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Naturschützer regen sich...

Unkenrufe im Krähenwald

26.06.2009 | 18:33 Uhr

Wegen seiner nächtlichen Inszenierung im „Krähenwald” von Langendreer hat Elmar Goerden, Intendant des Schauspielhauses, nicht nur Anerkennung gefunden, sondern auch empörte Naturschützer am Hals.

„Der Theaterdonner in der Nacht vom 20. Juni 2009 hat eine Massenflucht dort brütender Vögel ausgelöst,” behauptet etwa der gemeinnützige Grünflächenverband „pro grün” überhaupt nicht amüsiert und verweist auf „zahlreiche Anrufe” in dieser Sache.

Unter der Schlagzeile „Konig Lear hastet durch den Wald” hatte die WAZ Goerdens Nachtwanderung als „grandiose Idee” und „Reise ins Reich der dunklen Phantasie” gewürdigt. Viele Emsemble-Mitglieder und zwei Busladungen Zuschauer waren hautnah dabei, als das Mitternachtsprojekt „Im Wald.Nachts” als Beitrag zum K15-Theaterfestival im dunklen Forst mit „Taschenlampe und festem Schuhwerk” zu erleben war.

Angeblich nistende Blesshühner gestört

Weil aber im „Krähenwald” offenbar nicht nur Krähen hausen, argwöhnten Tierschützer, die Theaterleute samt Anhang hätten dort nachts die Tierwelt verstört.

„Dort”, bestätigt Michael Grothe, stellvertretender Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes, „brüten die Blesshühner in dieser Zeit. Die Kröten sind geschlüpft und die Jungkröten halten sich noch im Bereich des Gewässers auf, gehen aber in der Nacht auf die Wege, um ihr Sommerquartier im angrenzenden Wald zu finden.” Auch Käuze gebe es im Wald und die eine oder andere Fledermaus, die dort jage.

Grothe macht keinen Hehl daraus, dass er das Waldstück von Goerden für eine interessante Idee hält. Die Verwaltung des Schauspielhauses habe zuvor bei der Stadt nachgefragt, ob es Bedenken gebe. Wenn die Bestimmungen eingehalten werden, habe man nichts dagegen, war die Antwort. Mit Hinweis auf das „Zerstörungs- und Entnahmeverbot” des Bundesnaturschutz- und des Landschaftsschutzgesetzes. „Der Krähenwald ist Landschaftsschutzgebiet”, hält „pro grün” dagegen. Auch hätte der „Beirat bei der unteren Landschaftsbehörde” angehört werden müssen, was nicht geschehen sei.

Stadt ließ einen Schutzzaun am Teich errichten

Nach besorgten Anrufen von Naturfreunden waren Mitarbeiter des Umweltamtes „dem nachgegangen und haben geguckt, ob was passiert ist”. Doch gefunden habe man nichts Schlimmes. Gleichwohl habe man dem Intendanten auferlegt, bei den nächsten beiden Aufführungen im „Krähenwald” das Wohl der Waldbewohner zu beachten. Außerdem ließ die Stadt einen Schutzzaun am Waldestümpel errichten, „damit die Leute nicht über die Jungkröten latschen”.

Rolf Hartmann

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Kommentare
30.06.2009
17:49
Unkenrufe im Krähenwald
von Jotka | #9

@ Homer Simpson:

Ihre Frage kann ich mit einem klaren NEIN beantworten, denn bei uns gibts Bier statt Böller!

29.06.2009
19:07
Unkenrufe im Krähenwald
von HomerSimpson | #8

Ich würde ja gerne mal wissen, ob die, die jetzt wegen dieser Veranstaltung meckern, zum Jahreswechel ihre Knaller los lassen.

28.06.2009
08:08
Unkenrufe im Krähenwald
von Miguelito | #7

Wie man dem Zeitungsartikel entnehmen kann zeigte sich aus meiner Sicht Schauspielhaus und Stadt verantwortlich und versuchte die Belastungen der Umwelt zu reduzieren. Irrig die Annahmen die hier geäußert werden und Kunstfestival und Natur gegeneinander aufrechnen. Beides fröhlich und (eigen-)verantworltich umgesetzt ist mir in erster Linie eine Bereicherung meiner Lebensqualität. Geht mal wieder in den Wald und/ oder ins Theater und lasst Euch inspirieren....viele Grüße

27.06.2009
20:58
Unkenrufe im Krähenwald
von WernerVomHellweg | #6

Das ganze fördert menschliche Koezistenzen.

27.06.2009
14:49
Unkenrufe im Krähenwald
von wahrheit33 | #5

@esi
Es gibt vor allem genug Menschen auf dieser Welt welche, sie sich allerdings gerade kaputt machen. Aber Menschen wie Ihnen welche sich für die Krone der Schöpfung halten kann man nur sagen die Natur braucht den Mensch nicht abere der Mensch die Natur. Was Ihre sternenklare Nacht an geht die gibt es im Ruhrgebiet bestimmt nicht, da alles durch Licht verschmutz wird welches sinnloser Weise die ganze Nacht durchbrennt. Aber träumen sie ruhig weiter das Sie zur Krone der Schöpfung gehören, das zeigt nämlich genau das Gegenteil.

27.06.2009
13:52
Unkenrufe im Krähenwald
von Betram12 | #4

Tja, so sieht man mal, dass esi nicht viel Ahnung von der Natur hat. Das ist sehr Schade, zeigt aber, dass Aufklärung immer noch Not tut.

Den Tieren im Wald bei Goerdens Nachtwanderung wird wohl nicht viel passieren, denn die haben sich der Umwelt und diversen Störungen bereits angepasst.

27.06.2009
13:26
Unkenrufe im Krähenwald
von esi | #3

das ist mal wieder so typisch für eine gesellschaft, in der die kröte mehr zählt als der mensch. WIR sind die krone der schöpfung, warum nicht dazu stehen? es geht mir eh schon voll auf den piss, dass das lottental ständig gesperrt wird wegen denen bescheuerten kröten. davon gibts nun wahrlich genug! kann man sich auch in einer sternenklaren nacht im westpark von überzeugen, wenn man vor lauter gequake die botschaft des universums nicht mehr versteht.

27.06.2009
10:24
Unkenrufe im Krähenwald
von Jotka | #2

Ich bin heilfroh, wenn am 01.01.2011 diese Kulturhauptstadtsch..... endlich vorbei ist, und Künstler endlich aufhören können, ihre diversen Rauscherlebnisse in die Tat umzusetzen.

Das bischen Natur, was es in Bochum noch gibt, muss nicht noch durch solche Schwachsinnsveranstaltungen gestört werden.

Wir brauchen auch keine ILLuminierten Glaswürfel im Park und sonstiges künstliches Licht im namen der Kunst.

Auch verstehe ich nicht, wie zum Beispiel am Kemnader See zu Brutzeiten diverser Tierarten Menschenmassen mit Musik und Feuerwerk bespaßt werden müssen.
Aber ein Ort der Erholung ist das Freizeitzentrum Kemnader See schon lange nicht mehr...

26.06.2009
23:41
Unkenrufe im Krähenwald
von bartie011 | #1

Ja nee, is klar!

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