Das aktuelle Wetter Bochum 25°C
Tierdrama

Tierquäler aus Bochum darf keine Tiere mehr halten

12.03.2013 | 17:28 Uhr
Tierquäler aus Bochum darf keine Tiere mehr halten
Nina Poll vom Trantenrother Hof in Witten nahm die unterernährten Kamerunschafe bei sich auf.Foto: Ingo Otto

Bochum/Witten.  Der wegen Tierquälerei angezeigte Tierhalter aus Bochum hat am Dienstag im Rathaus den Besitz aller überlebenden Schafe und des einen Ponys an die Stadt übergeben. Er meint, dass ihm die Versorgung der Tiere über den Kopf gewachsen sei. Die Stadt verbietet ihm jede weitere Tierhaltung.

Dem Tierhalter, der auf einem Freizeitgrundstück in Bochum-Langendreer zahlreiche Schafe und zwei Ponys unter unsäglichen Umständen verwahrlosen und abmagern ließ, so dass sie teilweise elendig verendeten, war wohl total überfordert. Gegenüber der Stadt erklärte er, dass ihm die Pflege der Tiere über den Kopf gewachsen sei. Er zeigte Einsicht in seine Versäumnisse.

Der ältere Herr war am Dienstag erneut ins Rathaus zitiert worden, nachdem er einer Ladung für Montag nicht gefolgt war. Die Stadt teilte ihm nun auch schwarz auf weiß mit, dass er keine Tiere mehr halten darf. Und sie ließ sich von ihm schriftlich den Besitz der Tiere übertragen.

Es geht um neun Kamerunschafe und ein Pony namens „Kingkong“. Die sind seit dem vorigen Donnerstag, als das Tierdrama entdeckt worden war, auf dem Trantenrother Hof in Witten-Heven untergebracht. Dieser hatte sich als Zufluchtspflegestätte spontan angeboten. Zehn weitere Tiere von dem Gelände in Langendreer waren zu diesem Zeitpunkt bereits tot: Ein Pony und zehn Schafe beziehungsweise ihre Lämmer lagen unterernährt auf dem Gelände oder waren in Mülltonnen gestopft worden. Ein Lamm, das auf diesem von Kadavergestank und Müll durchsetzten Gelände überlebt hatte, starb in der Nacht darauf an Schwäche. Eine Mitbetreiberin des Hofes, Nina Poll, hatte das Kleine extra mit in ihre Wohnung genommen und aufzupäppeln versucht, konnte es aber nicht mehr retten.

Bürgerin spendet 50 Euro

Der Verbleib der neun Kamerunschafe und des Ponys Kingkong ist noch ungeklärt. Der Hof soll aber signalisiert haben, einige Tiere dauerhaft zu behalten. Auch mehrere andere Bürger sollen sich bei der Stadt angeboten haben, einige Tiere bei sich aufzunehmen.

Lesen Sie auch:
Grundstückspächter fiel vor Tierdrama durch Müllberge auf

Nach dem Wirbel um verendete Tiere auf einem vermüllten Pachtgrundstück in Langendreer hat die Stadt zum dritten Mal den Pächter kontrolliert. Sie will dem Mann nun die Tierhaltung untersagen. Der Bescheid soll in den nächsten Tagen rausgehen, sagte die Bochumer Rechtsdezernentin.

Geld gespendet wird ebenfalls. Die Bochumerin Gisela Greulich-Krtschil will dem Bauernhof 50 Euro schenken für Futter und Pflege.

Die Stadt hat mittlerweile drei der tot aufgefundenen Schafe im Labor untersucht. Die Todesursache ist nicht 100-prozentig klar, alle waren aber von einem schlechten Ernährungszustand gezeichnet.

Bernd Kiesewetter


Kommentare
13.03.2013
15:35
Tierquäler aus Bochum darf keine Tiere mehr halten
von DeusVult | #5

Nichts daraus gelernt. Tiere sind vor dem Gesetz eben eine Sache.
Und hier wird der Fall auch als romantisch verklärtes Schicksal abgetan.

12.03.2013
20:34
Einfach albern
von sonicht | #4

das Verbot ist doch albern. Eine richtige harte Strafe muß her. Mit dem Verenden der Tiere hat er doch bewiesen , daß er keine Tiere mehr haben will.

12.03.2013
19:00
Tierquäler aus Bochum darf keine Tiere mehr halten
von Marginal | #3

Zitat:
"Der ältere Herr..."
Der Tierquäler ist kein Herr!
Sollte sich der Verfasser des Artikels Herr Kiesewetter mal Gedanken machen!

