Tim und Anna reisen in die Welt der Kumpel
06.05.2010 | 16:27 Uhr 2010-05-06T16:27:00+0200
Bochum.Das Bergbau-Museum war gern bereit, mit Informationen zu helfen. Autor Heinrich Peuckmann hat mit seinem neuen Kinderbuch „Tim und Anna fahren ein“ die alte Welt des Ruhrgebiets beschrieben.
Als Tim und Anna wissen wollen, wie früher die Kumpel unter Tage malocht haben, besuchen sie das Bergbau-Museum. Dort saust man zwar nicht so weit runter wie auf einer echten Zeche, doch „knapp 20 Meter geht es trotzdem in die Tiefe“, wie ihnen Onkel Albert erläutert. Unten angekommen, erklärt ihnen der Onkel, was ein Schacht ist, was ein Streb oder das „Hangende“. Das neue Kinderbuch des Autors Heinrich Peuckmann, „Tim und Anna fahren ein“, spielt zwar in der Gegenwart, führt jedoch anschaulich hinein in die Vergangenheit, als im Ruhrgebiet noch das schwarze Gold den Menschen Brot und Arbeit gab. Zu erleben ist für die jungen Leser ab sieben Jahren eine spannende Reise in die Welt des Bergbaus.
Nicht alles gewusst
Bei seinen Recherchen half dem Autor das Bergbau-Museum ohne große Umstände. „Ich bin zwar Sohn eines Bergmanns, doch alles habe ich doch nicht gewusst“, erzählt Heinrich Peuckmann. Nach den Auskünften aus dem Bergbau-Museum kann der Autor nunmehr sicher sein, das in seinem Buch alles stimmt - bis ins kleinste Detail
Dem Ruhrgebiets-Autor und PEN-Mitglied Peuckmann war aufgefallen, „dass die Enkelkinder überhaupt nicht mehr wissen, womit ihre Großväter ihr Geld verdient haben“. Das sollte man dem Nachwuchs einmal erzählen, überlegte der Autor und dachte sich die Geschichte um Tim und Anna aus, die der Großvater mit dem Hinweis überrascht, dass ein Pferd einmal sein „Arbeitskollege“ gewesen sei. Unter Tage. Die Kinder, neugierig geworden, wollen mehr wissen: Und so begleiten sie den Großvater beim Besuch einer Zeche, übertage natürlich nur, und wissen anschließend, was eine Waschkaue ist oder ein „Mutterklötzchen“. Sie klettern auf eine begrünte Halde, kennen nun viel vom Alltagsleben in den Kolonien, von der Taubenzucht und der „Bergmannskuh“. So wurden die hinterm Haus weidenden Ziegen genannt, erfahren Tim und Anna . „Doch ich habe die Welt der Kumpel nicht romantisiert“, bekräftigt Heinrich Peuckmann. Den Kindern wird auch von der gefährlichen Seite des Berufes, von einem Zechenunglück, berichtet. - Philipp von Ketteler hat die lebendige Schilderung Peuckmanns mit stimmigen Zeichnungen illustriert.

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