Trompeten für Kinder im Kongo

Ehemalige Straßenkinder und Kindersoldaten bekommen bei dem Deutsch-Kongolesischen Projekt "Espace Masolo" Schauspiel, Kunst- und Musikunterricht in Kinshasa. 20 Kinder aus der Bläserformation des Projekts traten bei der Fidena 2010 auf.
Ehemalige Straßenkinder und Kindersoldaten bekommen bei dem Deutsch-Kongolesischen Projekt "Espace Masolo" Schauspiel, Kunst- und Musikunterricht in Kinshasa. 20 Kinder aus der Bläserformation des Projekts traten bei der Fidena 2010 auf.
Foto: WAZ FotoPool

Bochum..  Für ein soziales Kinderhilfs-Projekt in Kinshasa werden Instrumente gesammelt. Teilnehmer von „Espace Masolo“ traten schon in Bochum auf.

Bochumer Musiksommer und „Fidena“ sind vorbei, aber vielleicht erinnert sich ja noch Jemand an die Formation „Espace Masolo“. Mit Tuba und Trompeten traten sie beim Musiksommer auf und spielten im Rahmen der „Fidena“ am vergangenen Wochenende bei „King Kongo“ mit. Das Besondere: Die 20 Musiker – alle im Alter von 11 bis 16 Jahren – sind ehemalige Straßenkinder und Kindersoldaten aus der Republik Kongo. Nun setzt sich das „deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst“, als Veranstalter der „Fidena“, zusammen mit Bochum Marketing, dafür ein, dass der Formation nicht die Instrumente ausgehen.

„Man kann sich vorstellen, in Kinshasa, der Hauptstadt der Republik Kongo, ist es sehr schwer Instrumente zu bekommen“, holt Andreas Bentler von Bo-Marketing aus. Hier in Deutschland dagegen verstauben sie oft ungenutzt auf dem Speicher oder im Keller. Also hatte Kerstin Turley vom „Forum für Figurentheater“ die zündende Idee: Jeder, der ein Instrument hat, dass er nicht mehr braucht, kann es Spenden.

„Am liebsten sind uns natürlich Blechblasinstrumente und Trommeln, weil die den Flug am besten überstehen“, meint Turley. Auch sollten sie „gut in Schuss“ und spielbar sein, schließlich sollen die Kinder die Instrumente nicht erst noch reparieren müssen. Fast ebenso wichtig sind natürlich Instrumentenkoffer, je stabiler, desto besser.

Zur Zeit touren die Jungmusiker durch ganz Deutschland. Vom 14. August bis zum vergangenen Donnerstag wohnten sie in der Propstei Peter und Paul. „Das war schon ein Kulturschock für die Kinder“, so Turley. Die Tour führt sie nach Berlin, Stuttgart und abschließend Wuppertal. „Vielleicht haben wir bis dahin schon ein paar Instrumente zusammen, so dass die Formation sie direkt mitnehmen kann“, hoffte sie. Der Kontakt zu dem Deutsch-Kongolesischen Projekt ist allerdings so regelmäßig, dass auch eine spätere Verschickung nach Kinshasa kein Problem ist.

Dort lernen die Kinder übrigens nicht nur trompeten. Das Projekt „Espace Masolo“ versucht möglichst vielfältig künstlerisches Schaffen und solidarisches Engagement zu verbinden. Die ehemaligen Straßenkinder und Kindersoldaten können dort drei Jahre lang verschiedenste Workshops besuchen: vom Kunstschweißen über Schauspiel bis zur Musik. Die Bläserformation ist also nur ein Teil des Projekts.

Angst um sein gutes Instrument braucht übrigens Keiner zu haben: Instrumentenpflege steht für die Kinder fest auf dem Stundenplan. „Die Kinder lernen in dem Projekt auch Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Turley. Vielleicht sieht ja der eine oder andere Spender seine Trompete bei einem zukünftigen Auftritt in Bochum wieder.