Technisches Problem - Bogestra untersucht 42 Straßenbahnen

Aufgebockt: Eine Straßenbahn des betroffenen Typs im Depot der Bogestra.
Aufgebockt: Eine Straßenbahn des betroffenen Typs im Depot der Bogestra.
Foto: Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Kunden der Bogestra müssen sich in Bochum und Gelsenkirchen auf Verspätungen einstellen. Bei den NF6D-Straßenbahnen gibt es Probleme.

Bochum/Gelsenkirchen.. Die Bogestra geht auf Nummer sicher: Bei ihren NF6D-Straßenbahnen ist deshalb bis auf weiteres bei Tempo 30 Schluss. Das technische Problem, das zu diesem Schritt geführt hat, hat das ÖPNV-Unternehmen inzwischen näher eingegrenzt: Mitarbeiter haben in einer Achsbrücke, die Achse und Rad verbindet, einen kleinen Haarriss ausgemacht. Das betroffene Fahrwerk ist mittlerweile ausgebaut worden und wird verschrottet. Das Problem war bei routinemäßigen, nächtlichen Wartungsarbeiten aufgefallen, die nach Bogestra-Angaben nach einem Straßenunfall in Gelsenkirchen im August des vergangenen Jahres noch intensiviert worden sind.

Bahnkunden müssen sich auf längere Sicht auf Behinderungen einstellen. Viele Strecken sind auf Tempo 60 ausgerichtet. „Wenn die Bahnen nur 30 Stundenkilometer fahren, können Sie den Fahrplan nicht halten“, sagt Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns: „Die Fahrgäste haben Verständnis dafür, dass das Thema Sicherheit an erster Stelle steht.“

Die Bogestra prüft noch, wie sie auf die Probleme reagiert. Denkbar sind nach Bruns’ Angaben zusätzliche Fahrzeuge, der Einsatz von Bussen oder auch ein Wechsel auf bestimmten Strecken auf andere Straßenbahnen - etwa an Heimspieltagen des FC Schalke 04.

Vielleicht dauert es Monate

Die NF6D-Bahnen verkehren derzeit auf den Linien 302, 308/18 und teilweise auf der Strecke der 306. Der Maßnahmenkatalog der Bogestra sieht nun eine Überprüfung aller betroffenen 42 Bahnen vor. Dabei werden an den Rädern Messungen vorgenommen und die Fahrwerke ausgebaut und von einer externen Firma kontrolliert.

„Das wird mindestens ein paar Wochen dauern, vielleicht auch Monate“, sagt Bruns. Ein Gutachten soll schon eher die Frage beantworten, ob die Bahnen langfristig wieder schneller als Tempo 30 fahren können. Solange gelte: „Verspätungen nehmen wir in Kauf.“