Überzeugender Barock-Abend
14.10.2012 | 16:34 Uhr 2012-10-14T16:34:00+0200
Bochum. Völlig zu Unrecht wird die Blcokflöte geschmäht. Von deren klanglichem und virtuosem Reiz konnten sich die Besucher des BoSy-Symphoniekonzerts im Schauspielhaus überzeugen.
Was ist schlimmer als eine Blockflöte? - Zwei Blockflöten. Völlig zu Unrecht wird das Holzblasinstrument geschmäht. Vom klanglichen und virtuosen Reiz der Flöte konnten sich die Besucher des Symphoniekonzerts der Bochumer Symphoniker am Donnerstagabend im Schauspielhaus überzeugen.
Es war ein Konzertprogramm, dass ganz der Barockmusik gewidmet war. Gleich zwei Solisten garnierten das überaus unterhaltsame Programm. Zu Gast war der Countertenor Terry Wey und der Blockflötist Michael Schneider. Er war zugleich der Dirigent des Abends. Die „Ouvertüre-Suite h-Moll“ von Georg Philipp Telemann stand zu Beginn des Konzerts. Auf eine gravitätisch schreitende Ouvertüre folgen darin sechs Tanzstücke. Besetzt für Streicher, Basso Continuo und jeweils zwei Oboen und Fagotte, fällt diese Musik durch das reizvolle Zusammenspiel der Holzbläser mit dem Orchester auf.
Telemann schrieb unglaublich viel Orchestermusik, mehr als 3.600 Werke sind verzeichnet. Auch Georg Friedrich Händel zählt zu den produktivsten Musikern seiner Zeit. Seine Opernarien faszinieren mit ihren wunderbaren Melodien und ihrer teils sehr dramatischen Ausgestaltung. Der Countertenor Terry Wey beglückte das Publikum mit vier Händel-Arien, darunter auch die berühmte Arie „Cara sposa“ aus der Oper „Rinaldo“. Der Gesang der Countertenöre, der männlichen Soprane, zeichnet sich durch eine besondere Reinheit und Kraft aus. Und auch Tim Wey überzeugte vor allem in der hohen Lage mit einem Stimmklang, der zugleich weich und kräftig über dem Orchester schwebte.
Selten zu hören ist die Blockflöte im Symphoniekonzert. Michael Schneider ist Spezialist für Alte Musik und Blockflötist. Er brillierte mit seiner Virtuosität im „Concerto F-Dur für Altblockflöte, Streicher und Basso Continuo“ von Johann Friedrich Fasch. In rasantem Tempo führte Schneider die beiden Ecksätze als Solist und Dirigent zugleich an. Der warme Klang des Instruments und Scnheiders ausdrucksvolle Modulation des Timbres kamen im langsamen Mittelsatz schön heraus.
Eine echte Entdeckung gab es zum Abschluss des Konzertes zu hören. Eine Symphonie von Franz Ignaz Beck, einem Komponisten auf der Schwelle zur Klassik, dessen Werke leider größtenteils verschollen sind. Die „Symphonie g-Moll op. 3, Nr. 3“ ließ mit dem ersten Ton aufhorchen. Schöne Melodien, interessante Kontraste und klangliche Akzente durch zwei Hörner machen das Stück zu einem echten Hinhörer.
Viel Applaus von leider wenig Besuchern gab es für dieses schöne Konzert.

17:56
Ja sicher Noeppi,
alle haben schon unglaubliche Angst vor Steude und seinen Hinterherläfern,so wie sie einer sind.
10:49
Wie hat der solist das gemacht? Dirigiert und Flöte gespielt? Ist nicht verständlich
18:29
Bald wird die Schallmauer von 14000 Unterschriften von Bochumern Bügern gegen den Bau des Konzerthauses durchbrochen.
Dann werden den Stadträten schon die Flötentöne beigebracht.