Uniklinik baut für Fachärzte
05.09.2007 | 07:08 Uhr 2007-09-05T07:08:09+0200Ambulantes Zentrum entsteht auf dem Gelände des Knappschaftskrankenhauses Langendreer.Ergänzende Angebote. Reha-Zentrum für Tumorpatienten überdies geplant
Das Knappschaftskrankenhaus in Langendreer hat große Pläne. Wie die WAZ berichtete, plant die Uniklinik, ein ambulantes Facharztzentrum auf ihrem Gelände zu errichten.
Die Bauvoranfrage ist bereits positiv beschieden, "deshalb rechnen wir mit einem beschleunigten Verfahren", sagt Verwaltungsdirektor Dieter Rustemeier auf Anfrage. Die Architekten seien dabei, den Bauantrag zu erarbeiten, der in den nächsten Tagen an die Stadt gehen soll.
Das Knappschaftskrankenhaus ist seit seiner Inbetriebnahme 1909 als Gemeindehospital stetig gewachsen; 1918 folgte die Übernahme durch die Knappschaft, seit 1977 ist es eine Universitätsklinik. 485 Betten hat es heute, und die Zahl ambulanter Fälle nimmt - wie überall - überproportional zu, die Verweildauer der Patienten verkürzt sich.
"Deshalb wäre dieses ambulante Zentrum eine gute Ergänzung zu unserem Angebot", so Rustemeier. Vermietet werden soll also an Fachärzte aus Disziplinen, die bislang nicht im Knappschaftskrankenhaus zum Schwerpunkt gehören wie Urologie, Physiotherapie, Orthopädie, Radiologie. Zusätzlich soll eine Apotheke in dem vier- bis fünfstöckigen Bau angesiedelt werden, um den Patienten kurze Wege zu gewährleisten.
Startschuss soll bereits Ende dieses Jahres sein; das Krankenhaus als Bauherr rechnet mit der Fertigstellung je nach Witterung binnen zwölf bis 14 Monaten. Dieses Vorhaben wird rund 7,5 Millionen Euro kosten.
Langfristig will sich das Krankenhaus überdies die Option offenhalten, dieses Zentrum auszubauen, als städtebauliche Perspektive. Das Zentrum soll auf einem Teil des Besucherparkplatzes entstehen. Bis zu 40 der 155 Parkplätze fielen dadurch weg. Dennoch sei das Angebot noch ausreichend, versichert der Verwaltungschef, zumal der Parkplatz bislang nie ausgelastet sei. Die Verwaltung gab ihm Recht: Bauordnungsrechtlich wurde ein Bedarf von 349 Plätzen errechnet, so dass der Nachweis von 386 Plätzen also ausreichte. Das aber ließ Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses aufhorchen. Schließlich sei der Parkdruck rund ums Krankenhaus bereits jetzt hoch, also müsste fürs ambulante Zentrum auch zusätzlich Parkraum geschaffen werden. "Generell wird es kein Problem sein, auf unserem Grundstück noch 30 Parkplätze anzulegen", so Rustemeier.
Die Pläne des Knappschaftskrankenhauses gehen noch weiter: Der Eingangsbereich wird modernisiert und bekommt einen zweigeschossigen Glasturm, die noch bestehenden Altbauten von der Gründerphase sollen weg. Stattdessen wünscht sich die Klinik ein Reha-Zentrum für onkologische Patienten: "Etwa 40 Prozent unserer Patienten sind heute Tumorkranke. Diese vor Ort weiter zu versorgen ist unser Ziel." Rustemeier räumte ein, dass es schwer sein dürfte, dies finanziell durchzusetzen, zumal Zentren etwa in Bad Sassendorf über leere Betten klagten. Dennoch rechnet er mit einer Realisierung in drei bis fünf Jahren.
Und noch ein Wunsch: Rückwärtig zum Krankenhaus würde es gern eine Senioreneinrichtung bauen. Allerdings gehört die Ackerfläche einem Langendreer Anwohner, müsste also gekauft werden.

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