Taxifahrer kritisieren defekte Erdgastankstellen in Bochum

Taxifahrerin Dorit Kaczorowski   in Bochum vor einer defekten Erdgaszapfsäule an einer Aral-Tankstelle.
Taxifahrerin Dorit Kaczorowski in Bochum vor einer defekten Erdgaszapfsäule an einer Aral-Tankstelle.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zum Teil müssen Umwege gefahren werden. Stadtwerke räumen ein, dass Erdgas nicht das große Geschäft bringt.

Bochum.. Johannes Geis ist sauer. Der Betreiber eines Taxiunternehmens kann seine erdgasbetriebene Fahrzeugflotte nicht im Stadtgebiet betanken. Denn: die einzigen beiden “fastfill“-Zapfsäulen (siehe Infokasten) sind derzeit defekt. „Seit mehreren Wochen fragen wir täglich nach, ob sich da etwas tut - nichts! Im Gegenteil, es wurde uns sogar mitgeteilt, dass man vielleicht ganz auf Erdgaszapfsäulen verzichten will, weil sie so wartungsintensiv seien!“, macht er seinem Unmut in einem Schreiben an die WAZ Luft.

Als Schuldigen sieht er die Stadtwerke. „Vor Jahren wurde von ihnen eifrig dafür geworben, sich Erdgasfahrzeuge anzuschaffen, und jetzt lassen sie die Kunden im Regen stehen. Wir sind gezwungen, 10-15 km zur nächsten Erdgastankstelle zu fahren, wo bleibt da die Ersparnis des Erdgasfahrzeuges?“

"Das wird etwa 40.000 Euro kosten.“

Eine der beiden besagten Zapfsäulen steht an der Aral-Tankstelle an der Berliner Straße in Wattenscheid. Sie wurde im Januar von einem LKW umgefahren und ist dadurch nicht mehr nutzbar. Zuständig für die Erdgas-Zapfsäulen im Stadtgebiet ist die Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet (EWMR), zu 95% Anteilseigner sind die Bochumer Stadtwerke.

Stadtwerke-Sprecher Kai Krischnak erklärt: „Für die Zapfsäule an der Berliner Straße hat die Versicherung gerade mitgeteilt, dass wir das fehlende Ersatzteil nun schnell ordern können. Wir rechnen mit einem Zeitfenster bis zu sechs Wochen, in denen die Zapfsäule wieder nutzbar sein wird. Das wird etwa 40.000 Euro kosten.“ Eine weitere Zapfsäule steht seit November 2005 an der Shell-Tankstelle in der Herner Straße 463. Auch sie ist derzeit unbenutzbar, die Stadtwerke stehen „schriftlich und persönlich mit den Betreibern im Gespräch über die Instandsetzung“.

"Wir bitten alle Erdgas-Nutzer um Verständnis"

Wann und ob die Zapfsäule nun erneuert wird, ist nicht sicher. Denn wirtschaftlich war der Erdgas-Verkauf nicht, wie Kai Krischnak zugibt: „Erdgas wird in Bochum eher mäßig angenommen. Die Nachfrage war begrenzt. “ Seit vergangener Woche ist nun zumindest die Total-Tankstelle an der Dorstener Straße wieder mit einer funktionierenden Erdgas-Zapfsäule ausgestattet. Diese liegt zwar auf Herner Stadtgebiet, ist aber von Bochum aus in wenigen Minuten zu erreichen. Taxi-Unternehmer Johannes Geis lässt sich davon nicht besänftigen: „Das nutzt mir nichts. Ich fahre Nachdienste, diese Tankstelle schließt um 20 Uhr. Ich muss immer nach Witten fahren zum Tanken.“

Kai Krischnak betont: „Wir bitten alle Erdgas-Nutzer um Verständnis, aber die Stadtwerke haben den vorliegenden Defekt nicht zu verantworten. Dass die Regulierung durch die Versicherung so lange gedauert hat, liegt auch nicht an uns.“