gruppierung Unterschriften in den Stadtteilen Laer, Grumme, Leithe und Altenbochum gesammelt. „Wir drücken pro Tag einen Wahlkreis zu“, sagt Hand-Joachim Adler.

Pro NRW-Werber verheimlicht Auftraggeber

Wie Montag zwei Leserinnen übereinstimmend berichten, verheimlichte ein Werber an der Josephinenstraße – elegant gekleidet, mit gepflegten dunklen Haaren – seinen Auftraggeber. An der Gegensprechanlage eines Mehrfamilienhauses habe er versichert, vom Wahlamt der Stadt Bochum zu sein. Auf einem Klemmbrett sei deutlich der Briefkopf der Stadt zu erkennen gewesen. „Das kann ich beeiden, dass der das gesagt hat. sonst hätte ich ihn doch nie ins Haus gelassen“, entzürnt sich eine 64-Jährige.

Während sie keine Unterschrift leistete, ließ sich in einem Nachbarhaus eine Beamtin (44) überrumpeln. Ihr sei versichert worden, dass sie mit ihrer Unterschrift keinesfalls eine rechtsradikale oder verfassungsfeindliche Gruppe unterstütze. Nun möchte sie ihre Unterschrift zurückziehen.

Nach Auskunft der Stadt ist das möglich, solange die Liste nicht im Rechtsamt eingegangen ist. Das Schreiben muss schnellstens an das Rechtsamt, Rathaus Bochum, Willy-Brandt-Platz 2-6, 44777 Bochum, gesendet werden.