Theater will für alle da sein

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„Spezialitätentheater“ lehnt Anselm Weber ab, der Intendant legt Wert darauf, dass das Schauspielhaus in der Stadt verwurzelt ist. „Deshalb muss es breit aufgestellt sein“, so Weber. Das sieht man auch dem Spielplan für die kommende Saison an.

20 Neuproduktionen mit vier Uraufführungen sowie 30 Wiederaufnahmen werden vom Herbst an geboten. Ausdrücklich ist der Zuschnitt so angelegt, dass alle Generationen und Interessen zu ihrem Recht kommen sollen. „Wir werden die Idee von einem politisch engagierten Stadttheater nutzen. Die Erforschung der Potenziale dieser Stadt steht dabei weiterhin im Zentrum“, so Weber.

Beispielsweise wird die Theatergruppe Kainkollektiv ein Projekt in der Hustadt realisieren, verfolgt das Junge Schauspielhaus seine Bildungsarbeit weiter und wird die „Zeche 1“ mit dem Tanz-Kooperationspartner Pottporus/Renegade wiedereröffnet und zu einem Zentrum für urbane Kunst entwickelt.

Neben Anselm Weber, Roger Vontobel, Eric de Vroedt und Daniela Löffner werden erstmals Robert Schuster, Marius von Mayenburg, der Choreograph Samir Akika und der Ungar Tamás Ascher am Schauspielhaus inszenieren.

Die Spielzeit beginnt mit einem doppelten Premierenwochenende am 5./6. und 11./12. September. Zum Start gibt es Tschechows Klassiker „Der Kirschgarten“ in der Regie von Tamás Ascher, der als internationaler Tschechow-Experte gilt und der Dramatisierung von Joseph Roths Roman „Hiob“, inszeniert von Lisa Nielebock.

Am zweiten Eröffnungswochenende folgt „Monty Python’s Spamalot“, ein Musical basierend auf dem Film „Die Ritter der Kokosnuss“. Regie führt Komödienspezialist Christian Brey, der im letzten Jahr den Publikums-Hit „Drei Männer im Schnee“ auf die Bühne brachte. Viertes Opus im Eröffnungspaket ist „Das Fleischwerk“ von Christoph Nußbaumeder in der Regie von Robert Schuster, ein Stück, das sich mit den nicht eben appetitlichen Zuständen in der Massentierhaltung beschäftigt.

Gespannt sein darf man auf die neue Arbeit von Roger Vontobel, der nach dem hoch gelobten Stück „Einsame Menschen“ erneut ein Hauptmann-Drama herausbringt Mit Jana Schulz in der Titelrolle und Olaf Johannessen als Christoph Flamm inszeniert er „Rose Bernd“ für das Große Haus.

Man wird also auch im neuen Spielplan allerhand finden; einen Namen sucht man indes vergeblich. Von William Shakespeare taucht – erstmals seit Jahren – in der Shakespeare-Stadt Bochum kein Werk auf.