12.03.2013
18:37
Tierquäler aus Bochum darf keine Tiere mehr halten
von wohlzufrieden | #2

..der wird jetzt von der Arge bestimmt zum Altenpfleger umgeschult...

12.03.2013
18:28
... die Pflege der Tiere ist ihm über den Kopf gewachsen ???
von Tierschutzhof-im-Ruhrtal | #1

... und anstatt sich ( und den Tieren) Hilfe zu holen, stopft er die Kadaver in die Tonne und läßt die anderen weiter hungern ? !
... er folgt nicht der Ladung, zeigt dann aber Einsicht.
Überzeugend ist das alles nicht !!
Das Verbot der Tierhaltung ist ein absolutes Muss, gut so !!!
... auch die richterliche Auflage einer Therapie wäre sinnvoll !!!
Von Amt wegen muss nur noch sichergestellt werden, dass der Herr sich auch dran hält !! Regelmäßige Kontrollen müssen sein, ebenso eidesstattliche Versicherungen, dass keine anderen Grundstücke angepachtet wurden und keine Tiere Dritten überschrieben wurden.
... Habn wir alles schon gehabt, mit ähnlich schrecklichem Ende für die Tiere !!!

1 Antwort
Tierquäler aus Bochum darf keine Tiere mehr halten
von tierfreund61 | #1-1

Ja, hoffentlich erfolgt eine ständige Kontrolle bei diesem Schw......!

Aus dem Ressort
Bauer verliert nach Hagelschaden Hälfte der Ernte
Unwetter
Murmelgroße Hagelkörner flogen dem Raps in Sevinghausen in die Schoten. Das hat Folgen: Bauer Richard Kohlleppel wird weniger als die Hälfte des üblichen Ertrags einfahren. Doch das Unwetter hat auch etwas Gutes.
Pyro-Games und Holi-Fest: Farbenprächtiges Wochenende im Westpark
Festivals
„Pyro Games“ heißt ein bundesweiter Wettstreit von Pyrotechnikern. Vier Feuerwerksprofis treten am Samstag, 26. Juli, am späten Abend auf der Nordwiese vor der Kulisse der Jahrhunderthalle gegeneinander an. Versprochen wird eine „gigantische Show mit Goldregen, lodernden Flammen und Feuerkreisen am...
Kemnader See- und Hafenfest startet am Freitag in Heveney
Volkfest
Live-Musik meist regionaler Künstler, Schausteller, Fahrgeschäfte, Trödel, Hüpfburgen Kinderanimation, Kunsthandwerker und jede Menge Speis & Trank: Wie beim erfolgreichen Volksfest „Kemnade in Flammen“ verheißt das Team der Fabbrica Italiana auch am nördlichen Seeufer ein volles Programm.
Erst Sorgenkind, jetzt Musterknabe - Opel neuer GM-Liebling
Opel
Es ist noch nicht allzu lange her, da galten Opel als spießige Altherren-Autos. Die Verkäufe fielen, die Verluste stiegen. Der Mutterkonzern GM wollte die Rüsselsheimer sogar loswerden. Diese Zeiten sind vorüber. Heute ist Opel der Liebling der Konzernführung.
Essener (30) bei Unfall auf A43 lebensgefährlich verletzt
Unfall
Bei einem Unfall in der A43-Abfahrt Bochum-Gerthe ist am Mittwoch ein 30-jähriger Mann aus Essen lebensgefährlich verletzt worden. Ein 45-Jähriger aus Herne wurde leicht verletzt. Das Auto war in der Kurve von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.
Umfrage
Die Initiative „Industrie Mittleres Ruhrgebiet“ schlägt vor, zur Sanierung der Stadtfinanzen die Gewerbesteuer zu senken, um Firmen anzulocken. Bochums Kämmerer ist hingegen für eine Erhöhung dieser Steuer. Was meinen Sie?

Die Initiative „Industrie Mittleres Ruhrgebiet“ schlägt vor, zur Sanierung der Stadtfinanzen die Gewerbesteuer zu senken, um Firmen anzulocken. Bochums Kämmerer ist hingegen für eine Erhöhung dieser Steuer. Was meinen Sie?

 
Fotos und Videos
Kanalisation
Bildgalerie
WAZ öffnet Pforten
Zoo-Olympiade im Tierpark
Bildgalerie
Sommerferien