Trecker-Treffen lockt gut 1000 Besucher an

Tipptopp in Schuss ist der Trecker von Bernd Pape. Mit 26 PS juckelte er damit quer durch Bochum.
Tipptopp in Schuss ist der Trecker von Bernd Pape. Mit 26 PS juckelte er damit quer durch Bochum.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mehr als 50 historische Trecker wurden am Eisenbahnmuseum Dahlhausen präsentiert, darunter ein 26 PS starker Porsche Diesel. Gut 1000 Besucher kamen.

Bochum.. Bernd Pape (55) fährt einen blitzblanken Porsche. Von seinem Wohnort in Grumme bis zum Ziel in Dahlhausen brauchte er am Sonntag trotzdem anderthalb Stunden. Nicht weil es einen Stau gab, sondern weil sein Fahrzeug nur 26 PS unter der Haube hat. Es ist ein kaminroter Trecker mit Dieselmotor, Baujahr 1962. Pape wollte zum Trecker-Treffen ins Eisenbahnmuseum, an dem mehr als 50 weitere Besitzer aus Bochum und Umgebung ihre historischen Traktoren präsentierten.

„Meine Frau sagt, ich bin Trecker-verrückt, aber sie lässt mich machen“, sagt Pape. Von Beruf ist er Versicherungsmakler, aber auf seinem T-Shirt steht „Landwirt. Nur ein Held fährt aufs Feld.“ Bis zu seinem 18. Geburtstag war er regelmäßig auf dem Bauernhof seines Onkels zu Besuch, dort entstand seine Leidenschaft für die Landmaschinen. „Ich bin immer gerne Trecker gefahren.“ Gerade als Großstadtkind, für das solche Touren etwas Besonderes waren.

„Ich habe auch Spaß am Trecker, weil Kinder daran Spaß haben“

Seinen Porsche (Modell Standard Star 238) hat er erst im vorigen Jahr von einem Rechtsanwalt erworben, fast komplett fertig restauriert. Nun juckelt Pape damit meist nur so zum Spaß durch die Gegend. Und Spaß hat er reichlich: Einmal war er damit am Freilichtmuseum in Hagen, als ein Junge mit Behinderung ihn fragte: „Du, Bauer, darf ich mal auf Deinen Trecker?“ Natürlich durfte er. Nachher meinte das Kind: „Bauer, danke! Du bist mein Freund.“ Pape: „Ich habe auch Spaß am Trecker, weil Kinder daran Spaß haben.“

Am Museum waren historischen Traktoren gestern schon zum dritten Mal zu bestaunen. Insgesamt gut 1000 Besucher kamen diesmal, darunter viele Familien mit Kindern, die auf den begehrten Kotflügel-Sitzen ein paar Runden drehen durften. Viele hatten ihre Kamera dabei, um die liebevoll hergerichteten Exemplare der Marken Fendt, John Deere, Lanz, Deutz, Hanomag und Hürlimann zu fotografieren. Das älteste Fahrzeug stammt von 1935. Die Maschine mit dem Schornstein-Auspuff musste damals 15 Minuten vorgeglüht werden, damit sie anspringt.

Aus Bergkamen angereist war Hermann Arens vom „Treckerclub Kamener Kreuz“. Er gehört zu den Initiatoren des Trecker-Treffens im Eisenbahnmuseum, in dem er ehrenamtlich als Sicherheits-Ingenieur tätig ist. Die Idee damals war, dass alte Trecker durchaus Gemeinsamkeiten haben mit den Dampfloks: Beide sind unverzichtbare Bestandteile der Industrialisierung, die Stahlrösser als Transportmittel von Kohle, Erz und Produkten - und die Trecker als wichtige Hilfe in der sprunghaft angestiegenen Lebensmittelproduktion.