UCI-Kino in Bochum feiert 15 Jahre Kultfilm „Bang Boom Bang“

UCI-Theaterleiter Stefan Henning freut sich auf das "Bang Boom Bang"-Jubiläum.
UCI-Theaterleiter Stefan Henning freut sich auf das "Bang Boom Bang"-Jubiläum.
Foto: Dietmar Wäsche/WAZ FotoPool
Eine wohl einzigartige Story. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Seit 15 Jahren zeigt das UCI-Kino in Bochum an jedem Freitagabend die Revierkomödie „Bang Boom Bang“. Am Freitag, 29. August, wird das Jubiläum mit Stars und Fans gefeiert.

Bochum.. Der Begriff Kult sollte sparsam verwendet werden. Hier ist er angebracht: Seit 15 Jahren läuft die Revierkomödie „Bang Boom Bang“ ununterbrochen im UCI-Kino im Ruhrpark. Heute Abend wird der Jahrestag mit Schauspielern und Fans gefeiert. Zuvor sprach WAZ-Redakteur Jürgen Stahl mit Theaterleiter Stefan Hennen.

Am 26. August 1999 lief „Bang Boom Bang“ in den Kinos an. Erinnern Sie sich?

Stefan Hennen: Klar! Ich hatte ein Jahr zuvor im UCI angefangen, arbeitete im Service, verkaufte Popcorn. Der Start war unspektakulär, alles andere als ein Blockbuster. Unter uns Kollegen wurde aber sofort geschwärmt: Superfilm, Ruhrpott pur, unbedingt gucken!

Wie kam es dazu, dass die Komödie im UCI zum Dauerläufer wurde?

Hennen: Die Einspielergebnisse waren zu Beginn durchschnittlich. Trotzdem entschied sich die Kinoleitung, den Film noch für einige Wochen im Programm zu belassen. Die tollen Schauspieler, die authentischen Typen, die so oder ähnlich jeder kennt, die Original-Drehorte: „Der passt einfach hierher“, hieß es damals.

Aus „einigen Wochen“ wurden 15 Jahre.

Hennen: Unglaublich, aber wahr. Das hat sich damals verselbstständigt. Der Kult entwickelte sich, als der Film nach zwei Monaten aus dem Tagesprogramm genommen und freitags um 23 Uhr gezeigt wurde. Es gründeten sich Fanclubs. Junggesellenabschiede, Geburtstage oder einfach nur der launige Start ins Wochenende: Es gab und gibt viele Anlässe, „Bang Boom Bang“ zu sehen. Wir haben bis heute regelmäßig 60 bis 100 Besucher. Insgesamt waren es seit 1999 über 50.000. Viele können die Dialoge mitsprechen.

Stand die Freitags-Tradition mal auf der Kippe?

Hennen: Es gab Durststrecken. Aber es ist keine einzige Vorstellung ausgefallen. Wir hatten nie einen komplett leeren Saal. Der Minusrekord liegt bei einem Besucher.

Mit der Bildqualität steht es nicht mehr zum Besten.

Hennen: „Bang Boom Bang“ ist der einzige Analog-Film in unserem Programm. Ein älterer Mitarbeiter muss jeden Freitag die 35-Millimeter-Kopie einlegen. Das kann hier sonst keiner mehr. Die Körnung, die Risse: Filmtechnisch ist das Steinzeit. Aber es ist genau das, was die Fans lieben. Es gibt jetzt eine überarbeitete HD-Version. In den Internetportalen wird schon gefordert, dass wir gefälligst beim Original bleiben sollen – allen voran von Ralle Richter.

Wird der Kult jemals enden?

Hennen: Solange die Fans kommen, wird „Bang Boom Bang“ bei uns gezeigt. Wir sind ja quasi zu einem Teil des Films geworden. Wir sind damit groß geworden. Obwohl es für uns kein Geschäft ist: Der Eintritt ist auf 2,50 Euro reduziert. Wir verdienen nur am Bierverkauf.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE