Übungsleiter Czerner sagt „Tschüss“

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Altenbochum..  Um die Geschicke eines Sportvereins zu prägen, bedarf es zweierlei: Treue und Leistung. Günter Czerner kann beides vorweisen. 1970 trat er dem TV Frisch-Auf Altenbochum bei, übernahm den Posten des Übungsleiters, zunächst kommissarisch, ab dem zweiten Jahr offiziell. Bis Ende 2014 formte er Nachwuchs und Sportler des TV und spornte sie an.

Sein Trainer-Habitus beeinflusste letztlich die Entscheidung, die Übungsleiterpfeife an den Nagel zu hängen: „Nach 43 Jahren hat den Posten ein Jüngerer verdient. Ich bin nie ein Theoretiker gewesen. Wenn ich Übungen nicht mehr richtig vormachen kann, dann passt mir das selbst nicht“, formuliert der 78-Jährige den eigenen Anspruch. Keine Frage, gesundheitliche Gründe spielen eine Rolle, überbewerten möchte Czerner diese jedoch nicht: „Im Alter darf man sich etwas zurücknehmen und es ruhiger angehen lassen.“

Dass er zum TV Frisch-Auf gekommen ist, „verdankt“ er einem mittlerweile verstorbenen Freund: „Er hat mich einfach angemeldet. ‚Du bist der richtige Mann, du machst das‘, entschied er, ohne mich zu fragen“, erinnert er sich lachend. Anfangs trainierte Czerner viel mit Kindern, zwischenzeitlich scheuchte er die Leichtathleten. Sein Steckenpferd wurde jedoch die „Männergymnastik-Gruppe“, die sich seit jeher donnerstags von 18.30 bis 19 Uhr trifft – auch heutzutage noch. Für den ehemaligen „Kopf“ der entscheidende Grund für die Langlebigkeit: „Sonst hätte ich die Truppe nicht so lange zusammenhalten können.“ Ein Weggefährte von Anbeginn, Gerhard Bartel (87), ist nach wie vor dabei, ebenfalls „seit gut 40 Jahren. Frisches Blut haben wir natürlich auch immer integriert“, merkt Czerner an.

Geändert hat sich mit der Zeit einiges: „1970 wurde der Beitrag noch per Hand kassiert, mein erster Mitgliedsausweis mit Marken beklebt. Das läuft heute längst alles elektronisch ab“, amüsiert er sich. Neben seiner Gymnastikgruppe hat sich der frühere Messtechniker (Opel) vor allem um die Prellball-Abteilung von Frisch-Auf verdient gemacht. Sein früherer Schützling Jochen Schumacher (68), gerade auf dem Weg zum 41. Sportabzeichen (wir berichteten), lobt: „In seiner Altersklasse gehörte Günter deutschlandweit zu den Besten.“

An den Donnerstagseinheiten nimmt er weiterhin teil, hält sich zudem mit Aquagymnastik fit. Und selbst, wenn er gar nicht mehr trainieren könnte: „Dem Verein bleibe ich treu, alles andere wäre schwach. Der TV Frisch-Auf hat vieles für uns Mitglieder getan, im Alter zahlt sich das aus“, bezieht Czerner klar Stellung zu seinen Grün-Weißen.