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Tausende Kunden strömten zum Adventseinkauf

06.12.2009 | 18:21 Uhr
Tausende Kunden strömten zum Adventseinkauf

Auf großen Zuspruch stieß der verkaufsoffene Adventssonntag in der Bochumer Innenstadt. Tausende Menschen strömten in die Geschäfte und auf den Weihnachtsmarkt. "Der Adventssonntag ist vom Umsatz so, dass es sich lohnt", sagte zum Beispiel Saturn-Geschäftsführer Jürgen Knoth.

Zeitweise war es so voll, dass sich an der Eingangstür einzelner Geschäfte eine Kundenschlange bildete. Der zweite Adventssonntag war von 13 bis 18 Uhr ein verkaufsoffener - und das war ganz nach dem Geschmack vieler tausend Familien, Pärchen und Singles.

Staus auf Rolltreppen

Zeitweise Staus auf Rolltreppen, Staus in vielen Budengassen, Staus auf Parkplätzen. Und das alles trotz unweihnachtlichen Nieselregens. Sogar ein großer Supermarkt machte mit und bot am heiligen Sonntag Waschpulver und O-Saft an. Selbst eine Apotheke hatte geöffnet und auch ein Friseurladen. Die Frisörin versah ihre Dienste im Weihnachtsmannkostüm. Aber längst nicht alle pflegten im Weihnachtsrummel die Klischees. Im Schaufenster einer Boutique ein paar Meter weiter präsentierten sich vier junge Frauen als tanzende Schaufensterpuppen wie in einer Disko. Der Advent als Party. Und nur ganz wenige Geschäftsleute in der City blieben ihr fern und still zu Hause.

Beschäftigte erhalten Sonntagszuschlag

Geht es nach Heinz Illinger, Prokurist bei Baltz, bleibt dies aber der einzige verkaufsoffene Adventssonntag. „Wir sind mit der Situation, wie sie jetzt ist, zufrieden”, sagte er der WAZ. So ein Angebot „muss nicht an vier Sonntagen sein”. Diese Auffassung dürften teilweise auch die Angestellten und ihre Familien teilen. Obwohl: Für sie gibt es einen Sonntagszuschlag plus Freizeitausgleich. 90 Prozent der Belegschaft war bei Baltz im Einsatz.

Auch die Beschäftigten bei Saturn waren fast vollständig im Einsatz. Wie Geschäftsführer Jürgen Knoth, zugleich Vorsitzender der Werbegemeinschaft Kortumstraße, gestern der WAZ sagte, wird diese Arbeit mit 120 Prozent vergütet. Fünf Stunden Arbeit werden wie sonst zwölf Stunden bezahlt. Das Geschäft ist aber beiderseits gut: „Der Adventssonntag ist vom Umsatz so, dass es sich lohnt.”

Richter stoppen Ausweitung des Sonntagskonsums

So ein Geschäftstag im Advent bleibt in der Innenstadt, wo in diesem Jahr insgesamt drei verkaufsoffene Feiertage stattfanden, aber eine Ausnahme. Das Bundesverfassungsgericht hat vor kurzem eine Regelung in Berlin, wo an allen vier Adventssonntagen die Läden öffnen dürfen, für teilweise unvereinbar mit dem Grundgesetz erklärt. Es müsse ein Mindestniveau des Schutzes der Sonntage und kirchlichen Feiertage durch den Gesetzgeber gewährleistet bleiben, meinten die Richter und verwiesen auf die sonntägliche Arbeitsruhe, die trotz Ausnahmen die Regel bleiben müsse.

Apropos Ruhe. Gerade sie ist es, wegen der viele Kunden am Sonntag gern einkaufen gehen. Weil sie werktags kaum Zeit haben. Am kommenden Sonntag können sie es wiederholen, diesmal im Ruhrpark von 13 bis 18 Uhr.

Bernd Kiesewetter

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